Beschäftigte vor berufsbedingtem Krebs schützen / Gemeinsame Konferenz „STOP dem Krebs am Arbeitsplatz“ des BMAS und der BAuA

Schätzungsweise 100.000 Menschen sterben jährlich in der Europäischen Union an den Folgen berufsbedingter Krebserkrankungen. Mit der virtuellen Konferenz „STOP dem Krebs am Arbeitsplatz“ am 9. und 10. November in Dortmund setzten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) das Thema auf die Agenda der deutschen Ratspräsidentschaft. Rund 100 Fachleute aus Europa diskutierten online Wege und Maßnahmen, um Beschäftigte besser vor krebserzeugenden Gefahrstoffen zu schützen.

Zur zentralen Übertragung aus der Energiehalle der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund waren rund 100 Fachleute zugeschaltet. Die Expertinnen und Experten aus Behörden, Industrie und Gewerkschaftsverbänden diskutierten intensiv Ansätze, um berufsbedingtem Krebs vorzubeugen. Zudem konnte ein Fachpublikum den Großteil der Veranstaltung über einen Livestream verfolgen. Am ersten Tag nutzten diese Möglichkeit 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 25 Ländern, darunter auch aus den USA, Australien und Brasilien.

Berufsbedingte Krebserkrankungen sind immer noch die häufigste Ursache berufsbedingter Todesfälle in der Europäischen Union. Mit dem europäischen Arbeitsschutzrecht und der Chemikalienverordnung REACH bestehen grundsätzlich Regelungen, um diese Erkrankungen zu verhindern. So gibt es beispielsweise Grenzwerte für krebserzeugende Gefahrstoffe, die an den Arbeitsplätzen nicht überschritten werden dürfen. Auch muss auf Gefährdungen hingewiesen werden und sie müssen in der Lieferkette bis in die Betriebe bekannt gemacht werden. Jedoch belegen die Zahlen, dass sich auf europäischer Ebene der Schutz der Beschäftigten verbessern lässt. Dazu befasste sich die Konferenz mit Themen wie einem risikobasierten Ansatz, um mit krebserzeugenden Gefahrstoffen besser umzugehen oder einer grundsätzlichen Forderung nach einem geschlossenen System für Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen. Ebenso standen Alternativen, um die Belastung der Beschäftigten zu bestimmen auf dem Programm, wie zum Beispiel das Biomonitoring oder die Regelung von krebserzeugenden Metallverbindungen in der europäischen Gemeinschaft.

In den intensiven Diskussionen und aktiven Redebeiträgen spiegelte sich das Engagement der Beteiligten wider. Zugleich war den Fachleuten klar, dass es beim Kampf gegen den Berufskrebs großer Anstrengungen bedarf. Im Rahmen der Konferenz fiel auch der Startschuss zur zweiten Periode der „Roadmap on Carcinogens“. Diese gemeinsame Initiative von Mitgliedsstaaten, Europäischer Kommission, Industrie und Gewerkschaftsverbänden sowie Institutionen wie der europäischen Arbeitsschutzagentur EU-OSHA und der europäischen Chemikalienagentur ECHA will die regulatorische Ebene unterstützen. Unter anderem will die Initiative das Bewusstsein für die Risiken von berufsbedingtem Krebs stärken, Betrieben praxistaugliche Unterstützungsinstrumente zur Verfügung stellen sowie die Substitution und Innovationen stärker fördern. Dafür werden die BAuA und das BMAS die „Roadmap on Carcinogens“ von der deutschen Ratspräsidentschaft 2020 zur belgischen Ratspräsidentschaft 2024 in koordinierender Funktion unterstützen und damit einen Beitrag zur Bekämpfung berufsbedingter Krebserkrankungen leisten.

Pressekontakt:

Jörg Feldmann
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Gruppe 6.1, Pressearbeit
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
Tel.: 0231 9071-2330
E-Mail: mailto:presse@baua.bund.de
http://www.baua.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/103969/4760012
OTS: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

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