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Rheinische Post: Ein schwieriger Staatsbesuch Kommentar Von Eva Quadbeck

Wenn Präsident Erdogan Ende September nach
Deutschland kommt, prallen die Interessenslagen aufeinander. Beide
Seite wollen den zuletzt wieder diplomatisch-höflichen Umgangston
beibehalten. Doch viel mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht.
Deutschland möchte die Türkei als strategischen Partner pflegen.
Zugleich müssen Präsident Steinmeier und Kanzlerin Merkel ihre Kritik
an den autoritären Strukturen der Türkei zum Ausdruck bringen. Die
türkische Seite wiederum will sich in ihre inneren Angelegenheiten
nicht hineinreden lassen, wünscht aber bessere Beziehungen zu
Deutschland. Diese sind für das ökonomisch taumelnde Land am Bosporus
zentral. Die Nagelprobe für den Staatsbesuch wird die Frage, in
welchem Rahmen Erdogan seine Landsleute trifft. Sollte er sich über
die Wünsche seiner Gastgeber hinwegsetzen, fallen die diplomatischen
Beziehungen auf den schlechten Stand der Jahre 2016 und 2017 zurück.
Daran hat Erdogan kein Interesse. Präsidialamt und Regierung wiederum
können nur einer Zusammenkunft Erdogans mit seinen Landsleuten
zustimmen, die nicht einer Machtdemonstration gleichkommt. Ein
zurückhaltend inszenierter Moschee-Besuch kann den passenden Rahmen
bieten.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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