Die FACC AG hat erstmals seit fünf Jahren wieder eine Dividende ausgezahlt. Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer zahlte für das abgelaufene Geschäftsjahr 0,10 Euro je Aktie. Zuletzt hatte das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende gezahlt. Die Wiederaufnahme der Ausschüttung fällt mit einer starken Kursrally der FACC-Aktie zusammen, die sich zuletzt nochmals deutlich beschleunigt hat.
Hauptversammlung verlief harmonisch
Über den Dividendenvorschlag stimmten die Aktionäre am 28. Mai 2026 auf der 12. ordentlichen Hauptversammlung der FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) ab. Vertreten war dabei ein Anteil von 56,38 Prozent des stimmberechtigten Grundkapitals beim ersten Tagesordnungspunkt, bei den weiteren Abstimmungen lag die Präsenz stets bei über 64 Prozent. Sämtliche zur Abstimmung stehenden Tagesordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit angenommen, darunter die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Vergütungsbericht. Die Versammlung verlief somit ohne nennenswerte Kontroversen.
Operative Erholung als Treiber der Kursentwicklung
Hinter der Wiederaufnahme der Dividende steht eine starke Verbesserung der Geschäftszahlen. FACC steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2025 um 11,3 Prozent auf 984,4 Millionen Euro. Das EBIT legte sogar um 49,4 Prozent auf 42,3 Millionen Euro zu, was einer EBIT-Marge von 4,3 Prozent entspricht. Über den Zeitraum von 2022 bis 2025 wuchs der Umsatz um rund 62 Prozent. Besonders deutlich zeigte sich die Erholung beim Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit: Dieser stieg von 32,0 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 80,8 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Plus von 152,5 Prozent.
Maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen hat die Sparte Interiors (Kabineninnenausstattung), die mit einem Umsatzwachstum von 21,8 Prozent auf 459,1 Millionen Euro die stärkste der drei Divisionen war und gleichzeitig von einem Verlust auf ein EBIT von 13,3 Millionen Euro drehte. Auch die Division Engines & Nacelles legte beim Umsatz um 14,3 Prozent auf 180,2 Millionen Euro zu und verbesserte das EBIT von 19,1 Millionen auf 21,8 Millionen Euro. Die Sparte Aerostructures verzeichnete dagegen einen leichten Umsatzrückgang von 1,4 Prozent auf 345,1 Millionen Euro, blieb aber mit einem EBIT von 7,2 Millionen Euro profitabel.
Zurückzuführen ist die operative Verbesserung unter anderem auf das interne Effizienzprogramm CORE, mit dem Material- und Sachkosten gesenkt sowie die Steuerungsstruktur von sechs auf drei Divisionsverantwortliche verschlankt wurden. Daneben investiert FACC in den Kapazitätsausbau, etwa mit einem neuen Werk für Kabineninnenausstattung in Kroatien und einem geplanten Produktionsstandort für Aerostructures in St. Martin im Innkreis, der Teil eines bis 2030 laufenden Investitionsprogramms von insgesamt 350 Millionen Euro ist.
Luftfahrtindustrie liefert Rückenwind
Begünstigt wird die Entwicklung bei FACC durch ein grundsätzlich positives Marktumfeld in der Luftfahrtindustrie: Die Auslieferungen von Airbus (ISIN: NL0000235190) und Boeing (US0970231058) zusammen stiegen zwischen 2020 und 2025 um 93 Prozent. Im Geschäft mit Business Jets, in dem FACC im Midsize-Segment Weltmarktführer bei Kabinenausstattungen ist, betrug das Plus 27 Prozent.
Diese Geschäftsentwicklung spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider. Auf Sicht von einem Jahr legte die FACC-Aktie um 155 Prozent zu, über fünf Jahre beträgt das Plus 85 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management des Unternehmens mit einer weiteren Umsatzsteigerung in Höhe von 5 bis 15 Prozent sowie einer Verbesserung der operativen Marge – ab 2027 wird eine EBIT-Marge von mehr als 8 Prozent angestrebt.
Auszeichnung beim Wiener Börse Preis
Auch abseits der Geschäftszahlen erzielte FACC zuletzt Erfolge: Beim Wiener Börse Preis 2026 erreichte das Unternehmen den dritten Platz in der Kategorie Mid Cap Award, hinter Frequentis und Palfinger. Die Auszeichnung würdigt die Qualität der Kapitalmarktkommunikation börsennotierter Unternehmen aus dem Segment der mittelgroßen Werte. Sie ersetzt zwar keine eigenständige Bewertung von Geschäftsmodell oder Aktie, kann aber als zusätzlicher Anhaltspunkt für die Transparenz eines Unternehmens am Kapitalmarkt dienen.
Lassen Sie sich in den Verteiler für FACC oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e_reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: „Verteiler FACC“ und/oder „Nebenwerte“.
FACC
ISIN: AT00000FACC2
WKN: A1147K
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