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LBBW legt Halbjahreszahlen 2010 vor

– Kundengeschäft mit erfreulicher Entwicklung
– Entwicklung der Kreditrisikovorsorge spiegelt wirtschaftliche
Erholung bei den Unternehmen wider
– Staatenkrise belastet zum Stichtag stark das
Ergebnis und führt zu Halbjahresverlust von 290 Millionen Euro
– Solide Kapitalausstattung
– Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen im Plan

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) konnte im ersten Halbjahr
2010 ihre gute Position im Kundengeschäft trotz eines nach wie vor
anspruchsvollen Marktumfeldes ausbauen und die Erträge im Geschäft
mit Privatkunden sowie mit Unternehmens- und Großkunden insgesamt
weiter steigern. Erfreulich war zudem die Entwicklung der
Kreditrisikovorsorge, die zum Halbjahr bei 297 Millionen Euro und
damit um knapp 60 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Stark
ergebnisbelastend wirkte hingegen die Volatilität der Finanzmärkte.
Dieser Volatilität hat die Bank in der Gewinn- und Verlustrechnung
Rechnung getragen, indem sie angesichts der extrem hohen
Risikoaufschläge allein für Staatsrisiken Belastungen von rund 650
Millionen Euro verarbeitet hat. Insgesamt wurde das
Halbjahresergebnis durch Bewertungsverluste vor allem bei
Kreditderivaten im Kreditersatzgeschäftportfolio in Höhe von 745
Millionen Euro belastet. Außerdem wirkten sich Provisionszahlungen
für den vom Land Baden-Württemberg bereitgestellten Risikoschirm in
Höhe von 153 Millionen Euro sowie Restrukturierungsaufwendungen von
54 Millionen Euro auf das Konzernergebnis aus. Die LBBW wies zum
Halbjahr daher einen Konzernfehlbetrag nach Steuern in Höhe von 290
Millionen Euro aus.

Das Halbjahresergebnis der LBBW wurde maßgeblich durch die
unterschiedlichen Entwicklungen von Realwirtschaft und Finanzmarkt
geprägt. Dabei zeigte sich ein zweigeteiltes Bild: Einerseits haben
Konjunkturaufhellungen und die steigende Exportnachfrage zu einer
wirtschaftlichen Erholung der Unternehmen, insbesondere auch bei
mittelständischen Unternehmen im LBBW-Kernmarkt Baden-Württemberg,
geführt. Dadurch wurde das Unternehmenskundengeschäft in den
vergangenen Monaten merklich gestärkt. Zum Halbjahr konnte die LBBW
zudem ihre gesamte Kreditrisikovorsorge im Vergleich zum Vorjahr um
420 Millionen Euro deutlich verringern. Auf der anderen Seite
belasteten jedoch hohe Risikoaufschläge in Folge der Staatenkrise das
Ergebnis der LBBW. Im Juni 2010 hatten die Spreads für Staatenrisiken
Höchststände erreicht. Diese Risikoaufschläge haben das Ergebnis
stark belastet. Der Konzernfehlbetrag zum Halbjahr in Höhe von 290
Millionen Euro geht ursächlich also ausschließlich auf die Bewertung
von Staatsrisiken zurück.

„Wie irrational die Verwerfungen bei der Bewertung von
Staatsrisiken zum Halbjahr teilweise gewesen sind, zeigt die
Tatsache, dass diese Wertminderungen bereits vier Wochen später in
großen Teilen wieder aufgeholt waren“, erklärte
LBBW-Vorstandsvorsitzender Hans-Jörg Vetter und ergänzte mit Blick
auf die weiterhin hohe Volatilität: „Für die LBBW hat es hohe
Priorität, die Belastungen, die durch die Volatilität der Märkte
entstehen, nachhaltig zu verringern. Deshalb wird die LBBW ihr
Kreditersatzgeschäft weiter strukturiert und kontrolliert
zurückführen, um künftig vergleichbare Auswirkungen auf das Ergebnis
zu reduzieren.“

Ertrags- und Aufwandsposten des ersten Halbjahrs 2010

Das Zinsergebnis verzeichnete trotz des schwierigen Marktumfelds
einen deutlichen Zuwachs von 9,2 Prozent und lag bei 1,257 Milliarden
Euro. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert (1,151 Milliarden
Euro) resultierte aus dem operativen Geschäft aufgrund erhöhter
Margen sowie aus den geringeren Zinsaufwendungen für die
Liquiditätsbeschaffung.

Die Kreditrisikovorsorge lag zum Halbjahr 58,6 Prozent unter dem
Vorjahreswert. Grund hierfür war die gesamtwirtschaftliche Erholung,
die sich auch in einer Verbesserung der Kundenbonität bemerkbar
machte. Im ersten Halbjahr hat die LBBW – bei Beibehaltung ihrer
vorsichtigen Risikopolitik – rund 736 Millionen Euro der
Risikovorsorge zugeführt. Im Gegenzug konnten Auflösungen von rund
460 Millionen vorgenommen werden. Darüber hinaus haben sich die
Direktabschreibungen auf Forderungen verringert, so dass die
Kreditrisikovorsorge zum Halbjahr bei insgesamt 297 Millionen Euro
lag.

Das Provisionsergebnis betrug 316 Millionen Euro und lag damit
24,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, der stark von Sondereffekten
aus Einzeltransaktionen geprägt war. Die zum Stichtagstermin
teilweise irrational hohen Spreads auf Staatsrisiken und daraus
resultierende Bewertungsverluste auf die entsprechenden
Kreditderivate belasteten das Handelsergebnis stark. Es lag zum 30.
Juni bei -710 Millionen Euro (Vorjahr: 704 Millionen Euro). Das
sonstige betriebliche Ergebnis betrug 73 Millionen Euro und lag damit
deutlich über dem durch Einmaleffekte belasteten Vorjahreswert von 9
Millionen Euro.

Die Verwaltungsaufwendungen sanken im ersten Halbjahr 2010 um 37
Millionen Euro (-4,0 Prozent) auf 877 Millionen Euro. Hier zeigten
sich erste Erfolge des Kostensenkungsprogramms. Bei den Sachkosten
konnten Einsparungen bei Leasinggebühren sowie durch den Wegfall von
Beratungs- und Gutachterkosten realisiert werden. Auch der
Personalaufwand hat sich leicht verringert.

Das Finanzanlageergebnis drehte im Vergleich zum Vorjahresergebnis
von -224 Millionen Euro deutlich ins Plus, es lag zum Halbjahr bei
136 Millionen Euro. In das Ergebnis flossen auch Erträge durch den
Verkauf von Beteiligungen ein.

Aufgrund der Belastungen im Handelsergebnis summierte sich das
operative Ergebnis zum Halbjahr auf -114 Millionen Euro (Vorjahr: 405
Millionen Euro). Die Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 54
Millionen Euro lagen im ersten Halbjahr im Rahmen der Erwartungen.

Die Kosten für den Risikoschirm durch das Land Baden-Württemberg
belaufen sich auf 336 Millionen Euro pro Jahr. Daraus fallen zum
Halbjahr 153 Millionen Euro als Provisionsaufwand für öffentliche
Garantien an. Zur Verbesserung der Transparenz wurde die
Avalprovision zum Halbjahr erstmalig in einer separaten GuV-Position
ausgewiesen.

Das Konzernergebnis vor Steuern betrug zum Halbjahr -321 Millionen
Euro (Vorjahr: 405 Millionen Euro). Nach Berücksichtigung von
Steuereffekten in Höhe von 31 Millionen Euro verzeichnete der
LBBW-Konzern somit zum 30. Juni 2010 einen Konzernfehlbetrag von 290
Millionen Euro (Vorjahr: Konzernüberschuss von 302 Millionen Euro).

Vorstandsvorsitzender Hans-Jörg Vetter: „Mit dem
Halbjahresergebnis können wir nicht zufrieden sein, zeigt es doch die
noch zu hohe Abhängigkeit von der Entwicklung der Finanzmärkte.
Insofern ist es richtig, das Kreditersatzgeschäft weiterhin deutlich
zu reduzieren. In den ersten sechs Monaten des Jahres ist hier
bereits ein Rückgang in Höhe von rund 8 Milliarden Euro auf rund 66
Milliarden erreicht worden. Bis zum Jahres¬ende 2010 wollen wir im
Rahmen des Restrukturierungsplans unser Kreditersatzgeschäftportfolio
auf unter 60 Milliarden Euro zurückführen.“

Die operativen Segmente im Überblick

Die operativen Erträge des Segments Corporates liegen auf dem
Niveau des von positiven Einmaleffekten geprägten Vorjahrs. Der
Wegfall dieser Effekte konnte im ersten Halbjahr 2010 durch höhere
Zinserlöse aus dem Einlagengeschäft sowie durch Provisionserlöse aus
Spezialfinanzierungen beziehungsweise Strukturierungen kompensiert
werden. Die Risikovorsorge der ersten sechs Monate 2010 liegt mit 367
Millionen Euro um 33 Prozent unter dem Vorjahreswert und spiegelt
auch die gesamtwirtschaftliche konjunkturelle Erholung bei den
Unternehmen wider. Als verlässliche Partner ihrer Unternehmenskunden
haben sowohl die BW-Bank im Kernmarkt Baden-Württemberg als auch das
LBBW-konzernweite Unternehmenskundengeschäft ihre Kreditvergabe im
ersten Halbjahr insgesamt erneut leicht ausgebaut. Das
Konzernergebnis vor Steuern lag im Segment Corporates bei 380
Millionen Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahreswert (154
Millionen Euro) mehr als verdoppelt.

Die operativen Erträge im Segment Retail Clients liegen mit
insgesamt 312 Millionen Euro aufgrund positiver Entwick¬lungen im
Filialvertrieb und im Wealth Management 8 Prozent über dem
Vorjahreswert. Verstärkt wurde das Segment¬ergebnis durch einen
positiven Beitrag der Risikovorsorge. Das Konzernergebnis vor Steuern
des Segment Retail Clients konnte um 55 Millionen Euro auf 72
Millionen Euro gesteigert werden.

Das Ergebnis des erfolgreichen ersten Halbjahrs 2009, das stark
von der Finanzmarkterholung geprägt war, konnte das Segment Financial
Markets 2010 erwartungsgemäß nicht wiederholen. Die operativen
Erträge (368 Millionen Euro) und das Konzernergebnis vor Steuern (200
Millionen Euro) dieses Segments haben sich plangemäß in etwa
halbiert.

Aufgrund der hohen Bewertungsverluste im CDS-Portfolio ergaben
sich im Segment Credit Investment Portfolio/Treasury im ersten
Halbjahr negative operative Erträge in Höhe von -768 Millionen Euro
(Vorjahr: 303 Millionen Euro). Erfreulich war, dass in den ersten
sechs Monaten des Jahres durch Auflösungen von Impairments – in
erster Linie bei besicherten Anleihen – ein positiver Ergebnisbeitrag
von 84 Millionen Euro verbucht werden konnte. Das Konzernergebnis vor
Steuern dieses Segments lag damit bei -785 Millionen Euro (Vorjahr:
-14 Millionen Euro).

Restrukturierung wird konsequent umgesetzt: LBBW stellt sich
zukunftssicher und profitabel auf

Gegenwärtig erfolgt die stringente Umsetzung des von der
Europäischen Kommission genehmigten Restrukturierungsplans. „Wir sind
auf gutem Wege, für den LBBW-Konzern ein effizientes und streng an
den Anforderungen unserer Kunden ausgerichtetes Geschäftsmodell
umzusetzen, das auch bei erheblichen Marktausschlägen zukunftssicher
und profitabel aufgestellt sein wird“, sagte Vetter. Die
Restrukturierungsmaßnahmen werden plangemäß durchgeführt. Einige
Vorgaben sind bereits erfüllt, etwa die Schließung von europäischen
Auslandsrepräsentanzen oder die Trennung von einzelnen Beteiligungen.
Zuletzt hat die LBBW in diesem Zusammenhang am 16. August 2010 das
Privatkundengeschäft ihrer Tochtergesellschaft, LBBW Luxemburg S.A.,
an die DekaBank Luxembourg verkauft. Parallel laufen zudem weiterhin
die Vorbereitungen für den anstehenden Rechtsformwechsel der LBBW.

Um den geforderten Abbau von insgesamt rund 2.500 Stellen zu
realisieren, hat die Bank gemäß den Regelungen des im Juli
unterzeichneten neuen Tarifvertrags Abfindungs- und
Vorruhestandsangebote unterbreitet. Bislang wurden insgesamt bereits
Austritte in der Größenordnung von 815 Vollzeitstellen vereinbart.
Davon wurden auf Basis der freiwilligen Angebote Vorruhestands- und
Aufhebungsverträge rund 550 Vereinbarungen abgeschlossen.

Solide Kapitalausstattung

Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Bank ist zudem die
solide Eigenkapitalbasis. Zum 30. Juni 2010 wies die LBBW eine gute
Kernkapitalquote von 10,1 Prozent sowie eine Gesamtkennziffer von
14,2 Prozent aus. Dass die LBBW über ausreichend Eigenkapitalmittel
verfügt, wurde durch ihr positives Abschneiden bei den
Stresstest-Szenarien des Committee of European Banking Supervisors
(CEBS) im Juli belegt. Selbst im Abschwungszenario unter Einbeziehung
eines Kursverfalls von Staatsanleihen für das Jahr 2011 erreichte die
Bank eine Eigenkapitalquote von 8,1 Prozent. „Der Stresstest hat
gezeigt, dass die LBBW über eine solide Kapitalausstattung verfügt
und somit auch für den Fall weiterer, größerer Verwerfungen an den
Finanzmärkten einen ausreichenden Puffer besitzt“, erklärte Vetter.

Ausblick

Die LBBW geht davon aus, dass sich im zweiten Halbjahr die hohe
Volatilität der Finanzmärkte etwas verringert. Dennoch bleibt die
Situation insgesamt angespannt; das internationale Finanzsystem wird
nach wie vor als sehr fragil eingeschätzt. Zudem ist das Ausmaß
zukünftiger Belastungen für Banken durch regulative Maßnahmen als
Konsequenz der Finanzmarktkrise noch unklar. Deshalb ist eine
verlässliche Prognose für das LBBW-Gesamtjahresergebnis derzeit nicht
seriös zu erstellen.

Hinweis:

Für die Ausschüttung und Wertaufholung bzw. Verlustteilnahme der
Genussscheine ist das Ergebnis des LBBW-Einzelabschlusses (nach HGB)
zum Jahresende maßgeblich. Die LBBW veröffentlicht keinen
HGB-Abschluss zum Halbjahr. Auch für das HGB-Jahresgesamtergebnis
gilt, dass eine verlässliche Prognose zum jetzigen Zeitpunkt nicht
seriös erstellt werden kann.

Pressekontakt:
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Alexander Braun
Pressereferent
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart
Tel.: (07 11) 1 27-764 00
Fax: (07 11) 1 27-748 61
E-Mail: alexander.braun@LBBW.de
www.LBBW.de

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