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Anlegern des niedersächsischen Energieunternehmens EEV droht Totalverlust

Den meisten Anlegern des insolventen
Energieunternehmens EEV AG droht offenbar ein Totalverlust. Das
berichten das Radioprogramm NDR Info und die Hannoversche Allgemeine
Zeitung (HAZ). Insgesamt hatten mehr als 2000 Investoren über 25
Millionen Euro in die Erneuerbare Energie Versorgung AG gesteckt, die
damit den Kauf eines Biomassekraftwerks in Papenburg sowie Planungen
für einen Offshore-Windpark finanzierte. „Es gibt ein Ausfallrisiko,
und dieses Ausfallrisiko würde ich als sehr hoch bezeichnen“, so
Stefan Denkhaus, der vorläufige Insolvenzverwalter der EEV AG. Im
November hatte das Amtsgericht Meppen gegen die EEV BioEnergie und
gegen das Mutterunternehmen EEV AG vorläufige Insolvenzverfahren
angeordnet. Die EEV hatte Kraftwerk und Windpark-Projekt von der
Etanax Holding gekauft – der Vorbesitzer fordert jetzt laut Denkhaus
etwa 18 Millionen Euro an nicht gezahlten Raten und Zinsen.

Die Etanax hatte im Frühjahr eine Zwangsversteigerung des
Kraftwerks im emsländischen Papenburg durchgesetzt. Der vorläufige
Insolvenzverwalter der EEV Bioenergie, Dietmar Penzlin, sagte NDR
Info und HAZ, Ziel sei eine „übertragende Sanierung“, um den Betrieb
des Kraftwerks wie bisher in vollem Umfang fortzusetzen. Fraglich
ist, ob der Erlös aus einem Verkauf des Kraftwerks und des
Windparkprojekts ausreichen würden, um die Forderungen der Etanax zu
befriedigen. Erst danach könnten jene knapp 400 Anleger Geld
bekommen, die im Grundbuch des Kraftwerks als Gläubiger eingetragen
sind. Die übrigen Anleger hätten dann nach Einschätzung der
Verfahrensbeteiligten kaum eine Chance auf Rückzahlung ihrer Anlagen.

Gabriele Schmitz von der Verbraucherzentrale Hamburg rät Anlegern,
sich jetzt rechtlich beraten zu lassen. Sie sollten prüfen lassen,
„ob sie sich nicht eine bessere Situation dadurch verschaffen können,
dass sie zum Beispiel geltend machen, falsch beraten worden zu sein –
wenn das denn der Fall war – oder dass sie auf den Prospekt vertraut
haben. Daraus könnten sich Ansprüche gegen Dritte ergeben, sodass sie
dann nicht mehr nur auf die Insolvenzmasse angewiesen wären.“

Mitte 2014 hatten HAZ und NDR Info berichtet, dass der geplante
Nordsee-Windpark in einem Schießgebiet der Bundeswehr liegt und
deshalb fraglich sei, ob das Projekt jemals genehmigt wird. Die EEV
hatte auf dieses Risiko im Anlageprospekt nicht aufmerksam gemacht.
Im vergangenen Jahr leitete die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein
Ermittlungsverfahren gegen EEV-Manager wegen Verdachts auf
Kapitalanlagebetrug ein. Ob und wann Anklage erhoben wird, steht noch
nicht fest.

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralph Coleman
Tel: 040-4156-2302

http://www.ndr.de
https://twitter.com/ndr

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