
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im politischen Diskurs hat sich zuletzt zu einem Kampfgebiet entwickelt, auf dem zwar nicht scharf geschossen, doch mit spitzer Feder respektive klandestinen Algorithmen gestritten wird. Der Lärm gilt der Frage, welcher Hilfsmittel sich diejenigen bedienen dürfen, die sich öffentlich zu Wort melden. Das ist nicht trivial. Letztlich geht es um die Frage, was den Menschen überhaupt ausmacht.(…) Der thüringische Ministerpräsident Voigt dementiert nicht, dass weitere seiner Verlautbarungen maschinell erstellt wurden, darunter eine Holocaust-Gedenkrede. Auch auf diese Weise kann man den Ermordeten die Würde nehmen. Selbstverständlich und nachvollziehbar hat kein Spitzenpolitiker die Zeit und den Kopf, alle seine Reden selbst zu schreiben, außer vielleicht die wichtigsten. Dafür gibt es Mitarbeiter, die ihn kennen – und mit denen er sich austauscht. Wenn es auch dafür nicht reicht, gibt es einen Ausweg: Schweigen.
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