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MiFID II: Europas Banken fürchten Millionenausfälle

Europas Banken ächzen unter der
Regulierungsflut – allerdings nicht alle. Die Top-Banken in
Deutschland geben sich im Europavergleich überdurchschnittlich
optimistisch. Bei der Umsetzung der EU-Richtlinie „Markets in
Financial Instruments Directive“ (MiFID II) rechnen sie mit
verkraftbaren Einbußen. Anders in Italien und Frankreich: Die
Großbanken dort befürchten jeweils Einnahmenausfälle im zwei- bis
dreistelligen Millionenbereich, weil Ihnen Provisionserträge
entgehen. Das ergibt die „MiFID II European Benchmark Study“ des
Beratungshauses EUROGROUP CONSULTING. Für die Studie wurden
Interviews mit Entscheidern von Top-Großbanken aus fünf EU-Ländern
geführt, die für eine Bilanzsumme von fast elf Billionen Euro stehen.

Das beschlossene Provisionsverbot ist einer der größten
Sorgentreiber in der Finanzbranche. Vermögensverwalter und
Portfoliomanager dürfen für eine unabhängige Beratung künftig keine
Zuwendungen von Anbietern der Wertpapierprodukte erhalten. Lediglich
kleine, nichtmonetäre Vorteile sind im Einzelfall erlaubt. Dafür muss
sich aber die Servicequalität für den Kunden belegbar verbessern. Je
nach Geschäftsmodell reißt das Verbot riesige Löcher in die
Bankbilanzen.

Die deutschen Großbanken sind in Bezug auf mögliche
Ertragsverluste weniger besorgt. „Im Retailgeschäft setzen Institute
hierzulande überwiegend auf das bisherige nicht unabhängige
Beratungsmodel. Es erlaubt ihnen, weiterhin Provisionen von
Produktanbietern zu erhalten. In der Portfolioverwaltung haben die
meisten Häuser darüber hinaus schon sehr frühzeitig auf
Bestandsprovisionen verzichtet, so dass sie auf die Änderungen aus
MiFID II gut vorbereitet sind“, sagt Studienleiter Dr. Christian
Jensen von EUROGROUP CONSULTING. „Nichtsdestotrotz bedeuten die
Umstellungen auch für deutsche Institute in der IT sowie in der
Vertriebsorganisation erhebliche Kosten“, so Jensen.

In Italien und Frankreich machen die Zuwendungen der
Produktlieferanten dagegen einen beträchtlichen Anteil am
Wertpapiergeschäft aus. Entsprechend groß ist die Sorge dort, wie sie
künftig noch Einnahmen generieren sollen. Um den Wegfall von
Provisionen zu kompensieren, müssen die Institute ihre sichtbaren,
direkten Gebühren drastisch erhöhen: „In den Ländern mit großer
Abhängigkeit von Provisionen sind als Ausgleich Gebührensteigerungen
von bis zu 20 Prozent nötig. Das werden nicht alle Kunden mitmachen“,
so Jensen.

Direktbanken und Fintechs profitieren von Transparenzvorschriften

Einig ist sich Europas Top-Bankenwelt bei der Bewertung des Themas
Kostentransparenz. Hierdurch steigt das Risiko, dass Kunden verstärkt
zu Direktbanken und Fintechs abwandern. Denn Produkt- und
Dienstleistungskosten müssen gemäß MiFID II künftig exakt berechnet
und dem Kunden mitgeteilt werden. „Viele Depotinhaber werden, wenn
sie zukünftig ihren Jahresreport ihrer Bank erhalten, genau rechnen,
ob ihr Vermögensverwalter gut gewirtschaftet hat. Die meist
attraktiveren Preismodelle der Institute ohne großen Vertriebsapparat
und mit automatisierten Prozessen bedeuten einen großen Vorteil im
Kampf um Kunden“, sagt Co-Autor Norman Weißer, Bankenexperte bei
EUROGROUP CONSULTING.

Verschiebungen in der Angebotspalette

Als Ausweg aus der Provisions- und Transparenzfalle reagiert die
Bankenwelt recht einheitlich. Die Mehrheit will auf den Status
„unabhängige Beratung“ verzichten und ihren Kunden stattdessen andere
Mehrwerte liefern. Das sind zum Beispiel spezielle Auswertungen sowie
gesonderte Kundenreports. In diesem Fall dürfen die Institute
weiterhin Provisionen von Produktanbietern erhalten. Gleichzeitig
zeichnet sich ab, dass die Institute mit unabhängiger Beratung
Produkte mit geringeren Gebühren anbieten werden. Bislang
unattraktive börsengehandelte Fonds, so genannte ETFs (Exchange
Traded Funds) rücken dann in den Fokus der Banken.

Über die „MiFID II European Benchmark Study“

Im Frühjahr 2016 wurden Entscheider der führenden zehn Großbanken
in der EU befragt. Die Institute kommen aus Deutschland, Frankreich,
Italien, Niederlande und Belgien. Diese Banken erwirtschaften
zusammen weltweit eine Bilanzsumme von fast elf Billionen Euro und
beschäftigen mehr als eine Million Mitarbeiter. Ziel der Studie ist
zu erfahren, wie die Top-Banken Europas bei der Umsetzung der
MiFID-II-Vorschrift vorankommen, wie sich die Richtlinie in den
einzelnen Ländern auswirkt und wie sich die Institute strategisch
aufstellen. Weitere Informationen zur Studie „MiFID II European
Benchmark Study“ von Eurogroup Consulting erhalten Sie auf Anfrage
unter der Mail-Adresse: km@eurogroupconsulting.de.

Über EUROGROUP CONSULTING:

Als unabhängiges, partnerschaftlich strukturiertes
Beratungsunternehmen sind wir zugleich Teil des internationalen
Beratungsnetzwerks Nextcontinent. Sie finden uns dort, wo Sie unsere
Unterstützung benötigen: Mehr als 1.000 hoch qualifizierte
Mitarbeiter arbeiten an 35 Standorten in insgesamt 30 Ländern.
Mobilisierung von der Strategie bis zur Implementierung – wir
vereinen bankfachliche mit IT-Expertise und stellen dabei den
Menschen als wichtigsten Erfolgsfaktor konsequent in den Mittelpunkt.
Unsere Kunden in Deutschland und Österreich sind namhafte Unternehmen
aus dem Finanzdienstleistungssektor, die von unserer langjährigen
Erfahrung als Managementberater profitieren. Weltweit beraten wir
darüber hinaus Unternehmen aus unterschiedlichen Industrie- und
Dienstleistungsbranchen sowie aus dem öffentlichen Sektor. Der
Hauptsitz von EUROGROUP CONSULTING befindet sich in Frankfurt am
Main, ein weiterer Standort ist Wien.

Pressekontakt:
Karim Schäfer
Faktenkontor GmbH
Tel: +49 (0)40 253 185-120
Fax: +49 (0)40 253 185-320
E-Mail: karim.schaefer@faktenkontor.de

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