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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Verfassungsschutzbericht Wenn Ärger zu Hass wird Christina Zimmermann

Lautstarke Proteste vor Flüchtlingsheimen, gegen
die Menschen, die dort einziehen sollen. Mancherorts brennen sie
auch, die Unterkünfte, die für diejenigen bereitstehen, die sonst
nichts mehr haben. Ein Bürgermeister tritt aus Angst vor rechten
Übergriffen zurück. Das alles gibt nicht mehr nur Anlass zur Sorge.
Es ist höchste Zeit zu handeln. Das bestätigt der neue
Verfassungsschutzbericht. Demnach sind die rechtsextremistischen
Straftaten auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren. Natürlich, für
die Staatsmänner lauert die Gefahr vom rechten Rand, vom linken Rand
oder im Ausland. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und ihre
salafistischen Ableger in Deutschland machen dem Verfassungsschutz
Sorgen. Das sei sogar die größte Bedrohung. Die Politik sollte aber
ihren Blick mehr in Richtung Mitte der Gesellschaft lenken und
Orientierung geben. Eine andere Einwanderungspolitik und mehr
Aufklärung sind nötig. Denn gerade in einer Zeit, in der überall von
Flüchtlingen, ihrer Unterbringung und dem Satz „Wer soll das
bezahlen?“ die Rede ist, sehen Gruppierungen mit eher rechter
Gesinnung eine Chance, Überzeugungsarbeit leisten zu können. Das sah
man auch an Pegida. Die Menschen sind irritiert, Irritation mündet in
Ärger, Ärger in Hass. Und Hass führt zu brennenden
Asylbewerberheimen, wenn niemand eingreift.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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