Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Streit um die Zukunft des Waldes Debatte hat nun Kontur Matthias Bungeroth

Die Stürme, die Dürre und die Schäden durch den
Borkenkäfer haben ein Gutes: Die Zukunft des deutschen Waldes ist auf
der Tagesordnung der großen Politik in einer Schnelligkeit in eine
Spitzenposition gerückt, die sie unter anderen Umständen – leider –
nie erhalten hätte. Nun überbieten sich die Landwirtschafts- und die
Umweltministerin mit Vorschlägen, wie man den Wald für die kommenden
Generationen sichern kann. Das ist hervorragend, denn so gewinnt das
Thema an Wertigkeit. Umweltministerin Svenja Schulze gebührt das
Verdienst, initiativ inhaltliche Aussagen getroffen zu haben, die
zuvor noch nicht genug Beachtung bekommen haben. Die Bedeutung des
Waldes für die Verbesserung des Klimas sollte höchste Priorität
haben. Diesen Faktor zu einem wichtigen Kriterium zu machen, wenn es
darum geht, Milliardenbeträge an die Forstbehörden zu verteilen, ist
unabdingbar. Eine Förderung nach dem Gießkannen- oder Windhundprinzip
wäre fatal. Auch viele Forstfachleute wissen heute nicht recht, wie
die ideale Forststruktur von übermorgen aussieht. So sind jüngst auch
Baumarten zerstört worden, die man noch vor kurzer Zeit für resistent
hielt. Einig sind sich beide Ministerien in einem : Es muss rasch
gehandelt werden. Das ist gut so.

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