
Wie lässt sich künstliche Intelligenz nutzen, ohne dass jeder LinkedIn-Beitrag gleich klingt? Während allgemeine Prompt-Sammlungen vor allem Vorgaben zu Aufbau, Tonalität oder Länge liefern, verfolgen personalisierte Content-Systeme einen anderen Ansatz: Sie beziehen die bisherige Kommunikation einer Person als Kontextquelle ein.
Bei RedactAI beginnt dieser Prozess mit dem LinkedIn-Profil. Name, berufliche Erfahrung, Profilüberschrift und Beschreibung geben der KI Hinweise darauf, für welche Themen und Zielgruppen eine Person steht. Ergänzend kann die bisherige Beitragshistorie einbezogen werden. Nach aktuellem Produktstand berücksichtigt RedactAI dabei die letzten 100 Beiträge.
Aus diesem Material lassen sich wiederkehrende sprachliche Muster erkennen: Beginnt eine Person ihre Beiträge häufig mit einer Frage oder einer persönlichen Beobachtung? Schreibt sie eher kurze, pointierte Sätze oder ausführliche Erklärungen? Nutzt sie Fachbegriffe, Beispiele, Emojis oder bestimmte Handlungsaufforderungen? Auch Absatzlänge, Erzählrhythmus und bevorzugte Themen können als Kontext für neue Entwürfe dienen.
Prompt-Vorlagen ersetzen keine persönliche Content-Historie
Allgemeine Prompt-Sammlungen können dabei helfen, Aufgaben klarer zu beschreiben. Sie enthalten jedoch meist nur Momentaufnahmen: „Schreibe professionell“, „verwende einen aufmerksamkeitsstarken Einstieg“ oder „formuliere einen überzeugenden Call-to-Action“. Was dabei fehlt, ist der individuelle Bezugsrahmen.
Frühere Beiträge liefern konkretere Anhaltspunkte dafür, wie jemand tatsächlich kommuniziert. Die KI muss einen Schreibstil dadurch nicht ausschließlich aus abstrakten Anweisungen ableiten, sondern kann sich an realen Textbeispielen orientieren. Das soll Entwürfe ermöglichen, die stärker zur bisherigen Außendarstellung und persönlichen Marke passen.
Erkannte Muster sind keine echte Autorenschaft
Die Analyse einer Content-Historie darf allerdings nicht mit menschlicher Autorenschaft verwechselt werden. Eine KI kann statistische Regelmäßigkeiten erkennen und sprachlich ähnliche Texte erzeugen. Sie kennt jedoch weder die persönlichen Erfahrungen hinter einem Beitrag noch die aktuelle Haltung, Absicht oder Verantwortung des Absenders.
Auch ein stilistisch passender Text kann sachliche Fehler enthalten, veraltete Positionen übernehmen oder die Tonalität in einem neuen Zusammenhang falsch einschätzen. Zudem besteht die Gefahr, dass wiederkehrende Schwächen aus früheren Beiträgen reproduziert werden.
Der Mensch bleibt die letzte Kontrollinstanz
Ein sinnvoller Arbeitsprozess endet daher nicht mit der Textgenerierung. Nutzerinnen und Nutzer sollten jeden Entwurf auf fachliche Richtigkeit, Aktualität, Tonalität und persönliche Glaubwürdigkeit prüfen. Besonders bei Zahlen, Kundengeschichten, rechtlichen Aussagen oder sensiblen Unternehmensthemen ist eine zusätzliche Kontrolle notwendig.
Personalisierte Content-KI eignet sich damit vor allem als Assistenzsystem: Sie kann Ideen strukturieren, erste Fassungen erstellen und unterschiedliche Varianten liefern. Auswahl, Überarbeitung und Veröffentlichung bleiben Aufgaben des Menschen.
Datenschutz beginnt bei der Auswahl des Kontexts
Sobald Profilinformationen und frühere Beiträge als Kontext verwendet werden, spielt auch der Datenschutz eine zentrale Rolle. Nutzer sollten nachvollziehen können, welche Informationen verarbeitet werden, zu welchem Zweck dies geschieht und welche Möglichkeiten zur Auskunft, Berichtigung oder Löschung bestehen.
Darüber hinaus ist vorab zu prüfen, ob ältere Beiträge personenbezogene Angaben Dritter, vertrauliche Unternehmensinformationen oder nicht mehr aktuelle Aussagen enthalten. Nicht alles, was bereits veröffentlicht wurde, muss automatisch erneut als Kontext für neue Inhalte dienen. Datenminimierung und eine bewusste Auswahl der verwendeten Inhalte bleiben deshalb wichtige Bestandteile des Workflows.
Produktdemo und Methodeninterview für Redaktionen
RedactAI bietet interessierten Fachredaktionen, Podcastern und Medienvertretern eine Produktdemo an. Dabei kann der Workflow von der Einbindung des LinkedIn-Profils über die Erkennung wiederkehrender Schreibmuster bis zur Erstellung und Überarbeitung neuer Beitragsentwürfe gezeigt werden.
Zusätzlich steht das Unternehmen für ein Methodeninterview zur Verfügung – unter anderem zu den Fragen, wie KI sprachliche Muster erkennt, wo die Grenzen personalisierter Content-Systeme liegen und wie sich menschliche Kontrolle sinnvoll in den Erstellungsprozess integrieren lässt.
Weitere Informationen: https://redactai.io/de
Pörtner?Consulting unterstützt seit über 20?Jahren Unternehmen bei der digitalen Transformation: von Strategieentwicklung und Softwareauswahl über Implementierung bis hin zu Weiterbildung und Coaching. Mit Tools wie der „Digital Business Navigator“-Plattform und mehreren hundert E?Learnings bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen für den Mittelstand.