Eigentlich wollte der Regisseur Danis Tanovic
aus Bosnien-Herzegowina einer armen Roma-Familie auf politischem Weg
helfen. Als er damit scheiterte, drehte er mit der Familie seinen
halbdokumentarischen Film „Eine Episode aus dem Leben eines
Metallsammlers“. Jetzt hat der Regisseur auf der Berlinale den Großen
Preis der Jury erhalten und damit internationale Aufmerksamkeit
errungen. Das wiederum könnte auch die desinteressierten Politiker
seines Landes zum Nachdenken bringen. Kunst wirkt, und die Berlinale
hat ihrem Ruf, ein politisches Festival zu sein, alle Ehre gemacht.
Die Jury hat den Scheinwerfer auf das starke osteuropäische Kino
gerichtet. Das ist eine Ermutigung der Künstler, die sich kritisch
mit Gesellschaft und Politik auseinandersetzen. Und eine Ermutigung
des Publikums, neugierig zu sein auf diese Lebenswelten. Zwar nicht
überraschend, aber wichtig ist auch das politische Signal, das die
Berlinale-Jury in den Iran schickt, indem es den mit Arbeitsverbot
und Hausarrest belegten Regisseur Jafar Panahi auszeichnet. Bleibt zu
hoffen, dass alle prämierten Filme den Weg ins Kino finden.
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