
Wer sich gut informiert statt aus dem Bauch heraus für eine Berufsausbildung oder ein Studium entscheidet, bricht dieses deutlich seltener ab. Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass die Abbrecherquoten in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren leicht angestiegen sind – im Vergleich zu anderen Bundesländern jedoch weiterhin unter dem Durchschnitt liegen. Um die Zahl jener, die sich später umentscheiden gering zu halten, hilft eine möglichst frühzeitige und umfassende Orientierung dabei, den individuell passenden Weg zu finden.
Gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit verfolgt die Baden-Württemberg Stiftung deshalb mit dem Programm COACHING4FUTURE das Ziel, Schülerinnen und Schülern ein realistisches Bild der Arbeit in sogenannten „MINT“-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu vermitteln. Als Botschafter speziell für ingenieurwissenschaftliche und informationstechnische Berufe reist seit elf Jahren der Erlebnis-Lern-Truck DISCOVER INDUSTRY durch Baden-Württemberg und macht im November auch zweimal im Kreis Esslingen Station:
Donnerstag und Freitag, 5. und 6. November 2026: Denkendorf, Albert-Schweitzer-Schule (Stellplatz: Schulparkplatz)
Montag bis Mittwoch, 9. bis 11. November 2026: Kirchheim unter Teck, Schlossgymnasium (Stellplatz: Schulhof)
Die mobile Ausstellung hilft angemeldeten Schulklassen ab er 8. Jahrgangsstufe bei der Entscheidung, ob ein Technikberuf zu ihnen passt.
Als Start-up-Gründerinnen und -Gründer die Industrie entdecken
Im Truck schlüpfen die Jugendlichen begleitet von den Coaches, Chemikerin Regina Qelibari, und Biochemiker Markus Döring, in die Rolle von Start-up-Gründerinnen und -Gründern, die ein neues Produkt entwickeln wollen. Mit einem Tablet visualisieren sie ihre Ergebnisse in einer Mindmap und erkunden an fünf Stationen die Meilensteine der Produktentstehung. Zuerst wandeln sie mit einem 3D-Scanner Objekte in digitale Modelle um. Danach prüfen sie verschiedene Materialien mit einem Digitalmikroskop auf Fehler oder erstellen Prototypen mit einem 3D-Drucker. Anschließend programmieren sie einen Industrieroboter mit Koordinaten. An der vierten Station erleben sie, wie die smarte Fabrik funktioniert, indem sie eine Anlage programmieren, die Dosen mittels RFID-Chips individuell befüllt. Zum Schluss montieren die Schülerinnen und Schüler mit einer VR-Brille Bauteile an einen Motor in einer virtuellen Lagerhalle. Bei der anschließenden freien Erkundungstour durch die Ausstellung im Truck können sie weitere Hightech-Anwendungen selbst ausprobieren und dabei etwa mit Augmented Reality (AR) eine Motorsäge warten oder mithilfe einer KI-gestützen Datenbrille einen PC zusammenbauen.
Konstruieren, Programmieren und KI entdecken: Mitmach-Programm im Truck
In Kirchheim tauchen die Mädchen und Jungen bei Workshops im Obergeschoss des DISCOVER INDUSTRY-Trucks noch tiefer in ausgewählte Themenfelder ein. Unter Anleitung der Coaches konstruieren sie mit einer professionellen CAD-Anwendung eigene Designs für einen Handkreisel, den sie anschließend mit einem 3D-Drucker fertigen können. In einem anderen Format entwickeln sie mithilfe einer einfachen Blockprogrammierung eine funktionierende Smartphone-App. In einem Veranstaltungsformat zur künstlichen Intelligenz trainieren sie ein visuelles System, Objekte zu erkennen, und erstellen darauf aufbauend eine KI-gestützte Montageanleitung für ein Skateboard. Informationen zu Karrierechancen und den Wegen in einen technischen Beruf ergänzen das Programm.
Berufswahl: Von der Stärkenanalyse zum Ausbildungsplatz
Die Wahl eines Berufs stellt Jugendliche und ihre Eltern oft vor große Herausforderungen. Wo liegen die Talente, welcher Weg ist der richtige? Um diesen Prozess zu erleichtern, bündelt die Plattform www.coaching4future.de zahlreiche Hilfsmittel. Mit dem interaktiven „Karrierenavigator“ können junge Menschen ihre Interessen testen und mit passenden Bildungswegen in der dualen Ausbildung, an Berufskollegs oder an Hochschulen abgleichen. Praktische Tipps helfen Familien, überzeugende Bewerbungen zu verfassen. Das Portal schlägt außerdem eine Brücke zur Praxis, indem Netzwerkunternehmen dort ihre freien Ausbildungs- und dualen Studienplätze aus den MINT-Fächern präsentieren.