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Pirateriebedrohung besteht weiter trotz harten Durchgreifens

Laut IMB-Bericht wurde im dritten Quartal 2016 mit nur 42 gemeldeten Piraterieangriffen weltweit der tiefste Stand der gemeldeten Fälle seit 1996 erreicht. Für die ersten drei Quartale zusammen wurden insgesamt 141 Vorfälle registriert, dies stellt einen Rückgang um rund 25 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres dar.

Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten 111 Schiffe geentert, fünf entführt, zehn beschossen und 15 Angriffe abgewehrt. Gewaltsame, bewaffnete Entführungen und Geiselnahmen sind besonders vor der westafrikanischen Küste und in Südostasien noch verbreitet. Die Piraten brachten in den ersten 9 Monaten dieses Jahres 110 Besatzungsmitgliedern in ihre Gewalt. Davon wurden 49 gekidnappt, um Lösegeld zu erpressen. Nigeria, ein Hotspot der Pirateriegefahr, ist für 26 Prozent aller Vorfälle verantwortlich, gefolgt von Indonesien, Malaysia, Guinea und der Elfenbeinküste.

„Wir sind erfreut über die Bemühungen von nationalen und internationalen Behörden sowie der Schifffahrtsbranche, gegen Piraterie vorzugehen. Die weiterhin bestehende Gefahr für Besatzungsmitglieder sollte eine Warnung an alle Kapitäne und Behörden vor Ort sein, wachsam zu bleiben,“ sagt Pottengal Mukundan, Direktor des IMBs, das seit 1991 die Weltpiraterie dokumentiert.

Positive Entwicklung in Indonesien
Ein enormer Rückgang von minderschweren Vorfällen in Indonesien ist einer der Gründe für den aktuellen positiven Trend. Zwar fanden in indonesischen Gewässern noch 34 der weltweit gemeldeten 110 Geiselnahmen in den ersten neun Monaten statt, allerdings ist die Gesamtzahl der Angriffe von 86 in den ersten neun Monaten 2015 auf 33 im Vergleichszeitraum 2016 gesunken. Zu diesem Rückgang hat nach Angaben des IMB die indonesische Marinepolizei beigetragen. Das IMB wird die Hochrisikoregion weiterhin im Blick haben und dort mit den nationalen Behörden zusammenarbeiten. Auch aus Vietnam wurde ein Rückgang gemeldet.

Hot-Spot Nigeria: Geiselnahmen und bewaffnete Überfälle
Nigeria bleibt ein Hot-spot für gewaltsame Piraterievorfälle. 2016 wurden in den ersten neun Monaten 31 Angriffe von bewaffneten Gruppen aus den nigerianischen Flussgebieten, Ankerplätzen und Häfen sowie dem Küstenbereich von 118 Seemeilen gemeldet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 12 gemeldete Vorfälle. Das IMB geht davon aus, dass die Dunkelziffer zudem weit höher liegt.

Somalia bleibt risikoreich
Vor den Küsten Somalias wurde im dritten Quartal kein Angriff gemeldet und aus dem Golf von Aden in den ersten neun Monaten nur ein erfolgloser Piratenüberfall. Gleichwohl kann für das Gebiet keine Entwarnung gegeben werden. Das IMB ruft Kapitäne weiterhin zur Vorsicht bei der Durchfahrt auf und empfiehlt die Best-Management-Praktiken (BMP) der internationalen Organisationen des Seeverkehrssektors zum Eigenschutz und zur Verhütung seeräuberischer Handlungen anzuwenden.

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