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Mittelständler zeigen sich bislang noch unbeeindruckt von Eurokrise und Konjunkturabkühlung

– Beurteilung der Geschäftslage leicht besser als im Vormonat, nur
geringe Eintrübung der Erwartungen
– Großunternehmen: erneut kräftige Abwärtskorrektur der
Erwartungen, aber auch Lageurteile schwächer
– Beschäftigungspläne in beiden Größenklassen weiter stabil und
expansiv
– Deutliche Entspannung bei den Inflationserwartungen

Nach dem kräftigen Einbruch im August gibt das mittelständische
Geschäftsklima, der zentrale Indikator des
KfW-ifo-Mittelstandsbarometers, im September nur unwesentlich um 1,3
Zähler auf 16,3 Saldenpunkte nach. Grund ist allein die schwache
Eintrübung der Geschäftserwartungen an die kommenden sechs Monate
(-2,8 Zähler auf -1,0 Saldenpunkte). Die Urteile zur aktuellen
Geschäftslage halten sich demgegenüber nicht nur auf einem im
historischen Vergleich sehr hohen Niveau, sie haben sich gegenüber
August sogar minimal verbessert (+0,5 Zähler auf 34,2 Saldenpunkte).
Dies zeigt, dass sich die Mittelständler bislang von der Eurokrise
und der abkühlenden Konjunktur im Großen und Ganzen noch nicht
beeindrucken lassen.

Mit diesem Stimmungsbild unterscheiden sich die Mittelständler
allerdings markant von den Großunternehmen. Deren Geschäftklima
verschlechtert sich deutlich um 6,0 Zähler auf 9,4 Saldenpunkte und
liegt damit klar unter dem Vergleichswert im Mittelstand. Besonders
stark fällt der Rückgang bei den Geschäftserwartungen aus (-7,2
Zähler auf -10,4 Saldenpunkte), und auch ihre aktuellen Geschäfte
beurteilten die großen Firmen merklich schlechter als im Monat davor
(-4,4 Zähler auf 30,5 Saldenpunkte).

Der Unterschied beim Geschäftsklima von Großunternehmen und
Mittelständlern dürfte vor allem auf die stärkere Betroffenheit der
Großunternehmen gegenüber den weltweiten Nachfrageschwankungen
zurückzuführen sein. Dies deutet wiederum darauf hin, dass die
gegenwärtige Abkühlung primär globale Ursachen hat, während die
Binnenwirtschaft die Konjunktur weiterhin stützt. … Ein positives
Signal im gegenwärtigen Umfeld ist, dass sich die wachsenden
Zukunftssorgen der Firmen bislang kaum auf deren Beschäftigungspläne
durchschlagen: Die Großunternehmen haben diese im September sogar
leicht nach oben korrigiert (+1,6 Zähler auf 21,8 Saldenpunkte),
während sie im Mittelstand nur unbedeutend nachgaben (-0,6 Zähler auf
13,5 Saldenpunkte). Das Niveau der Beschäftigungserwartungen ist
weiterhin ausgesprochen hoch und deutet damit nicht auf ein baldiges
Ende der günstigen Arbeitsmarktentwicklung hin. Dies ist ein
wesentlicher Treiber der Binnenkonjunktur.

Die Absatzpreiserwartungen entspannen sich in beiden
Unternehmensgrößenklassen weiter (Mittelstand: -2,6 Zähler auf 5,3
Saldenpunkte; Großunternehmen: -2,1 Zähler auf 3,6 Saldenpunkte),
nachdem sie im März/April ein Allzeithoch erklommen hatten. Diese
Entwicklung gibt der EZB Spielraum für eine baldige Zinssenkung zur
Stabilisierung von Konjunktur und Finanzmärkten.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW: „Mit der wachsenden
Kluft zwischen den aktuell guten Geschäften und den sich mehr und
mehr eintrübenden Erwartungen sendet das
KfW-ifo-Mittelstandsbarometer im September ein ernst zu nehmendes
Alarmsignal: Der zunehmend skeptische Blick in die Zukunft kann zu
einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden, wenn er die
Unternehmen zu einer abwartenden Haltung bringt; Verunsicherungen und
Nachfragerückgänge könnten sich vor dem Hintergrund der Eurokrise und
der fragilen Weltkonjunktur bis hin zur Rezession aufschaukeln.
Dieser Teufelskreis kann aber verhindert werden. Gerade Deutschland
hat mit seinem äußerst soliden und bislang relativ gelassenen
Mittelstand sowie seiner robusten Arbeitsmarktentwicklung gute
Voraussetzungen für eine konjunkturell weiche Landung. Hierzu müssten
aber die binnenwirtschaftlichen Konjunkturimpulse weiter gestärkt
werden, etwa mit einer Ausschöpfung des Verteilungsspielraums bei der
Lohnfindung. Darüber hinaus ist ganz zentral, dass die Politik – in
den einzelnen Ländern und auf europäischer Ebene – tragfähige,
glaubwürdige Ansätze zur Überwindung der europäischen Schuldenkrise
einschließlich einer echten Wachstumsperspektive für die
Peripherieländer umsetzt.“

Die ausführliche Analyse mit Datentabelle und Grafiken zum
KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist unter www.kfw.de in der Kategorie
„Research“ abrufbar.

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM)
Tel. 069 7431-4400, Fax: 069 7431-3266,
E-Mail: presse@kfw.de, Internet: www.kfw.de/newsroom

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