Altersvorsorgedepot ohne Garantie: Warum Riester-Sparer die Beitragsfreistellung prüfen sollten

Altersvorsorgedepot ohne Garantie: Warum Riester-Sparer die Beitragsfreistellung prüfen sollten
Simulation zeigt das Verlustrisiko beim Wechsel vom Riester-Vertrag in das neue Altersvorsorgedepot
 

Wer heute einen Riester-Vertrag bespart und mit dem Gedanken an einen Wechsel ins neue Altersvorsorgedepot spielt, sollte eine Option kennen, die in der öffentlichen Diskussion bislang kaum vorkommt: die Beitragsfreistellung. Das Informationsportal avdepot.expert weist mit Blick auf eine aktuelle Verbandsanalyse darauf hin, dass ein voreiliger Komplettwechsel nicht immer die klügste Entscheidung ist.

Hintergrund ist eine Warnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Für die ab 2027 startende Produktgattung Altersvorsorgedepot ist im Unterschied zur klassischen Riester-Police keine Beitragsgarantie vorgeschrieben. Das eröffnet höhere Renditechancen, bringt aber auch ein echtes Verlustrisiko mit sich – vor allem, wenn nur noch wenige Jahre bis zum Rentenbeginn bleiben und das Vermögen offensiv in Aktien angelegt ist.

Um dieses Risiko zu beziffern, hat der GDV eine Simulation mit 10.000 unterschiedlichen Kapitalmarktszenarien rechnen lassen. Verglichen wurden zwei Riester-Rentenversicherungen mit einer Garantieverzinsung von 3,25 beziehungsweise 2,75 Prozent mit zwei Varianten eines Altersvorsorgedepots: einer offensiven Variante mit durchgehend hoher Aktienquote und einer Variante mit sogenanntem Life-Cycle-Mechanismus, bei der das Vermögen in den letzten fünf Jahren vor Rentenbeginn schrittweise in sicherere Anlagen umgeschichtet wird.

Das Simulationsergebnis fällt zweigeteilt aus. Über alle betrachteten Laufzeiten hinweg liegt die durchschnittliche Rendite beider Depot-Varianten oberhalb der verglichenen Riester-Produkte. Bei einer Restlaufzeit von nur fünf Jahren kehrt sich dieses Bild jedoch für einen relevanten Teil der Fälle um: Dann liegt die Rendite jedes dritten Altersvorsorgedepots unter der Rendite der Riester-Rente, und die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts steigt insgesamt auf bis zu einem Viertel.

Genau an dieser Stelle setzt die Kritik von avdepot.expert an der aktuellen Verbandsanalyse an. „Der GDV stellt Bestandskunden vor die Wahl zwischen förderschädlicher Kündigung und Vertragswechsel“, erklärt Marc-Oliver Ziegler, Inhaber der Plattform. „Die Beitragsfreistellung als dritter Weg fehlt komplett. Dabei lässt sich der bestehende Riester-Vertrag beitragsfrei stellen, die Bruttobeitragsgarantie bleibt bis zum Laufzeitende erhalten – und parallel kann ein neuer Vertrag eröffnet werden, der von der neuen Förderung mit einer Grundzulage von bis zu 540 Euro profitiert.“

Diese Kombination erlaubt es Sparern, das bestehende Guthaben nicht dem vollen Marktrisiko eines Komplettwechsels auszusetzen und trotzdem an der neuen, staatlich geförderten Altersvorsorge teilzuhaben. Welche Variante im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der individuellen Restlaufzeit, der eigenen Risikobereitschaft und den Konditionen des bestehenden Vertrags ab.

avdepot.expert hat die Zahlen der GDV-Simulation sowie die praktischen Schritte zur Beitragsfreistellung, zum gesetzlich gedeckelten Anbieterwechsel und zur Übertragung ins Altersvorsorgedepot in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst und ordnet sie rechtlich ein: https://www.avdepot.expert/aktuelles/riester-beitragsfrei-stellen.html. Für eine individuelle Einschätzung der eigenen Vertragssituation steht dort außerdem ein kostenloser Vorab-Check zur Verfügung.