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Special Breakthrough Prize für Grundlagenphysik geht an Jocelyn Bell Burnell für die Entdeckung von Pulsaren

Das Auswahlgremium des
Breakthrough Prize für Grundlagenphysik gab heute einen Special
Breakthrough Prize im Bereich Grundlagenphysik bekannt, der an die
britische Astrophysikerin Jocelyn Bell Burnell für ihre Entdeckung
von Pulsaren (erste Bekanntgabe der Entdeckung war im Februar 1968)
und ihr inspirierendes wissenschaftliches Lebenswerk in den
vergangenen fünfzig Jahren geht.

Bell Burnell erhält den Preis „für grundlegende Beiträge zur
Entdeckung von Pulsaren und ihr inspirierendes Lebenswerk mit
besonderen Verdiensten um die wissenschaftliche Gemeinde“. Pulsare
sind eine stark magnetisierte, schnell rotierende Form der
superdichten Sterne, die als Neutronensterne bekannt sind. Ihre
Entdeckung war eine echte Sensation in der Geschichte der Astronomie.
Plötzlich waren Neutronensterne keine Fiktion mehr, sondern Realität.
Unter anderem konnte jetzt Einsteins Relativitätstheorie auf den
Prüfstand gestellt werden, und es führte zu einem neuen Verständnis
des Ursprungs der schweren Elemente des Universums.

Yuri Milner, einer der Gründer der Breakthrough Prizes, sagte:
„Professor Bell Burnell hat diesen Preis mehr als verdient. Mit ihrem
Wissensdurst, ihrer Beobachtungsgabe und ihrer rigorosen Analyse hat
sie einige der interessantesten und mysteriösesten Objekte des
Universums entdeckt.“

Der Special Breakthrough Prize in Grundlagenphysik kann zu jeder
Zeit verliehen werden, um besondere wissenschaftliche Verdienste zu
würdigen. Der Special Prize wird zum vierten Mal verliehen. Frühere
Preisträger waren unter anderem Stephen Hawking, sieben
CERN-Wissenschaftler, die maßgeblich an der Entdeckung des
Higgs-Boson beteiligt waren, und die gesamte LIGO-Kollaboration, die
Gravitationswellen entdeckt hat.

Fünfzig Jahre nach ihrer bahnbrechenden Entdeckung von Pulsaren
wird Bell Burnell am Sonntag, den 4. November 2018 beim Festakt für
den 2019 Breakthrough Prize zusammen mit den Preisträgern des
jährlichen Preises für Physik und den Gewinnern der Breakthrough
Prizes in Biowissenschaften und Mathematik sowie der Breakthrough
Junior Challenge geehrt.

Entdeckung von Pulsaren

Mitte der 60er-Jahre arbeitete Jocelyn Bell Burnell als
Doktorandin mit Anthony Hewish an der University of Cambridge. Bei
der Auswertung der Daten eines neuen Radioteleskops, das sie
mitentwickelt hatte, entdeckte sie ein eigentümliches Signal:
gleichmäßige pulsierende Radiowellen. Mit Beobachtungsgabe und
Beharrlichkeit charakterisierte sie das Signal und zeigte, dass es
seinen Ursprung im Weltall hatte. Sie hatte Pulsare entdeckt. Hewish
teilte sich 1974 den Nobelpreis in Physik mit Sir Martin Ryle „für
seinen entscheidenden Beitrag zur Entdeckung von Pulsaren“.

Die Pulsare, an deren Entdeckung Bell Burnell so maßgeblich
beteiligt war, gehören zu den Wundern der Natur. Die Sterne sind etwa
so groß wie San Francisco mit einer Masse, die der der Sonne
entspricht. Sie sind reich an Neutronen (Bestandteile des Atomkerns)
und können so schnell rotieren, dass die Teilchen annähernd
Lichtgeschwindigkeit erreichen.

„Jocelyn Bell Burnells Entdeckung der Pulsare wird als eine der
großen Errungenschaften in die Geschichte der Astronomie eingehen“,
sagte Edward Witten, Vorsitzender des Auswahlgremiums. „Bis dahin
wusste niemand wirklich, wir Neutronensterne – wenn sie denn
existierten – beobachtet werden könnten. Plötzlich gab uns die Natur
eine unglaublich genaue Methode zur Beobachtung dieser Objekte, und
dies hat zu zahlreichen späteren Fortschritten geführt.“

Die Untersuchung von Pulsaren hat einige der striktesten Tests der
Allgemeinen Relativitätstheorie hervorgebracht und zum ersten Mal den
empirische Nachweis von Gravitationswellen geliefert. In einem der
spannendsten astronomischen Ereignisse der jüngeren Zeit wurde die
Verschmelzung zweier Neutronensterne vom LIGO durch
Gravitationswellen und von verschiedenen anderen Sternwarten durch
ein breites Spektrum elektromagnetischer Wellen nachgewiesen. Solche
sogenannten Hypernovae sind eine der primären Quellen von schweren
Elementen wie Gold, die zu unserem Alltag gehören.

Die schnell rotierenden Pulsare strahlen Radiowellen, sichtbares
Licht, Röntgenstrahlen oder Gammastrahlen ab wie ein Leuchtturm,
dessen Lichtstrahl den Himmel abtastet. Genau diese Radiowellen hat
Bell Burnell entdeckt. Die regelmäßig pulsierenden Pulsare sind
außergewöhnlich genaue natürliche Zeitgeber, genau bis auf ein
billiardstel. Mit anderen Worten: Ein heute aktiver Pulsar hat sich
seit dem Zeitalter der Dinosaurier nur um eine Sekunde verlangsamt.
Aufgrund dieser Eigenschaften haben Pulsare Astrophysikern dabei
geholfen, unsere Galaxie und das sichtbare Universum zu
kartografieren.

Lebenswerk mit besonderen Verdiensten

Im zurückliegenden halben Jahrhundert hat sich Bell Burnell in der
Astronomie große Verdienste erworben. Sie lehrt an mehreren
Forschungseinrichtungen und hat in führenden Positionen gedient,
beispielsweise als Projektleiterin am James Clerk Maxwell Telescope
in Hawaii. Schon immer eine Verfechterin der Wissenschaften, der
Lehre und der STEM-Bildung (Science, Technology, Engineering,
Mathematics), hat sie als Präsidentin der Royal Astronomical Society
gedient und wurde als erste Frau zur Präsidentin des Institute of
Physics und der Royal Society of Edinburgh ernannt. Bell Burnell ist
derzeit Gastprofessorin für Astrophysik an der University of Oxford
und Kanzlerin der University of Dundee. Für ihre Verdienste um die
Astronomie wurde ihr 1999 der Titel CBE und 2007 der Titel DBE
verliehen.

Special Breakthrough Prize für Grundlagenphysik

Ein Special Breakthrough Prize für Grundlagenphysik kann vom
Auswahlgremium jederzeit verliehen werden, zusätzlich zum
Breakthrough Prize, der über das normale jährliche
Nominierungsverfahren zuerkannt wird. Anders als der jährliche
Breakthrough Prize für Grundlagenphysik beschränkt sich der Special
Prize nicht auf Entdeckungen in jüngster Vergangenheit.

Dem Auswahlgremium für den Breakthrough Prize für Grundlagenphysik
gehören an: Nima Arkani-Hamed, Charles Bennett, Lyn Evans, Michael B.
Green, Alan Guth, Joseph Incandela, Takaaki Kajita, Alexei Kitaev,
Maxim Kontsevich, Andrei Linde, Arthur McDonald, Juan Maldacena,
Lyman Page, Saul Perlmutter, Alexander Polyakov, Adam Riess, John H.
Schwarz, Nathan Seiberg, Ashoke Sen, David Spergel, Andrew
Strominger, Kip Thorne, Cumrun Vafa, Yifang Wang, Rainer Weiss,
Edward Witten.

Breakthrough Prize für Grundlagenphysik

Der Breakthrough Prize in Grundlagenphysik ehrt Persönlichkeiten,
die bedeutende Beiträge für das menschliche Wissen geleistet haben.
Dieser Preis steht allen Physikern offen – theoretischen,
mathematischen und experimentellen -, die sich mit den tiefsten
Mysterien des Universums beschäftigen. Der Preis kann unter jeglicher
Anzahl von Wissenschaftlern aufgeteilt werden.

Breakthrough Prize

Die Breakthrough Prizes zeichnen mittlerweile im siebten Jahr die
weltweit führenden Wissenschaftler aus. Jeder Preis ist mit einem
Preisgeld von 3 Millionen US-Dollar dotiert. Pro Jahr werden bis zu
vier Preise im Bereich der Biowissenschaften, einer in
Grundlagenphysik und einer in Mathematik vergeben. Darüber hinaus
werden jedes Jahr bis zu drei „New Horizons“-Preise in Physik und bis
zu drei „New Horizons“-Preise in Mathematik an vielversprechende
jüngere Forscher verliehen. Die Preisträger nehmen an einer im
Fernsehen übertragenen Preisverleihung zur Anerkennung ihrer
Verdienste teil, die auch die nächste Generation von Wissenschaftlern
inspirieren soll. Im Rahmen der Feierlichkeit nehmen sie ebenfalls an
einem Programm von Vorlesungen und Diskussionen teil.

Begründer der Breakthrough Prizes waren Sergey Brin, Priscilla
Chan und Mark Zuckerberg, Ma Huateng, Yuri und Julia Milner und Anne
Wojcicki. Auswahlgremien, die sich aus früheren Preisträgern der
Breakthrough Prizes zusammensetzen, wählen die Gewinner aus.

Informationen über die Breakthrough Prizes erhalten Sie unter
www.breakthroughprize.org.

Begleitmaterial zu dieser Mitteilung, einschließlich eines Videos
und Fotos von Dr. Burnell, können hier (https://we.tl/t-hGZzLWwFrA)
heruntergeladen werden.

2018 Special Breakthrough Prize in Grundlagenphysik

Jocelyn Bell Burnell

University of Oxford und University of Dundee

Für grundlegende Beiträge zur Entdeckung von Pulsaren und ihr
inspirierendes Lebenswerk mit besonderen Verdiensten um die
wissenschaftliche Gemeinde.

Foto – https://mma.prnewswire.com/media/740277/Breakthrough_Prize_
__Jocelyn_Bell_Burnell.jpg

Pressekontakt:
Medienanfragen bitte an media@breakthroughprize.org oder Rubenstein
Communications, Inc.
New York
NY
Janet Wootten
jwootten@rubenstein.com
212.843.8024

Original-Content von: Breakthrough Prize, übermittelt durch news aktuell

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