Solidaritätsbekundung zu den streikenden Studierenden in Österreich

Auch wir haben dieses Jahr in Deutschland während des Bildungsstreiks auf
die Probleme im Hochschulbereich aufmerksam machen können. Das war
zwingend notwendig, denn auch hier haben wir mit den gleichen
Ungerechtigkeiten zu kämpfen, die sich während den letzten Jahren im
gesamten Bologna-Raum zunehmend gezeigt haben.

Obwohl es auch heute noch zahlreiche Bundesländer gibt, die ohne Studiengebühren auskommen,
werden diese wider besseren Wissens immer öfter durchgesetzt.
Dies führt zu einer sozialen Auslese, die wir nicht unterstützen.
Weitere finanzielle Zugangsbarrieren verschärfen diese
Situation, dadurch wird vielen Interessierten der Eintritt ins Studium
verwehrt.
Diese Maßnahmen lassen sich wohl darauf zurückführen, dass schlichtweg ein
Kapazitätsproblem an den österreichischen Hochschulen vorherrscht.
Statt jedoch die wenigen vorhandenen Studienplätze zu rationieren,
müssen die Kapazitäten ausgebaut werden!
Desweiteren fordern wir für alle Bachelor-AbsolventInnen einen rechtlichen
Anspruch auf Zulassung zum Masterstudium und die damit verbundene
Abschaffung der entsprechenden Hürden.

Wir als Studierendenvertreter sehen die persönliche Wesensentwicklung der
Studierenden während ihrer Studienzeit als Kernelement der Bildung und
unterstützen daher die Forderungen nach einer Abkehr von der Ausrichtung
auf eine rein wirtschaftliche Verwertbarkeit des Studiums.
Zudem ist es leider immer noch der Regelfall, dass im universitären
Betrieb katastrophale Arbeitsbedingungen herrschen und Gleichstellung nur
auf dem Papier existiert.
Hochschulen müssen aus unserer Sicht, auch wegen ihrer Ausstrahlung auf
die Gesellschaft, endlich darauf hinwirken, in diesen Bereichen
vorbildlich zu agieren.

Diese Ziele lassen sich allerdings nur an einer ausfinanzierten Hochschule
mit demokratischer Mitbestimmung aller ihrer Mitglieder realisieren. Doch
die kann nur durch transparente Entscheidungsfindungsprozesse auf allen
Ebenen, insbesondere der Mittelvergabe in Forschung und Lehre, erreicht
werden.

Aus diesen Gründen begrüßen wir Eure Aktionen und wünschen uns, dass
daraus eine konstruktive Diskussion mit den Verantwortlichen erwächst, die
konkrete Verbesserungen in Richtung freier Bildung in demokratischen
Hochschulen bewirkt.

Wir, die FaVeVe der Universität Stuttgart, stehen hinter Euch! Viel Erfolg!

Phillip Rohrbacher, Nils Langer, Pablo V. Hildebrandt
Fachschaften VertreterInnen Versammlung Universität Stuttgart

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