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Deloitte CFO Survey 2019: Vorbereitet auf den Abschwung? (FOTO)


 


– Finanzchefs der deutschen Unternehmen erwarten erhebliche
Abkühlung der Konjunktur
– Konjunkturelle und internationale Risiken als Bedrohung – auch
für die Weltwirtschaft
– Gegenmaßnahmen: Schuldenreduzierung und stärkerer Kundenfokus

Droht der deutschen Wirtschaft das Ende der fetten Jahre? Laut
aktuellem CFO Survey von Deloitte, dem Stimmungsbarometer der
Finanzvorstände, geht der Trend in diese Richtung. Zwar wird die
wirtschaftliche Lage nach wie vor sehr positiv beurteilt – Drei
Viertel der befragten CFOs bewerten die Lage in Deutschland als gut
oder sehr gut, zwei Drittel teilen diese Ansicht für die USA.
Allerdings wandelt sich das Bild, wenn es um die Aussichten der
kommenden 12 Monate geht. 31 Prozent der Befragten rechnen mit einer
Verschlechterung der Konjunktur, nur 19 Prozent mit einer
Verbesserung. Rund ein Drittel erwartet gar eine Rezession
hierzulande. Die konjunkturelle Skepsis überträgt sich auch auf die
Unternehmensebene: Lediglich sechs Prozent der Befragten planen
Neueinstellungen – bei der Befragung vor einem Jahr waren es 31
Prozent. Ein deutliches Minus gibt es auch bei den geplanten
Investitionen: 18 Prozent der Befragten wollen diese steigern
(Frühjahr 2018: 47%).

„Die Unternehmen spüren, dass die deutsche Wirtschaft vor einer
Wende stehen könnte. Die Befragten geben sich tendenziell
pessimistischer als noch vor Jahresfrist. Dabei gibt es eine Reihe
von vor allem politischen Risiken, die eine Konjunkturabkühlung
beschleunigen könnten, vor allem politische Risiken wie der Brexit.
Die Risiken haben die CFOs zwar fest im Blick, es scheint aber noch
an konkreter Vorbereitung zu mangeln“, erklärt Dr. Alexander Börsch,
Chefökonom bei Deloitte.

Exportorientierte Branchen mit zumeist negativen Erwartungen
Auffällig sind die ausgeprägten Branchenunterschiede, vor allem in
Bezug auf die Geschäftsaussichten und Investitionen.
Exportorientierte Branchen, wie die Auto- oder Chemieindustrie, sind
bezüglich der eigenen Geschäftsentwicklung sehr pessimistisch
eingestellt und planen einen Investitionsrückgang. Für
binnenmarktorientierte Branchen, wie Immobilien oder Handel, gilt das
Gegenteil.

Bei den maßgeblichen Risiken für die eigene Geschäftstätigkeit
gewinnen konjunkturelle wie auch internationale Fragen wieder an
Wert. Zwar ist das größte unternehmerische Risiko für die Befragten
nach wie vor der Fachkräftemangel, der für eine aktuell gute
Konjunktur spricht (62%, keine Veränderung). Stark zugenommen haben
aber geopolitische Risiken wie Brexit und Handelskrieg (58%, + acht
Prozentpunkte zum Umfrage Herbst 2018) sowie eine schwächere
Inlandsnachfrage (47%, + sieben Prozentpunkte). Es folgen steigende
Lohnkosten (38%, + ein Prozentpunkt) sowie mit deutlicher Zunahme von
13 Prozentpunkten eine schwächere Auslandsnachfrage (35%). Neben den
Risiken für das eigene Unternehmen sehen die Befragten auch eine
Vielzahl von Gefahren, die die Weltwirtschaft als Ganzes betreffen.
So halten mehr als acht von zehn CFOs einen Anstieg des
Protektionismus und Populismus für realistisch (86 bzw. 83%). Mehr
als jeder zweite CFO (58%) erachtet Cyberangriffe auf sein
Unternehmen sowie auf Regierungen als wahrscheinlich bis sehr
wahrscheinlich. Einen harten Brexit halten 57 Prozent für
vorstellbar, eine neu Euro-Krise 53 Prozent. Allerdings sehen die
Befragten ihre Unternehmen von den meisten dieser Risiken – mit
Ausnahme einer Eurokrise – eher moderat betroffen.

Lösungen auf Ende des Booms Mangelware

Immerhin 69 Prozent der Befragten halten sich für ein Erlahmen der
Konjunktur gut vorbereitet, 21 Prozent sogar sehr gut. Allerdings hat
nur eine Minderheit (35%) der Befragten einen konkreten Aktionsplan
für ein Ende des Booms erstellt. Sollte es zu einem Abschwung kommen,
würden sich die meisten Befragten auf eine Anpassung der Kreditlinien
(von 43 Prozent geplant oder umgesetzt) konzentrieren. Auch die
Verbreiterung der Geschäftstätigkeit auf neue Kundengruppen/Regionen
oder Marktsegmente (42%) und die erhöhte Nutzung von
fortgeschrittenen Technologien zur Effizienzsteigerung (38%) sind
häufig umgesetzte bzw. angedachte Maßnahmen. 37 Prozent gaben
Diversifizierung der Finanzierungsquellen an, 34 Prozent Reduzierung
der Schulden.

Skalierbarkeit nur teilweise gegeben

Wie steht es um die Skalierbarkeit der Finanzfunktion, um sie
gegebenenfalls an neue konjunkturelle Verhältnisse anzupassen? Die
breite Mehrheit, 59 Prozent, sehen sie gegeben. 34 Prozent hingegen
nicht. Konkret wollen die CFOs im Falle eines Anpassungsbedarfs
Shared Services in Anspruch nehmen (von 37 Prozent umgesetzt, bei 18
Prozent in Planung), Prozesse automatisieren (32%/49%) oder auch
Zeitarbeitskräfte einstellen (28%/10%). Gleichzeitig planen knapp
zwei Drittel der Befragten, im Falle einer Rezession ihr
Digitalisierungsbudget unverändert beizubehalten, 16 Prozent
beabsichtigen sogar, dieses auszuweiten.

„Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die CFOs ihre
Finanzfunktionen gut auf eine mögliche Rezession vorbereitet sehen.
Der verstärkte Einsatz digitaler Technologien verbessert zunehmend
die Fähigkeit, auf neue Bedarfe zu reagieren. Die Personalfrage
hingegen spaltet die Studienteilnehmer: 42 Prozent wollen die
Belegschaft im Krisenfall reduzieren, 51 Prozent planen auch bei
negativen Perspektiven mit der aktuellen Personalstärke“, führt Rolf
Epstein, Leiter CFO Programm, aus.

Pressekontakt:
Christian Krause
Content & Media Manager & Reporting
Tel: +49 89 29036 6517
ckrause@deloitte.de

Original-Content von: Deloitte, übermittelt durch news aktuell

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