
Unser Technologiepartner Advantech, ein weltweit führender Anbieter von Embedded-IoT-Lösungen, präsentiert den AIR-411 – einen kompakten Edge-AI-Server für rechenintensive Anwendungen wie Halbleiterprüfung, medizinische Bildgebung, On-Premises Edge-LLMs und Multi-Kanal-Videoanalytik. Das System kombiniert Intel ® Bartlett-Lake-S-Prozessoren mit einer PCIe-Gen4-Erweiterung für leistungsstarke diskrete Grafikkarten und ermöglicht damit skalierbare KI-Inferenz direkt am Einsatzort. Advantech positioniert den AIR-411 insbesondere für Anwendungen, bei denen hohe Rechenleistung und lokale Datenverarbeitung zusammenkommen.
Hardware: Prozessor und GPU-Erweiterungsarchitektur
Der Prozessor der Bartlett-Lake-S-Generation arbeitet mit einer Basisfrequenz von 1,6 GHz und einer maximalen Turbo-Frequenz von 5,6 GHz. Advantech gibt bis zu 24 Kerne und 32 Threads sowie 36 MB Intel Smart Cache an, bei einer TDP von bis zu 65 W. Als Chipsatz kommt je nach Ausstattungsvariante Q670E oder H610E zum Einsatz.
Den Kern der Architektur bildet die PCIe-Gen4-Erweiterung für diskrete Grafikkarten. Sie erlaubt den Einbau von Karten mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 400 W im FHFL-Format (Full-Height, Full-Length). Advantech nennt unter anderem Intel Arc Pro B60, NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q Workstation Edition, AMD Radeon PRO W7900/W7800 und Qualcomm Cloud AI 100 Ultra als mögliche Beschleuniger.
Der Arbeitsspeicher arbeitet im Dual-Channel-Modus mit DDR5 und bis zu 5600 MT/s (non-ECC). Zwei SODIMM-Sockel ermöglichen eine Gesamtkapazität von bis zu 96 GB.
Technische Merkmale und Ausstattung
Speicher und Storage. Für die lokale Datenhaltung stehen ein M.2-M-Key-Steckplatz für NVMe-SSDs sowie zwei 2,5-Zoll-SATA-Einschübe für SSDs mit einer maximalen Bauhöhe von 7 mm zur Verfügung. Damit lässt sich der AIR-411 sowohl für schnelle Datenzugriffe als auch für die lokale Speicherung größerer Datenbestände auslegen.
Anschlüsse und Erweiterung. Für die Netzwerkanbindung verfügt das System über zwei RJ45-Ports. LAN1 basiert auf einem Intel i219 und unterstützt Gigabit Ethernet, während LAN2 über einen Intel i226 bis zu 2,5 GbE ermöglicht. Für industrielle Peripherie stehen außerdem zwei serielle Schnittstellen zur Verfügung: COM1 als RS-232 und COM2 wahlweise als RS-232/422/485. Ein optionaler 8-Bit-GPIO-Port erweitert die Möglichkeiten zur Anbindung von Geräten und Signalen. Hinzu kommen zwei USB-3.2-Gen2-Ports mit bis zu 10 Gbit/s, zwei USB-3.2-Gen1-Ports mit bis zu 5 Gbit/s sowie zwei USB-2.0-Anschlüsse. Ein M.2-2230-E-Key-Steckplatz ist für WLAN- und Bluetooth-Module vorgesehen; außerdem steht ein Audioanschluss für Line-in, Line-out und Mikrofon zur Verfügung.
Display-Ausgänge. Der AIR-411 verfügt über einen HDMI-2.0b-Ausgang mit einer maximalen Auflösung von 4096 × 2160 bei 60 Hz sowie zwei DisplayPort++-Ausgänge auf Basis von DP 1.4a mit bis zu 4096 × 2304 bei 60 Hz. Alle drei Ausgänge arbeiten gleichzeitig.
Stromversorgung, Gehäuse und Zertifizierung. Ein integriertes 850-W-Netzteil unterstützt Eingangsspannungen von 100 bis 240 V AC und arbeitet im ATX- oder AT-Modus. Das kompakte Gehäuse misst 240 × 190 × 380,7 mm bei einem Gewicht von 6,9 kg. Der Betriebstemperaturbereich reicht von 0 bis 45 °C ohne installierte PCIe-Karte und von 0 bis 40 °C mit PCIe-Karte. Für die konkrete Betriebstemperatur ist dabei die eingesetzte PCIe-Karte zu berücksichtigen. Die Lagertemperatur reicht von ?40 bis 85 °C, die zulässige Luftfeuchtigkeit beträgt bis zu 95 % bei 40 °C, nicht kondensierend. Der AIR-411 ist nach CE, FCC Class B, CB, UL, CCC und BSMI zertifiziert.
KI-Inferenz am Edge: Einsatzbereiche
Halbleiter- und optische Inspektion. In der Halbleiterfertigung und bei der automatisierten optischen Inspektion (AOI) fallen große Mengen hochauflösender Bilddaten an, die innerhalb kurzer Zeit verarbeitet werden. Die GPU-Erweiterung des AIR-411 ermöglicht die Ausführung rechenintensiver KI- und Bildverarbeitungsaufgaben direkt an der Prüfstation. Advantech nennt die Halbleiterinspektion und AOI explizit als Einsatzbereiche des AIR-411.
Medizinische Bildgebung. Medizinische Bildgebung erzeugt große Datenmengen und stellt hohe Anforderungen an die lokale Rechenleistung. Der AIR-411 kombiniert CPU-Rechenleistung, GPU-Beschleunigung und lokale Speichermöglichkeiten in einem kompakten System und eignet sich damit für rechenintensive Bildverarbeitungsaufgaben direkt am Arbeitsplatz oder innerhalb der lokalen Infrastruktur.
Lokale Sprachmodelle und RAG. Für On-Premises betriebene Edge-LLMs und Retrieval-Augmented-Generation-Anwendungen (RAG) bietet der AIR-411 die Hardwarebasis für lokale KI-Workloads. In Kombination mit NVMe- und SATA-Speicher lassen sich Modelle, Indizes und Dokumentbestände direkt innerhalb der lokalen Infrastruktur verarbeiten und vorhalten.
Multi-Kanal-Videoanalytik. Auch bei der gleichzeitigen Auswertung mehrerer Videoströme stellt die GPU-Erweiterung des AIR-411 die erforderliche Rechenleistung bereit. Typische Anwendungen reichen von der Verkehrsüberwachung bis zur industriellen Prozessüberwachung. Die Kombination aus Netzwerkanschlüssen, lokaler Speicherung und GPU-Beschleunigung ermöglicht die Verarbeitung mehrerer Datenströme direkt am Edge.
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