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neues deutschland: Kommentar zu den jüngsten Terroranschlägen in Afghanistan

In Katar verhandeln die Taliban und die USA in
diesen Tagen über den Abzug der US-Streitkräfte nach über 17 Jahren
Dauereinsatz in Afghanistan. Eine zentrale Bedingung dafür soll sein,
dass die Taliban Garantien dafür aussprechen, dass zukünftig keine
Terrorgruppen in dem Land einen Zufluchtsort finden. Doch wer sich
beispielsweise daran erinnert, wie die Talibanregierung vor 2001 etwa
die Ethnie der Hazara massakrierte, wird merken, dass diese überhaupt
keine religiösen Extremisten von außerhalb brauchten, um eine
Terrorherrschaft zu etablieren. Es gibt afghanische Stimmen, die
beklagen, die USA würden sie mit ihrem Abzug der Taliban zum Fraß
vorwerfen. Das stimmt leider nicht, denn um jemanden im Stich zu
lassen, muss man sich für ihn interessiert haben. Und die Taliban
wurde einst von der USA mit Elan bewaffnet, als es darum ging, den
»Kommunismus«, also den Einmarsch der Sowjetunion 1979, zu stoppen.
Damals reiste sogar Rambo in einem propagandaträchtigen
Hollywood-Blockbuster an den Hindukusch, um die »Befreiungskämpfer«,
wie man sie damals nannte, in ihrem Kampf für die Freiheit zu
unterstützen. Als die Sowjetarmee vertrieben war störte es niemand,
dass die Taliban nun ihre eigene Bevölkerung unterdrückten. Es ging
den USA damals wie heute nur um den eigenen Frieden, nicht um den der
Menschen vor Ort.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

Original-Content von: neues deutschland, übermittelt durch news aktuell

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