
Nürnberg. Beim Esstisch Artistico von Bontempi Casa liegt das auffälligste Detail unter der Platte: Lackierte Stahlelemente kreuzen sich zu einem skulpturalen Unterbau. Der Entwurf von Pocci & Dondoli macht das Gestell zum prägenden Teil der Gestaltung. Mit einer transparenten Glasplatte bleibt diese Konstruktion auch von oben sichtbar. So lenkt Artistico die Aufmerksamkeit auf einen Bestandteil, der bei der Tischwahl ebenso viel Beachtung verdient wie die Oberfläche.
Wurzeln in der Metallverarbeitung
Die Geschichte beginnt 1963 mit Alessandro und Giancarlo Bontempi. Ihr erstes Unternehmen Mobilfer war auf handwerkliche Metallverarbeitung spezialisiert. Heute sitzt Bontempi im italienischen Camerano und entwickelt neben Tischen und Sitzmöbeln auch Sofas, Sideboards, Regale und Leuchten. Die Produktion erfolgt nach Angaben des Herstellers vollständig in Italien. Aus den Anfängen in der Metallverarbeitung ist damit ein Sortiment entstanden, das unterschiedliche Bereiche des Wohnens abdeckt.
Zwei unterschiedliche Ideen für den Unterbau
Bei Artistico verändert bereits die Ausführung des Gestells den Ausdruck des Tisches. Neben Schwarz oder Anthrazit stehen beispielsweise goldfarbene und messingfarbene Oberflächen zur Auswahl. Innerhalb der Modellfamilie kommen unterschiedliche Plattenmaterialien hinzu, darunter Massivholz, furniertes Holz, Glas, SuperCeramica, SuperMarmo und Naturmarmor. Welche Kombination möglich ist, hängt von der jeweiligen Variante ab.
Podium, entworfen von Shannon Sadler, stellt dem Stahlgestell einen Betonsockel gegenüber. Auch hier werden je nach Ausführung unterschiedliche Platten angeboten, darunter Holz, Glas und SuperMarmo. In der Gegenüberstellung wird deutlich, dass eine ähnliche Tischgröße noch wenig über die räumliche Wirkung aussagt: Ein aus einzelnen Elementen aufgebautes Gestell und ein kompakter Sockel setzen unter der Platte unterschiedliche Akzente.
Was hinter der Bezeichnung SuperCeramica steckt
Bei den Oberflächen lohnt sich ein genauer Blick auf den Aufbau. SuperCeramica bezeichnet bei Bontempi einen Verbund aus einer Keramikschicht und darunterliegendem Floatglas. Die Glasunterlage erhöht nach Herstellerangaben die Bruchfestigkeit. Es handelt sich also nicht einfach um eine andere Farbe oder ein Dekor, sondern um einen mehrschichtigen Plattenaufbau.
Für den Alltag ist daneben der Umgang mit dem Material entscheidend. Bontempi weist in seinen Pflegeinformationen ausdrücklich darauf hin, trotz der widerstandsfähigen Oberfläche Stöße mit harten oder spitzen Gegenständen an den Kanten zu vermeiden. Gerade solche Hinweise helfen, eine Materialentscheidung nicht allein nach einem Foto zu treffen. Oberflächenwirkung, Aufbau und Pflege gehören bei der Auswahl zusammen.
Ein Esstisch muss auch ausgezogen in den Raum passen
Die markanten Unterbauten sind nicht auf feststehende Tischformate beschränkt. Artistico wird auch in ausziehbaren Ausführungen angeboten. Eine rechteckige Variante lässt sich beispielsweise von 160 auf 200 oder 240 Zentimeter verlängern. Damit stehen für den täglichen Gebrauch und für größere Runden unterschiedliche Tischlängen zur Verfügung, ohne dauerhaft die gesamte Fläche im Raum zu beanspruchen.
Für die Planung bedeutet das: Nicht nur das geschlossene Maß zählt. Auch mit ausgezogener Platte müssen Stühle zurückgerückt werden können und Durchgänge nutzbar bleiben. Ebenso lohnt es sich, die Position des Untergestells gemeinsam mit den vorgesehenen Sitzplätzen zu betrachten.
Produkte von Bontempi Casa sind bei der Raum & Form Seidel GmbH über design-kiste.de erhältlich. Auf der Herstellerseite zu Bontempi Casa finden sich unter anderem Artistico und Podium sowie ergänzende Sitzmöbel, Sofas und Sideboards. Die Auswahl lässt sich damit vom einzelnen Esstisch ausgehend auf den übrigen Wohn- und Essbereich beziehen.
An Artistico und Podium lässt sich ablesen, warum die Entscheidung für einen Esstisch nicht an der Plattenkante enden sollte. Der Unterbau bestimmt das Erscheinungsbild mit – und gehört bei der Planung von Sitzplätzen und Bewegungsflächen von Anfang an dazu.