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Neue Roland Berger-Studie zeigt: Deutschlands versteckter Wettbewerbsvorteil liegt in der Ausbildung seiner Top-Manager

(ddp direct) Die breite akademische Ausbildung deutscher Top-Manager erweist sich als Vorteil in Krisenzeiten
Die Mehrheit der Manager verfügt über Universitätsabschluss, Promotion und Forschungserfahrung
Die Anforderungen an künftige Führungskräfte unterscheiden sich jedoch stark von den Qualifikationen der Top-Manager
Bildungssystem und Rekrutierungsstrategien müssen flexibler gestaltet werden, um den Wettbewerbsvorteil zu erhalten

München, Juni 2012: In Zeiten von Globalisierung, Wirtschafts- und Finanzkrisen werden deutsche Unternehmen weltweit für ihre Leistungsfähigkeit und Erfolge bewundert. Dies ist nicht zuletzt den deutschen Managern und ihrer exzellenten Ausbildung zuzuschreiben. Denn was die Ausbildung der Top-Manager betrifft, hat Deutschland einen eindeutigen Standortvorteil. Für die Studie „Akademiker im Chefsessel Deutschlands versteckter Standortvorteil“ haben Experten von Roland Berger Strategy Consultants und der Universität Innsbruck die Ausbildungswege von 181 DAX-Vorständen untersucht, Vorstände zu ihren Eindrücken befragt und die Ergebnisse mit den Anforderungen der Unternehmen an künftige Führungskräfte verglichen. Dabei zeigt sich, dass die Qualifikationen der Top-Manager in starkem Kontrast zu den Anforderungen stehen, die Unternehmen an ihre Nachwuchs-Manager stellen. So verfügt die Mehrheit der befragten Vorstände über ein Universitätsstudium, Promotion und Forschungserfahrung, aber nur rund 14 Prozent über praktische Erfahrungen während des Studiums. Doch gerade darauf legen Unternehmen heute viel Wert. Die Experten von Roland Berger raten daher, Rekrutierungsstrategien zu überdenken und das Bildungssystem flexibler zu gestalten, um den Standortvorteil nicht aus der Hand zu geben.

„Deutsche Unternehmen sind sehr erfolgreich das ist auch ein Verdienst exzellenter Führungskräfte“, sagt Torsten Oltmanns, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. „Die Manager deutscher Unternehmen haben eine breite, akademische Ausbildung. Diese steht jedoch in starkem Kontrast zu den heutigen Anforderungen an junge Führungskräfte.“

Versteckter Standortvorteil liegt in Ausbildung der Manager
84 Prozent der deutschen Top-Manager haben ein Universitätsstudium absolviert, rund 20 Prozent von ihnen an einer Elite-Universität. „Fast die Hälfte der heutigen Vorstände hat an das Universitäts- oder Fachhochschulstudium sogar eine Promotion angeschlossen ein MBA ist hingegen mit 11 Prozent vergleichsweise selten“, sagt Professor Ivo Hajnal von der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Co-Autor der Studie. Als Vorsitzender des Senats der Universität ist er unter anderem mit der Nachhaltigkeit universitärer Curricula befasst. Während die befragten Vorstände meist eine ausgezeichnete Ausbildung mit Promotion und mehrjähriger Forschungserfahrung haben, erwarten sie von Nachwuchskräften andere Qualifikationen. „Heute stufen beinahe 70 Prozent der Vorstände ein Master-Studium als sehr wichtig ein“, sagt Roland Berger-Partner Oltmanns. Eine Promotion hingegen fordern nur 20 Prozent, Forschungserfahrung spielt im Anforderungsprofil der Unternehmen gar keine Rolle. „Dabei erfordert gerade die schwierige Wirtschaftslage eine gute Mischung aus wissenschaftlichem Hintergrund und praktischer Erfahrung“, so Oltmanns.

Auch was Praktika während des Studiums betrifft, klaffen die Erwartungen der Manager und ihr eigener Lebenslauf weit auseinander: „Nur knapp 14 Prozent der Manager haben während ihrer Studienzeit selbst praktische Arbeitserfahrung gesammelt. Doch mehr als 80 Prozent der Manager erachten genau solche Erfahrungen als vorteilhaft und erwarten sie von den heutigen Bewerbern“, sagt Studien-Co-Autorin Sarah Ertl von der Universität Innsbruck.

Gleiches gilt für die geforderten Soft Skills wie Entrepreneurship (27%) und Kreativität (23%): Viele Firmen suchen Querdenker mit Unternehmergeist. Die Lebensläufe der aktiven Vorstände zeigen allerdings ein ganz anderes Bild. So hatten lediglich vier Prozent der Firmenlenker in ihrem Leben eine Geschäftsidee, die sie auch umsetzten. Die Mehrheit der Vorstände ging den klassischen Weg mit einem schnellen Universitätsabschluss und sofortigem Berufseinstieg. Auch hinsichtlich der Auslandserfahrung gehen die Forderungen und Wege der Vorstände auseinander: Über ein Drittel der Befragten hat nie im Ausland studiert oder gearbeitet, obwohl beinahe alle Top-Manager (97%) einen beruflichen Auslandsaufenthalt für wichtig erachten, um den Management-Anforderungen besser gerecht zu werden.

Unternehmen müssen Rekrutierungsstrategie anpassen
Wenn deutsche Unternehmen auch künftig von der soliden Ausbildung ihrer Top-Manager profitieren wollen, sollten sie ihre Rekrutierungsstrategie und ihr Anforderungsprofil überdenken und nicht von einem Extrem ins andere fallen erst war nur die Promotion gefragt, jetzt der MBA.

Dabei sollten sich die Personalverantwortlichen vor allem stärker auf die vorhandenen Erfolgsmuster der DAX-Vorstände stützen. „MBA-Abschlüsse mit ihrem starken Praxisbezug haben zweifellos einen sehr hohen Stellenwert für die Ausbildung künftiger Führungskräfte. Aber das akademische Vollstudium sollte nicht vergessen werden“, warnt Studien-Autor Oltmanns. „Auf die Mischung kommt es an sowohl beim Bildungssystem als auch in der Beratung. Roland Berger Strategy Consultants hat bereits Konsequenzen gezogen und setzt zunehmend darauf, exzellente Studenten und erfahrene Praktiker in den Beratungsteams zu kombinieren.“

Die Studie können Sie kostenlos herunterladen unter:
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