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Saarwirtschaft: Eurokrise bremst Wachstum

Noch spüren nur relativ wenige saarländische Unternehmen die Schuldenkrise im Euroraum in ihrem Tagesgeschäft. Vor dem Hintergrund der jüngsten Zuspitzung der Euro-Krise ist ihre Zuversicht für den weiteren Konjunkturverlauf im Juli aber deutlich gesunken. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Saarland, an der sich 300 Unternehmen mit rund 120.000 Beschäftigten beteiligten. Danach ist der IHK-Konjunkturklimaindex, der die aktuelle Geschäftslage und die Aussichten der Unternehmen für die kommenden sechs Monate widerspiegelt, von zuvor 153 auf nun 150 Punkte gesunken. Er fiel damit auf seinen tiefsten Stand seit dem vergangenen Dezember. Während sich die Beurteilung der aktuellen Lage nur leicht von 34,7 auf 32,1 Punkte verschlechterte, haben sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate deutlich von 10,0 auf 5,4 Zähler eingetrübt. „Das signalisiert, dass die Saarwirtschaft zwar auch in den Sommer- und Herbstmonaten weiter wächst, die weiteren Zuwächse aber geringer ausfallen werden als in der ersten Jahreshälfte. Die schwächelnde Konjunktur in den USA und die nachlassende Dynamik in Südostasien machen es immer schwieriger, die Nachfragerückgänge in Europa auszugleichen. Hinzu kommt, dass die deutsche Wirtschaft angesichts der erneut gestiegenen Risiken im Euroraum zusätzliche Investitionen hinauszögert. Positive Impulse kommen dagegen weiterhin vom privaten Verbrauch, der durch die robuste Lage auf dem Arbeitsmarkt gestützt wird.“ So kommentierte IHK-Konjunkturexperte Heino Klingen die Ergebnisse der Umfrage.
Derzeit bewerten 43 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 46 Prozent mit befriedigend und 11 Prozent mit schlecht. Der IHK-Lageindikator als Saldo aus Gut- und Schlechtmeldungen bewegt sich mit aktuell 32,1 Punkten weiterhin deutlich über seinem langfristigen Durchschnittswert und auch über dem vergleichbaren Ifo-Indikator für die deutsche Wirtschaft im Ganzen.
Gute Geschäfte melden der Maschinenbau, der Stahlbau sowie die Medizin- und Automatisierungstechnik. Mit Abstrichen gilt das auch für die Unternehmen aus der Elektroindustrie, der Ernährungswirtschaft und die Hersteller von Metallwaren.
Im Fahrzeugbau drückt die Absatzschwäche im südlichen Euroraum die Stimmung. Hier stockt gegenwärtig vor allem der Absatz von Autos im Klein- und Kompaktwagensegment. Insgesamt bewertet der Fahrzeugbau seine Geschäftslage aber noch überwiegend mit gut oder befriedigend.
In der Bauwirtschaft ist die Lage gespalten. Während es im Gewerbe- und privaten Wohnungsbau gut zu tun gibt, mangelt es im Tiefbau wegen der knappen öffentlichen Kassen an Aufträgen.
Bei den haushaltsnahen Dienstleistern und im Handel ist die Lage vorwiegend gut. Sie profitieren von der guten Beschäftigungslage und steigenden Einkommen der Konsumenten. Gute Geschäfte melden auch die IT-Branche und das Verkehrsgewerbe. Im Hotel- und Gaststättenbereich ist die Lage eher durchwachsen, wobei insbesondere das schlechte Sommerwetter die Stimmung trübt.

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