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Weser-Kurier: Zu VW schreibt Andreas Holling:

Endlich ist es vorbei, das unwürdige Drama an der
Spitze von Deutschlands größtem Autobauer. Zur Ruhe wird Volkswagen
nach den Machtkämpfen der vergangenen Tage wohl nicht so schnell
kommen. Zu tief scheinen die Gräben zwischen den Mächtigen des
Konzerns. Anders zumindest lässt es sich nicht erklären, dass der
Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch seinem Vorstandschef Martin
Winterkorn in rüder Manier öffentlich das Vertrauen entzieht. Doch
auch die Reaktion des restlichen Aufsichtsrats verwundert. Dessen
sechsköpfige Führungsriege – darunter Niedersachsens
Ministerpräsident und mehrere Gewerkschafter – attestiert dem
Konzernlenker per Pressemitteilung, der „bestmögliche Vorsitzende des
Vorstands für Volkswagen“ zu sein und verspricht ihm die
„uneingeschränkte Unterstützung“. Doch nicht nur das: Man wolle
Winterkorns Vertrag sogar noch verlängern, heißt es – eine Ohrfeige
für den Strategen Piëch. Dabei konnte VW unter Winterkorns Leitung
Umsatz und Gewinn steigern, verkaufte 2014 erstmals mehr als zehn
Millionen Autos. Ferdinand Piëch reicht der aktuelle Erfolg nicht. Er
sorgt sich um die Zukunft von Volkswagen. Doch mit seiner
Gutsherrenart hat er eine vernünftige Debatte über die Konzernführung
verhindert – und sich selbst einen Bärendienst erwiesen.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

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