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Alexander Dobrindt kennt NOx-Probleme bei BMW-Luxuslimousinen bereits seit Mai 2017 – Deutsche Umwelthilfe fordert Rücktritt von BMW-Chef Harald Krüger

DUH veröffentlichte bereits vor neun Monaten
alarmierende Prüfergebnisse eines 140.000 Euro Luxusdiesel 750d mit
8,1-facher Überschreitung der NOx-Grenzwerte bei Straßentests – Bis
unmittelbar vor der Nachprüfung der DUH-Vorwürfe durch das
Kraftfahrtbundesamt verteidigte BMW die eingesetzte
Motorsteuerungssoftware gegenüber DUH, Kunden und Medien als korrekt
– DUH-Bundesgeschäftsführer Resch wirft BMW wegen der Behauptung, sie
hätten bei 11.700 Fahrzeugen die „falsche“ Software „irrtümlich
aufgespielt“ die „dreisteste Ausrede für einen aufgedeckten
Abgasbetrug“ vor

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert den Rücktritt von
BMW-Vorstand Harald Krüger wegen des nun auch von den Behörden
festgestellten Einsatzes einer illegalen Software bei bis zu 140.000
EUR teuren Luxus-Limousinen. Die DUH widerspricht der abenteuerlichen
Ausrede, BMW habe diese im Realbetrieb zu erhöhten NOx-Emissionen
führende Fake-Software „irrtümlich aufgespielt“. Die DUH bewertet
diesen erneuten Versuch der Täuschung von Behörden, Kunden und
Öffentlichkeit als die „dreisteste Ausrede für einen aufgedeckten
Abgasbetrug“. BMW-Chef Krüger hatte zuletzt auf der IAA in Frankfurt
im Herbst 2017 behauptet: „Es gibt kein Defeat Device bei der BMW
Group“. Noch im Februar erklärte BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich
laut Spiegel Online: „Grundsätzlich gilt: Fahrzeuge der BMW Group
werden nicht manipuliert. Unsere Dieselmotoren sind sauber. Darauf
können sich Öffentlichkeit und Politik, vor allem aber unsere Kunden
und Mitarbeiter, verlassen.“

„Es ist unfassbar, mit welcher Dreistigkeit BMW versucht, Kunden,
Behörden und die Öffentlichkeit zu täuschen. BMW verteidigt seit
Herbst 2015 mehrere alarmierende Abgasmessungen ihrer Diesel-Pkw mit
minderwertiger Abgasreinigungstechnik – nämlich teure Limousinen ohne
SCR-Katalysator – als korrekt. Erst als das Kraftfahrtbundesamt
leider neun Monate zu spät alarmierenden Messungen der DUH nachgeht
und eigene Prüfungen an einem angekauften 750d Testwagen durchführt,
fordert der Münchner Diesel-Konzern laut einem Bericht von Spiegel
Online, das Fahrzeug müsse vor dem Test noch einen besonderen
„Service“ erhalten. Als dies vom KBA richtigerweise abgelehnt wird,
fällt BMW plötzlich ein, dass dieses vom KBA ausgewählte Fahrzeug und
11.700 weitere BMW-LuxusLimousinen eine Fake-Software enthalte, die
„das Abgassystem der Diesel manipuliert“,“ so Jürgen Resch,
Bundesgeschäftsführer der DUH.

Die DUH veröffentlichte bereits am 23. Mai 2017 eine
Pressemitteilung mit der Meldung „Deutsche Umwelthilfe misst
Politiker-Dienstwagen BMW 750d mit über achtfacher Überschreitung des
Stickoxid-Grenzwerts bei Straßenmessungen“ und übersandte dem
damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am 24. Mai 2017
den Prüfbericht zur Durchführung einer offiziellen Nachmessung durch
das Kraftfahrtbundesamt (KBA). DUH-Bundesgeschäftsführer Resch hatte
in dieser Meldung erklärt: „Obwohl BMW bereits bei frühen Messungen
der DUH im Herbst 2015 in der Schweiz auffällig war und auch mit
mehreren Fahrzeugen bei der Abgasuntersuchung des
Verkehrsministeriums stark erhöhte NOx-Werte zeigte, gerierte sich
BMW selbst als Saubermann unter den deutschen Diesel-Herstellern. Das
ist mit diesen Messungen nun vorbei. Es ist für mich unerklärlich,
wie BMW ausgerechnet bei einem solch hochpreisigen Dienstwagen von
Vorstandsvorsitzenden, Ministern und Ministerpräsidenten eine
derartig schlechte Abgasreinigungstechnik verbaut. Der BMW 750d mit
Erstzulassung vom September 2014 ist mit einem Speicherkat (LNT)
ausgerüstet, erst spätere Varianten des Modells haben einen SCR-Kat
erhalten. Warum bei einem deutlich schwereren Fahrzeug mit einem
höheren Ladedruck in der 7er-Reihe nur ein LNT verbaut wurde, ist aus
Sicht der DUH technisch nicht nachvollziehbar.“ Im November 2017
veröffentlichte die DUH schließlich detaillierte Messungen und
Softwareuntersuchungen zu mehreren von der DUH im November 2017
gefundenen und dokumentierten Abschalteinrichtungen bei einem BMW
320d (Euro 6), ebenfalls mit minderwertiger Abgasreinigungstechnik
(wie der BMW 750d ohne SCR-Katalysator).

Die DUH fordert vom amtierenden Bundesverkehrsminister Christian
Schmidt eine Offenlegung aller Testprotokolle von BMW-Fahrzeugen seit
Herbst 2015 und Darstellung, bei welchen Tests BMW-Mitarbeiter
beteiligt, vorab Software-Updates vornehmen konnten und schließlich
welche der KBA-Tests sogar direkt bei BMW durchgeführt wurden.
Darüber hinaus fordert die DUH die sofortige amtliche Überprüfung
weiterer Diesel-Fahrzeuge der Abgasstufen Euro 5+6 des BMW Konzerns.
Dabei müsse sichergestellt sein, dass BMW keinerlei Kenntnis über die
vorgesehenen Testfahrzeuge und keinen Einfluss auf die Messung selbst
nehmen kann, wie dies im Falle des untersuchten 750d BMW beim KBA
laut Spiegel Online versucht wurde.

Link Die DUH-Pressemitteilung vom 23. Mai 2017 sowie den
DUH-Prüfbericht zum BMW 750d finden Sie unter:
http://l.duh.de/p170523

Pressekontakt:
Kontakt: Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

DUH-Pressestelle:

Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

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