Vom Kopf bis zu den Füßen – Zusammenarbeit lässt grüßen!

„Schieb mal hier – nicht so stark! Ja, so geht’s.“ Oder: „Probier doch mal, den Fuß hier hoch zu nehmen!“ Oder: „Setz Du Dich doch auf meinen Schoß – dann kann ich die anderen beiden an den Füßen heben…“. Es herrscht aufregendes Treiben beim TugendProjekt zum Thema ‚Zusammenarbeit‘ in der siebten Klasse der Albert Schweitzer Schule Herrenberg.

An diesem Freitagmorgen gibt Petra Zienteck, Lehrerin und TugendProjekt-Kursleiterin, ihren Schülern folgende Aufgabe: Ein Spiel zur Zusammenarbeit. Es ähnelt der ‚Reise nach Jerusalem‘. „Doch anstatt dass in jeder Runde ein Mitspieler heraus fliegt, wird jeweils ein Stuhl entfernt. So werden die Sitzgelegenheiten immer weniger, dafür muss die Schülergruppe immer mehr miteinander kooperieren, damit alle einen Platz auf den weniger werdenden Stühlen finden.“, erklärt die Lehrerin.

In der schwierigen Aufgabe, dass alle auf einen Stuhl passen sollen, stellt einer der Jungen gleich fest: „Da ist Teamarbeit gefragt!“. Bis zum Ende sind alle überzeugt: „Das schaffen wir!“. Doch als dann die Aufgabe beim letzten Stuhl wirklich schwierig zu werden scheint, gibt es die ersten Zweifel. Ein Schüler sitzt abseits auf einem Stuhl: „Das wird doch eh nichts.“ Die anderen ziehen inzwischen ihre Schuhe aus, um geschicktere Positionen aufeinander und miteinander zu finden.

Gemeinsam eine Lösung für ein Problem zu finden, das sei oft der Knackpunkt bei der Teamarbeit. Nicht immer selbst im Mittelpunkt stehen zu können, auch mal auf die anderen zu hören, verschiedene Möglichkeiten zur Lösung auszuprobieren – das alles erfordere ein hohes Maß an Rücksichtnahme und Durchhaltevermögen. „Mit den gemeinsamen Übungen soll die Schulklasse in echten Situationen ihre selbst erkannten Kriterien für gute Zusammenarbeit umsetzten lernen. Und sollen auch feststellen, wo die Schwierigkeiten liegen. Denn nur so geben sie nicht gleich auf, auch wenn eine Aufgabe auf den ersten Blick unlösbar erscheint.“ ,fährt Petra Zienteck fort.

Durch motivierende Zurufe innerhalb der Klasse ist dann auch der Aussteiger wieder mit an Board – nur gemeinsam mit ihm kann die Aufgabe erfüllt werden. Sich dazu zu überwinden auf andere zu hören, auch wenn es nicht der eigene Weg gewesen wäre, trotzdem aber mitzumachen und so zum gemeinsamen Gelingen der Aufgabe beizutragen, das hat die Klasse mit der Übung zu ‚Zusammenarbeit‘ erfahren.

Zum Abschluss der Schulstunde werden die von den Schülern selbst zusammen getragene Definitionen von ‚Zusammenarbeit‘ im Tugendheft festgehalten. Und sie ähneln auf erstaunliche Art und Weise der Definition der Kanadierin Linda Kavelin Popov, die das TugendProjekt 1991 gegründet hat und nach deren Vorbild das TugendProjekt in Deutschland betrieben wird.

Doch wie fast immer im Leben: Selbstverständlich bedarf die Umsetzung im (Schul-)Alltag noch einer Menge Übung. Aber diese etwas andere Reise nach Jerusalem kann ein guter erster Weg sein, durch eigens gesammelte Erfahrungen Verhalten zu reflektieren und selbst die daraus notwendigen Konsequenzen für Zusammenarbeit zu erkennen.

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