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Rheinische Post: Kommentar / Terror gegen Touristen – eiskalt geplant = Von Helmut Michelis

Der Terror in Lyon und Sousse weckt nicht nur
schreckliche Erinnerungen an die Angriffe auf die Satire-Zeitung
„Charlie Hebdo“ und das tunesische Nationalmuseum. Er zeigt auch die
Machtlosigkeit des Einzelnen, der zufällig zum falschen Zeitpunkt am
falschen Ort ist. Offenbar ist der perfide Plan der Terrormiliz
„Islamischer Staat“ aufgegangen, gerade jetzt zu Angriffen
aufzurufen. Zu Ferienbeginn nicht nur in einer europäischen
Großstadt, sondern auch in einer beliebten Urlaubshochburg zu morden,
das soll nicht nur Panik und Entsetzen auslösen. Es zielt ebenso auf
die Staaten, deren Haupteinnahmequelle der Tourismus ist; es soll sie
bis zum Kollaps destabilisieren. Fassungslos machen die Bilder der
Getöteten am Strand. Tod durch Terror ist die schrecklichste Art,
sinnlos zu sterben. So entfalten Anschläge in Urlaubsgebieten eine
tückische Wucht. Sie ist viel größer als die Furcht vor Unfällen,
Krankheiten oder kriminellen Übergriffen, denen deutlich mehr
Urlauber zum Opfer fallen. Verachtung ist angebracht gegenüber den
eiskalt kalkulierenden Terror-Planern und ihren skrupellosen
Schergen, nicht aber diffuse Angst im Alltag. Dem Touristen bleibt
ohnehin nur, in jeder Situation aufmerksam zu sein.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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