Seit etlichen Jahren sieht sich die Bundeswehr
mit grundlegenden Veränderungen konfrontiert. Ihre Soldaten
verrichten ihren Dienst nun häufig im Ausland. Gefährliche Einsätze
auf dem Balkan, in Afghanistan und am Horn von Afrika verlangen
Spezialisten. Unter anderem auch deshalb wurde die Wehrpflicht
abgeschafft. Weil sich die Welt verändert hat und es den alten
Ost-West-Konflikt nicht mehr gibt, ist es zudem durchaus sinnvoll,
die Truppenstärke zu reduzieren und hierzulande einige Standorte zu
schließen. Allerdings muss bei dem gesamten Reformeifer auch bedacht
werden, dass viele Aufgaben der Bundeswehr in der Heimat weiter zu
erfüllen sind. So gilt es zum Beispiel, Kasernen und Munitionsdepots
dauerhaft zu bewachen. Würde hier geschludert, könnte das von
politischen Extremisten ausgenutzt werden und fatale Konsequenzen
haben. Die Idee, Reservisten zu aktivieren, und sie auf freiwilliger
Basis bei Bedarf für diese Aufgaben heranzuziehen, hat auf den ersten
Blick durchaus ihren Charme. Allerdings darf ihr Wach-Einsatz nicht
flächendeckend werden. Er sollte die Ausnahme bleiben. Dafür könnte
letzten Endes aber schon die Kraft des Faktischen sorgen: Kaum ein
Reservist wird es wegen der freiwilligen Dienste auf einen Konflikt
mit seinem Arbeitgeber ankommen lassen.
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