Urheberrecht im Internet: Bilder mit Wasserzeichen schützen

Einen wirklichen Schutz vor dem digitalen Bilderklau gibt es im Internet nicht. Wer seine Rechte durchsetzen will, braucht einen langen Atem. Ein Wasserzeichen hilft dabei. 

In Zeiten wachsenden Social-Media-Outputs ist der Bedarf an digitalen Bildern groß. Der Bilderklau ist im Netz so bequem, dass er quer durch die Bank betrieben wird, vom kleinen Blog bis zum großen Medienunternehmen. Immer wieder fliegen Fälle auf, bei denen Fotos ohne das Wissen der Urheber weiterverwendet werden – teils im großen Maßstab und in klar kommerziellen Kontexten.

Kopierschutz für digitale Bilder?

Einen Kopierschutz für digitale Bilder gibt es nicht, das ist schlicht nicht möglich. Sobald ein Bild im Internet veröffentlicht wird, ist es vor Diebstahl nicht mehr sicher. Zwar gibt es Programme, die verhindern, dass ein Bild mit der Funktion „Bild speichern unter“ direkt von der Webseite heruntergeladen werden kann. So schützt die Fotoplattform Flickr beispielsweise ihre Bilder, indem sie eine transparente GIF-Datei darüberlegt – drückt man auf Download, kriegt man nur die leere Hülle. Doch schon gegen einen simplen Screenshots, bei dem das Bild einfach abfotografiert wird, sind all diese Softwarelösungen wirkungslos. Wer seine Bilder zu 100 Prozent vor einem Diebstahl schützen will, der darf sie nicht ins Internet hochladen.

Prävention mit digitalen Wasserzeichen

Mitnichten müssen sich Privatpersonen wie Unternehmen den digitalen Diebstahl an ihren Werken gefallen lassen. Es heißt lediglich, dass die Durchsetzung des Urheberrechts im Internet eine kontinuierliche Anstrengung ist, die einen langen Atem erfordert.

Als eines der wichtigsten Mittel im Kampf gegen den Bilderklau hat sich dabei das digitale Wasserzeichen herausgestellt, das sowohl für Unternehmen als auch für den „Hausgebrauch“ ein wirkungsvolles Mittel ist. Dabei lassen sich zwei Verfahren unterscheiden, die beide als „digitale Wasserzeichen“ bezeichnet werden. Bei Ersterem wird ein sichtbarer Urheberrechtsvermerk in das Bild integriert, was es für andere unattraktiver macht, das Bild zu verwenden. Das lässt sich vielen gängigen Bildbearbeitungsprogrammen schnell und einfach machen, zum Beispiel mit dem kostenlosen Programm GIMP. Die zweite Möglichkeit ist, ein unsichtbares digitales Wasserzeichen in das Bild zu integrieren. Dieses enthält ebenfalls den gewünschten Urhebervermerk, ist aber für den normalen Nutzer nicht sichtbar. Auch für dieses Verfahren gibt es zahlreiche kostenlose Programme, beispielsweise Watermark Image.

Digitales Urheberrecht durchsetzen

Ebenso wie der sichtbare Vermerk stellt auch das digitale Wasserzeichen sicher, dass im Falle einer Rechtstreitigkeit die Faktenlage eindeutig geklärt ist. Denn ein unsichtbares digitales Wasserzeichen lässt sich zwar mit dem entsprechenden Wissen und Programmen aus dem Bild herausrechnen – allerdings nur mit einem hohen Verlust an Bildqualität. Beide Varianten bieten so eine wirkungsvolle Grundlage für die rechtliche Auseinandersetzung – einen Kopierschutz im herkömmlichen Sinne leisten sie nicht. Um das Recht zur Geltung zu bringen, greifen auch kleine und mittelständische Unternehmen immer häufiger auf die Dienstleistungen externer Agenturen und Kanzleien zurück. Für Medienunternehmen oder Firmen, die im Rahmen einer umfassenden digitalen Unternehmenskommunikation eigene Inhalte produzieren, lohnt sich diese Maßnahme allemal.

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