Neue Westfälische (Bielefeld): Das Drama um den Hambacher Forst Falsches Symbol Lothar Schmalen, Düsseldorf

Der Schreiber dieser Zeilen war als junger
Reporter dabei, als in den Dörfern des rheinischen Braunkohlereviers
Menschen ihre Häuser aufgeben mussten und Kirchen “entweiht” wurden,
damit sie dann von den Abrissbaggern dem Erdboden gleichgemacht
werden konnten. Viele der damals Betroffenen sind heute befremdet
darüber, dass, als ihre Heimat zerstört wurde, niemand protestiert
hat, wohl aber jetzt, wenn Bäume des Hambacher Forsts gefällt werden
müssen – übrigens Bäume eines Waldes, der nie unter Naturschutz stand
wie beispielsweise der Tatenhausener Wald bei Halle, der für die
Trasse der neuen A 33 gerade schwer verwundet worden ist. Fakt ist
allerdings, dass der Hambacher Forst, in dem auch viele seltene Tiere
leben, inzwischen zu einem internationalen Symbol des Klimaschutzes
hochstilisiert worden ist. Ein falsches Symbol. Denn selbst wenn das
Ende der klimaschädlichen Braunkohle-Verstromung zehn oder 20 Jahre
früher erfolgen könnte, würde dies den Hambacher Forst nicht retten.
Er ist schon in Kürze für den Tagebau eingeplant. Der Kampf um den
Hambacher Forst ging schon vor Jahren verloren. Statt einen sinnlosen
Kampf zu kämpfen, der dann am Ende auch noch Verletzte fordern
könnte, sollten die Klimaschützer ihre ganze Energie darauf
verwenden, einen möglichst frühen Ausstieg aus der Braunkohle zu
erzwingen.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
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