Warum junge Menschen Finanzbildung benötigen…

Warum junge Menschen Finanzbildung benötigen…
 

Jugend und Verantwortungsbewusstsein sind erfahrungsgemäß zwei auf den ersten Blick schwer zu vereinbarende Begriffe. Gerade wenn es um das Thema Geld oder spezifischer um Bereiche wie Vermögensaufbau, Absicherung und Vorsorge geht, verliert die Jugend jedoch zunehmend ihre sprichwörtliche „Unschuld“. Finanzbildung war wohl noch nie so wichtig, wie heute. Warum ist dies so, welchen besonderen Herausforderungen müssen sich junge Menschen stellen und wie können Banken dazu beitragen, jungen Menschen durch Finanzbildung die finanzielle Zukunft zu sichern?

„Man muss nur mit kleinen Beträgen früh genug anfangen und darf es nie unterbrechen. Und wenn Sie mit 50 Euro im Monat anfangen, dann haben Sie eine sechsstellige Altersversorgung, wenn Sie dann mit 65 oder 68 in den Ruhestand gehen.“

Bundeskanzler Friedrich Merz ist nicht der Einzige, der mit solchen Empfehlungen eine Lösung für das wachsende Problem der gesetzlichen Rente präsentiert: private Vorsorge. Ungeachtet der Frage, ob und unter welchen konkreten Voraussetzungen diese Rechnung wirklich aufgeht, setzt sie zweierlei voraus: das Engagement der jungen Generation – denn nur wenn in jungen Jahren mit der individuellen Vorsorge begonnen wird, besteht tatsächlich die Chance, auch mit geringerem finanziellen Aufwand eine Lücke in der Altersvorsorge zu schließen – und darüber hinaus vor allen Dingen die erforderliche Kompetenz aufzubauen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Weichen zu stellen. Was es hierzu braucht, ist Finanzbildung als Ergebnis einer kompetenten und gleichzeitig pädagogisch zielgruppenorientierten Wissensvermittlung.

Spare in der Zeit… Wenn Sorglosigkeit zum Verhängnis wird

Zum Thema Finanzbildung stellt exemplarisch Dr. Klaus Hurrelmann, Soziologe und seit 2009 Professor für Public Health and Education an der Hertie School of Governance in Berlin fest:

„Der Gesetzgeber hat jungen Menschen eine große Verantwortung für die Zukunftsvorsorge auferlegt, aber versäumt, ihnen das Wissen und die Kenntnisse dazu zu vermitteln.“

In der Lebensrealität bedeutet dies, dass nach aktuellen Untersuchungen nur 52%* der Deutschen ab 18 Jahren regelmäßig in die private Altersvorsorge investieren. 40 %* der 18- bis 24-Jährigen geben sogar an, die Hauptverantwortung für die Altersvorsorge beim Staat zu sehen, weshalb sie selbst nicht oder nur wenig selbst investieren. Im Gegensatz dazu geben in Umfragen 20 %* der 14- bis 29-Jährigen an, Schulden zu haben. Objektiv betrachtet also eine besorgniserregende Entwicklung die vor allen Dingen eines belegt: Jungen Erwachsenen, die erste praktische Erfahrungen im Umgang mit dem eigenen Einkommen sammeln, fehlt die wünschenswerte Kompetenz, um schwerwiegende Fehler zu vermeiden und langfristig vernünftige und vor allen Dingen zielführende Entscheidungen zu treffen.

Versetzung gefährdet: Finanzbildung nach Lehrbuch

Da es bei der dringend erforderlichen Finanzbildung auf den ersten Blick um ein pädagogisches Angebot handelt, liegt der Gedanke nahe, diese Aufgabe den Schulen zu übertragen. Einen verpflichtenden Wirtschaftsunterricht gibt es bisher jedoch nur an einem Bruchteil deutscher Schulen und die systematische Vermittlung von Finanzwissen findet bisher nur auf Initiative einzelner Bundesländer statt und ist ansonsten ein sporadisches und rein freiwilliges Angebot einzelner Schulen oder sogar einzelner Lehrkräfte. Von staatlicher Seite wird in Gestalt des Finanz- und des Bildungsministeriums zwar schon seit 2023 an einer Finanzbildungsstrategie gearbeitet, trotz der Forderung einer großen Mehrheit von Lehrkräften wurden entsprechende Inhalte bisher aber nicht im Lehrplan verankert und auch das hierfür erforderliche Lehrmaterial fehlt weiterhin weitestgehend.

Fraglich ist jedoch auch, ob die Schule tatsächlich der richtige Ort ist, um Finanzwissen nachhaltig zu vermitteln. Auch wenn sich immer mehr Schulen und Lehrer um die Gestaltung eines zeitgemäßen Unterrichts bemühen, erlebt man doch in den allermeisten Schulen weiterhin klassischen Frontalunterricht mit „bewährten“ Lehrmitteln. Mit Lehrbuch und Tafel junge Menschen mit einem Thema zu erreichen, das ihnen in ihrem aktuellen Alltag noch weitgehend fremd ist, wird sicherlich nicht immer optimal gelingen. Ob ein weiteres Lehrangebot bei aktuell verbreitetem Lehrermangel und Schwierigkeiten der Aufrechterhaltung des Regelunterrichts überhaupt zu bewerkstelligen wäre, steht dabei noch auf einem ganz anderen Blatt. Gefragt sind deshalb nicht zuletzt Banken und Sparkassen, die einerseits von Hause aus das fachliche Know-how besitzen, wenn es um Inhalte geht und andererseits frei vom Korsett eines Lehrplans und althergebrachter Lehrmethoden sind.

Kompetenz in der Finanzbildung: Banken statt Schulbanken

Banken sind gefragt, verständlicherweise „trockene“ Themen wie den Umgang mit den eigenen Finanzen sowie die Planung und Organisation der eigenen finanziellen Zukunft inklusive Jahrzehnte in der Ferne liegender Aspekte wie der Altersvorsorge so zu vermitteln, dass junge Menschen zuhören, verstehen, verinnerlichen und idealerweise motiviert werden, sich frühzeitig freiwillig zu engagieren.

Damit dies gelingt, müssen aber auch Banken umdenken: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – je früher Finanzbildung mit Grundlagen ansetzt, je früher Vertrauen aufgebaut und Interesse generiert wird, desto effektiver kann sie gelingen. Gleichzeitig sind junge Menschen heute nicht mehr mit ihren Altersgenossen vor einigen Jahrzehnten zu vergleichen: Mit einem Sparschwein zum Weltspartag oder einem hauseigenen Comic-Heftchen sind „Digital Natives“ heute nicht mehr zu erreichen, geschweige denn zu begeistern.

Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler

Stattdessen müssen Banken sich die Lebenswelten der jungen Zielgruppe erschließen. Das heißt vor allen Dingen, online präsent zu sein und zielgruppengerechten Content anzubieten. Die sozialen Medien stehen hier weit oben auf der Liste einer altersgerechten Kommunikationsstrategie. Sie bieten eine große Vielfalt an Formaten, die geeignet sind, Zielgruppen von der jungen NextGen bis zu Studierenden und Berufseinsteigern anzusprechen: Reels, TikTok-Videos, Podcasts und weitere audiovisuelle Medienformate orientieren sich an den Konsumgewohnheiten der verschiedenen Altersgruppen. Finanzbildung verlangt von Banken und Sparkassen hier eine detaillierte Strategie, die Inhalte und Formate zielgruppenspezifisch genau plant und im Vorfeld genau erörtert, welche Themen relevant sind und wie im ersten Schritt die erforderliche Aufmerksamkeit generiert und langfristig Wissen nachhaltig vermittelt wird.

Websites in der Finanzbildung: Information ist keine Holschuld

Neben einer kontinuierlichen und strategisch geplanten Präsenz in den sozialen Medien ist die eigene Website für Banken und Sparkassen ein wesentliches Element eines systematischen Engagements im Bereich der Finanzbildung. Während eine Social-Media-Strategie aktiv den Kontakt zur Zielgruppe aufbauen soll, ist die Website gerade für die jüngere Zielgruppe der erste Anlaufpunkt auf der Suche nach relevanten und verlässlichen Informationen. Hier genießen Banken auch bei der jungen Generation weiterhin einen fachlichen Vertrauensvorschuss. Damit dieser auch beim Thema Finanzbildung effektiv genutzt werden kann, darf der Informationsbedarf nicht ins Leere laufen. Das heißt: Das Thema Finanzbildung muss explizit bedient werden und vor allen Dingen muss es leicht auffindbar sein. Junge Erwachsene sind nicht bereit, sich aufwendig durch Menüstrukturen zu navigieren, um herauszufinden, ob und wo sie Informationen zu Themen wie ETF, Altersvorsorge oder Vermögensaufbau finden.

Auch hier muss dabei eine Sprache und Formate gewählt werden, die den Konsumgewohnheiten der Zielgruppe entsprechen. Abgerundet wird das Angebot der Website durch digitale Services, bis hin zur App, die Interessierten einen niedrigschwelligen Zugang zum konkreten Beratungsangebot und Produkten bieten.

Neben dem digitalen Zugang können vor allen Dingen Banken und Sparkassen vor Ort eine Finanzbildungsstrategie um Präsenzformate erweitern. Events und Workshops sind hier ebenso zielführend einsetzbar wie Kooperationen mit Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen vor Ort.

„NextGen Finanzbildung 2026“ Unterrichtsbesuche dienen dem Lernziel

Engagement in der Finanzbildung ist für Banken und Sparkassen nicht nur eine Investition im Sinne einer Corporate Social Responsibility oder Imagepflege, sondern vielmehr ein mittelfristig unverzichtbares Element einer Wettbewerbsstrategie.

Gerade Banken vor Ort können sich auf diese Weise neue Zielgruppen erschließen und einen Gegenentwurf zur fortschreitenden Abwanderung junger Kunden zu reinen Online-Banken und Fintechs liefern. Insofern ist auch eine kritische Prüfung der Leistung einzelner Banken im Bereich der Finanzbildung legitim und sogar als Maßnahme objektiver Qualitätskontrolle sinnvoll. Mit dem neuen Testformat „NextGen Finanzbildung 2026“ liefert die Gesellschaft für Qualitätsprüfung eine Kontrollinstanz, die das Bildungsangebot der Banken und Sparkassen auf den Prüfstand stellt, herausragende Leistung würdigt und Nachholbedarf und Versäumnisse sichtbar macht.

* Quellen: AXA Vorsorge Report 2026 und Trendstudie „Jugend in Deutschland“

Die Gesellschaft für Qualitätsprüfung ist eine Gesellschaft, die sich ausschließlich mit der fundierten Qualitätsprüfung auf Basis von anerkannten Qualitätsstandards und Normen beschäftigt.

Wir – die Gesellschaft für Qualitätsprüfung – sind seit langem intensiv damit beschäftigt, die Finanzwelt mit den Augen des Kunden zu betrachten, denn die einzig relevante Instanz zur Bewertung von Güte (von Produkten und/oder Dienstleistungen) ist DER KUNDE und nur DER KUNDE!

Bei dieser Bewertung einer „gelebten Qualität am Kunden“ geht es neben der Kundenperspektive auch um die Anforderungen des Verbraucherschutzgedankens bzw. die Vorgaben aufgrund von aktuellen Standards und Regeln, die es in einer exzellenten Finanzberatung einzuhalten gilt.

Komplexe Beratungssachverhalte anschaulich, transparent und vor allem vollständig und korrekt zu präsentieren, ist nicht nur in der Bankenwelt eine ständige Herausforderung, sondern auch eine große Verantwortung gegenüber dem Kunden.

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