
.
Schulabbruch und Schulabsentismus im Fokus
Rund 650 Teilnehmende aus allen Schnittstellen der Bildung, hochkarätige Experten und Workshops
Livestream nachschaubar auf www.educon.live
Unter dem Motto „No school, no future?!” diskutierten am 24. und 25. Juni Bildungsexperten aus der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) und darüber hinaus über die vielfältigen Facetten des Themenkomplexes Schulabbruch und Schulabsentismus. Die Statistik zeigt, dass durch demografischen Wandel, sinkende Schülerzahlen und Verrentungswelle ein zunehmender Handlungsdruck besteht, insbesondere für die Wirtschaft, die auf Fachkräfte angewiesen ist.
Die Schulabbruchquote (Abgänger ohne Hauptschulabschluss) in der MRN lag 2020 noch bei 6,1%, 2023 bereits bei 7,6%. Inzwischen liegt sie bei rund 8%, was auch etwa dem bundesweiten Wert entspricht, den der Nationale Bildungsbericht kürzlich ermittelt hat. Sowohl bundesweit als auch regional im Dreieck von Baden, Südhessen und Pfalz herrscht dabei eine hohe statistische Varianz bzw. eine große geografische Spannweite. Diese reicht von Heidelberg mit 2,7% bis Ludwigshafen mit 14,2% (in Deutschland zwischen 2,0% und gut 15%). Grund genug für die MRN, alle Akteure dazu in einem interdisziplinären und niedrigschwelligen Format wie dem Bildungsgipfel educon zusammen zu bringen.
An Tag 1 im Livestream, übertragen aus dem Studio der SAP in Walldorf, erlebten die über 400 zugeschalteten Teilnehmenden hochkarätige Expertenvorträge und Paneldiskussionen, u.a. mit Prof. Dr. Heinrich Ricking (Keynote, Universität Leipzig), Prof. Dr. Karin Vach (Rektorin PH Heidelberg), Tanja Rieger (Kultusministerium Baden-Württemberg), Dr. Helga Breuninger (von der gleichnamigen Stiftung in Berlin) und Thomas Saueressig (Vorstandsmitglied SAP SE sowie ZMRN e.V.).
An Tag 2 wurde der Themenkomplex in zwei Dutzend Workshops sowie weiteren kollaborativen Formaten im Betriebswerk und im Tankturm Heidelberg in all seinen Facetten aufgefächert und vertieft. Trotz hochsommerlicher Temperaturen ließen 230 Teilnehmende die Köpfe rauchen – das Spektrum reichte von Schulleitungen und Lehrkräften über Sozialarbeiter, Mitarbeitende der Jugendhilfe, außerschulische Dienstleister, Bildungsträger und Stiftungen bis Wirtschaft, Politik und Verwaltung.
Fazit zum Bildungsgipfel „educon“ 2026
So vielfältig die Hintergründe der Teilnehmenden und komplex die Ursachen des Themas, so herausfordernd ist es, Lösungen zu finden und auch im Alltag nachhaltig umzusetzen. Die beim educon vorgestellten zahlreichen guten Beispiele aus der Praxis, konnten zeigen, dass dies im Zusammenspiel von Schulen und außerschulischen Organisationen möglich ist: u. a. „Das andere Schulzimmer“ (Träger: Das andere SchulZimmer gUG) und „Zweite Chance“ (Träger Förderband, Mannheim), „LUcanLearn (Ludwigshafen, Träger: Heinrich-Pesch-Haus), „PraxiszeitPlus“ (Weinheim, Träger: Job Central Jugendberufsagentur).
Konsens herrschte darüber, dass Maßnahmen (Monitoring, Beratung, psycho-soziale Unterstützung, Mentoring etc.) nur durch die gemeinsame Anstrengung aller greifen können und so frühzeitig wie möglich implementiert werden müssen. Der Livestream von Tag 1 sowie Foto-Impressionen von Tag 2 finden sich auf www.educon.live.
Statements von MRN GmbH und SAP SE
„Damit wir Schulabbruch und Schulabsentismus in unserer Region wirksam begegnen können, brauchen wir das gemeinsame Engagement von Kommunen, Schulen, Politik, Wirtschaft und Stiftungen. Gemeinsam können wir uns dem Negativtrend entgegenstemmen und jungen Menschen bessere Perspektiven eröffnen“, so Dr. Dennis Fanelsa, Geschäftsführer der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH.
„Bildung ist die Grundlage für Innovation, Fachkräftesicherung und gesellschaftliche Teilhabe. Die educon hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel wir erreichen können, wenn Schulen, Kommunen, Wirtschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Genau diese Zusammenarbeit brauchen wir, um Schulabbruch und Schulabsentismus wirksam zu begegnen und mehr jungen Menschen in der Metropolregion Rhein-Neckar nachhaltige Zukunftsperspektiven zu eröffnen“, betonte Thomas Saueressig, Vorstandsmitglied der SAP SE und des ZMRN e.V.
Alle Infos unter:
Über die Aktivitäten des „educon“- Bildungsnetzwerks in der MRN:
„educon“ ist die Begegnungsplattform für Macher:innen und Vordenker:innen aus allen Bereichen der Bildung in Deutschland. Der „educon“-Bildungsgipfel existiert seit 2016 und ist das Herzstück der Formatreihe. Partizipativ und kollaborativ setzt sie Impulse für die Zukunft der Bildung und treibt Bildungsinnovationen voran – in unterschiedlichen Veranstaltungsangeboten wie dem Bildungsgipfel, Bildungscafés, Zukunftswerkstätten und weiteren kreativen Formaten. Dabei kommen Akteure aus der gesamten Bildungslandschaft zu Wort. Entscheider und führende Experten auf nationaler und internationaler Ebene diskutieren Konzepte, Erfahrungen und gelungene Praxisbeispiele rund um die Weiterentwicklung von Bildung.
Die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH (MRN GmbH) wurde 2006 als operative Regionalentwicklungsgesellschaft gegründet. Ihre Gesellschafter sind neben dem Verband Region Rhein-Neckar und dem Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar die Industrie- und Handelskammern Rhein-Neckar, Pfalz, Darmstadt sowie die Handwerkskammern Mannheim und Rhein-Main. Im regionalen Zusammenspiel der Institutionen koordiniert die GmbH die Projektarbeit in den Bereichen Digitalisierung und E-Government, Arbeitsmarkt, Bildung und Gesundheit, Energie und Mobilität sowie Kultur. Darüber hinaus leistet sie durch Kommunikation und Marketing einen wichtigen Beitrag dazu, die Region zu positionieren und bekannt zu machen. Die Geschäfte führen Dr. Dennis Fanelsa und Ralph Schlusche.