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Westfalen-Blatt: zur US-Zinserhöhung

Mit der flugs für »historisch« erklärten
Zinswende in den USA ist die Finanzkrise von 2008 »offiziell«
beendet. Die Rettung der Banken hat die Staaten in dieser Zeit sehr
viel Geld gekostet. Bezahlt wird die Rechnung aber bis heute vom
Steuerzahler und von den Anlegern. Der Nullzins bedeutet, dass sich
die Staaten billigst verschulden, während das Geld der Sparer de
facto jedes Jahr an Wert verliert. Das wird aber, weil Mario Draghi,
der Präsident der Europäischen Zentralbank, den Regierungen und nicht
den Anlegern und Steuerzahlern verpflichtet ist, trotz der
Entscheidung der Federal Reserve in New York weiter so bleiben. Wenn
wenigstens die Staaten die Gelegenheit nutzten, sich zu
entschulden! Stattdessen wird die Rückzahlung größtenteils späteren
Generationen überlassen, die aber aller Voraussicht nach wesentlich
höhere Zinsen bezahlen müssen. Viele, die sich um ihre
Altersversorgung sorgen, legen ihr Geld, um den Niedrigzins zu
umgehen, an der Börse oder in Immobilien an. Doch eine individuell
richtige Entscheidung kann, wenn alle ihr folgen, ganz andere
Konsequenzen haben. So steigen die Aktienkurse und die Renditen
verschlechtern sich. Und ob Immobilien den Wert behalten, für den
sie aktuell erworben werden, ist fraglich.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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