Lebensfreude bei der Arbeit: 5 Wege zur Balance aus Anstrengung und Gelassenheit

Lebensfreude bei der Arbeit heißt Geduld und Achtsamkeit
 

Welche Dinge tun Sie bei Ihrer Arbeit um des Tuns willen? Aus reiner Freude, Übermut, Entdeckerlust? Weil Ihnen Lebensfreude bei der Arbeit wichtig ist? Lebensfreude als Entscheidungskriterium dürfte für die wenigsten von uns ausreichen. Doch es würde sich lohnen, uns zumindest ab und an ein wenig danach auszurichten.

Lebensfreude verlangt geistige Flexibilität

Meine Absicht im Sommerurlaub war, etwas völlig anderes als im Alltag zu tun. Deshalb buchte ich eine Woche Arbeit mit Ton. Ich bin ein Kopfarbeiter, der seine Arbeit liebt. Allerdings fahren wir geistig fest, je länger wir etwas immer gleich tun und denken. Wenn wir uns Tag für Tag und Monat für Monat mit den gleichen Dingen, Menschen und Situationen befassen, macht uns das immer weniger flexibel. Doch das ständig neue Wissen, neue Techniken und Situationen erfordern es, sich unkompliziert anzupassen.

Zu Beginn des Kurses erhalten wir die Einweisung in eine Technik, die mich die ganze Woche begleiten wird, die „Röllchentechnik“. Aus einem Stück Ton wird mit beiden Händen eine runde Form verschiedener Länge oder Durchmesser durch wiederholtes Hin- und Herrollen geformt. Mehrere Röllchen kann man dann übereinander stapeln und verstreichen, sodass sie Halt bekommen. So entsteht die Grundlage, um reale Objekte oder Abstraktes zu bauen.

Lebensfreude basiert auf Anstrengung und Entspannung

Das Rollen selbst ist absolut nicht kreativ, sondern ganz monoton. Doch ich bin begeistert. Das immer gleiche Hin-und-Her der Hände beruhigt meinen Geist. Ich rolle Stunde um Stunde und vergesse Zeit und Raum. Ich habe vorab nie eine Idee, was aus meinen Röllchen werden soll. Mal baue ich ein Haus, mal ein Herz, mal einen Kopf. Es geht mir vor allem um das Rollen. Sie werden sich vielleicht fragen, ob es nicht Urlaubszeitverschwendung ist, sieben Tage stundenlang Ton zu rollen. Das habe ich mich an den ersten Tagen auch gefragt. Irgendwann konnte ich diesen Gedanken erstaunlicherweise einfach loslassen. Ohne Absicht und Ziel zu sein kenne ich aus meinem Alltag kaum.
Das glückliche Leben braucht ein Gleichgewicht seiner Pole. Die Aktivität braucht die Pause, das Tun das Lassen, das Ziel die Ziellosigkeit, das Laut das Leise, das Schnell das Langsam, Außen sein die Innenschau.

Lebensfreude braucht kein Ziel

Im Alltag machen wir Diäten für die Wunschfigur, treiben Sport, um fit zu sein. Wir qualifizieren uns, um Karriere zu machen, wir lernen Sprachen, um uns im Urlaub verständigen zu können.

Hier spreche ich über die Erfolgserwartungen beim Fasten:

https://www.youtube.com/watch?v=MjGLFE88_cg&t=1s

Wir überlegen Mailingstrategien, um unser neues Produkt zu verkaufen, gestalten den schicken Messestand, um Kunden zu gewinnen und organisieren Firmenfeiern, um Mitarbeiter zu verwöhnen. Selbst vor persönlichen Themen macht das „um zu“ nicht Halt. Wir graben im Garten, um etwas anzupflanzen. Wir lesen Bücher über Kindererziehung, um geduldigere Eltern zu sein und besuchen Kommunikationstrainings, um mit Kunden, Kollegen oder Partnern besser umgehen zu können. Wenn wir nun einmal den Raum öffnen für Dinge, die um ihrer selbst willen geschehen, wird dies mit guten Gefühlen belohnt.

Lebensfreude ist das Ergebnis von Konzentration

Es war eine beglückende Erfahrung, mich ohne Vorsatz, Vorgaben oder Erwartungen an den Tisch zu setzen, den Ton auszupacken und loszurollen. Das Glück des Tuns entstand von selbst als kostbarer Nebeneffekt des meditativen Handelns. Kernpunkt ist die Konzentration auf den Augenblick. Die Hingabe an das Tun, vor allem mental. Wenn immer wir mit unseren Gedanken woanders sind als bei der jeweiligen Aktivität macht uns das unglücklich.

Lebensfreude baut auf Akzeptanz

Ein weiteres Glück als Folge dieser Erfahrung war, die Situation so zu nehmen wie sie ist. Ich war geneigt, die Ergebnisse meiner Arbeit als kindisch und hässlich abzutun. Doch diese neue Qualität der Entspannung ermöglichte mir auch, mit dem Bewerten aufzuhören. Ich konnte meine Unfähigkeit, mich mit meinen Händen kreativ auszudrücken, von Herzen annehmen. Ich konnte in meinem glücklichen Zustand ohne jeden Neid und mit großer Bewunderung die Arbeit der anderen betrachten und von ihnen lernen.
Was passierte da mit mir? Ich habe mein Gehirn auf eine andere Weise benutzt. Aus der Meditationsforschung wissen wir, dass Meditieren Stress abbaut, uns gelassener macht und Abstand schafft zu den Problemen des Alltags. Vieles können wir nicht ändern. Dann wäre die bessere Variante, das Leben, die Situation genauso zu nehmen wie sie ist und sich an dem, was möglich ist, zu erfreuen.

Wie Sie mit Stress besser umgehen können erfahren Sie hier:
https://www.ilonabuergel.de/mit-stress-besser-umgehen-lernen-und-das-stresslevel-selbst-bestimmen/

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