Sitzenbleiben ist nicht per se schlecht. Leider
wird es in Deutschland von einem negativen Unterton begleitet. Wer
hängen bleibt, hat versagt. Dabei ist es an sich nicht dramatisch,
wenn ein Schüler merkt, dass er Defizite hat und die Stufe erneut in
Angriff nehmen will. So wird Wiederholen zum bewussten Schritt, nicht
zur Strafe. Sitzenbleiben als letztes Sanktionsschwert ist aber eine
falsche Idee. Viel sinnvoller wäre ein Modell, das freiwilliges
Sitzenbleiben anerkennt. Ein guter Pädagoge weiß, wann sein Schüler
überfordert ist und wird ihm raten können, die Stufe zu wiederholen,
wenn es nicht mehr anders geht. So profitiert der Schüler und der
Druck wird aus dem System genommen. Eines ist Sitzenbleiben nicht:
ein Garant für einen Ort wahrer Leistung. Dazu braucht es keine
Maßnahme, sondern aufmerksame Lehrer und Eltern. Sie sind es, die
gemeinsam das Wiederholen in die Wege leiten sollten. Von alleine
wird sich Sitzenbleiben jedenfalls nicht erledigen.
NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann will es mit individueller
Förderung überflüssig machen. Ganz so simpel ist das aber wohl nicht.
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