Steigende Anforderungen an die Wasserqualität, zunehmender Wasserstress und der Bedarf an flexiblen Aufbereitungslösungen verändern die internationale Wasserwirtschaft. Besonders die dezentrale Wasseraufbereitung rückt dabei stärker in den Fokus. Für spezialisierte Anbieter entstehen neue Geschäftsmöglichkeiten, zugleich steigen die Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit. Das australische Wassertechnikunternehmen De.mem setzt auf diesen Markt und hat im dritten Quartal 2026 seine positive Geschäftsentwicklung fortgesetzt.
Die internationale Wasserwirtschaft steht vor einem strukturellen Wandel. Neben der klassischen Versorgung mit Trinkwasser und der kommunalen Abwasserentsorgung gewinnt die Wiederverwendung von Wasser zunehmend an Bedeutung. Vor allem industrielle Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, ihren Frischwasserbedarf zu begrenzen und Prozesswasser effizienter einzusetzen. Eine im Juli 2026 veröffentlichte Untersuchung der Europäischen Kommission zur Zukunft der Wasserwiederverwendung zeigt, dass hierfür nicht allein leistungsfähige Technologien entscheidend sind. Ebenso wichtig sind wirtschaftliche Rahmenbedingungen, langfristige Planung und die Integration neuer Aufbereitungslösungen in bestehende Infrastrukturen.
Ein wichtiger technologischer Ansatz sind dezentrale und modular aufgebaute Wasseraufbereitungsanlagen. Sie ermöglichen es, Wasser unmittelbar am Entstehungs- oder Verbrauchsort zu behandeln, anstatt es ausschließlich über große zentrale Anlagen zu führen. Insbesondere für abgelegene Industriestandorte, kleinere Gemeinden oder Unternehmen mit spezifischen Anforderungen können solche Systeme Vorteile bieten. Die Asiatische Entwicklungsbank verweist in einer Veröffentlichung vom April 2026 auf das Potenzial modularer Aufbereitungstechnologien in Südostasien. Dort erschweren unter anderem schwankende Wasserqualitäten, salzhaltige Wasserressourcen und unzureichend ausgebaute Versorgungsnetze den Zugang zu zuverlässig aufbereitetem Wasser.
Allerdings ist die technologische Entwicklung nur ein Teil der Herausforderungen. Eine wissenschaftliche Untersuchung zur industriellen Wasserwiederverwendung aus dem Jahr 2026 zeigt, dass hohe Investitionskosten, schwankende Abwasserzusammensetzungen und die Integration in bestehende Produktionsprozesse die breite Umsetzung weiterhin begrenzen. Für Anbieter von Wassertechnik kommt es deshalb zunehmend darauf an, nicht nur einzelne Anlagen zu verkaufen, sondern wirtschaftlich tragfähige Gesamtlösungen anzubieten. Dazu gehören Planung, Installation, Betrieb, Wartung und die kontinuierliche Versorgung mit Spezialchemikalien. Solche Dienstleistungen können für die Anbieter regelmäßige Einnahmen schaffen und die Abhängigkeit vom klassischen Projektgeschäft verringern.
De.mem steigert Zahlungseingänge und operativen Cashflow
Auf diese Kombination aus Wasseraufbereitungstechnologie, Anlagenbau und wiederkehrenden Dienstleistungen setzt auch De.mem Limited. Das in Australien börsennotierte Unternehmen ist international in der industriellen Wasser- und Abwasserbehandlung tätig. Neben modularen und dezentralen Aufbereitungsanlagen gehören Membrantechnologien, Wartungsleistungen und Spezialchemikalien zum Geschäftsmodell. Mit den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen für das dritte Quartal 2026 meldet De.mem eine weitere Verbesserung seiner Finanzkennzahlen.
Die Zahlungseingänge erreichten zwischen Juli und September rund 10,1 Mio. AUD. Das entspricht einem Anstieg um 29 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal und dem zweithöchsten Quartalswert der Unternehmensgeschichte. Damit verzeichnete De.mem zum 30. Mal in Folge einen Zuwachs der Zahlungseingänge im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal. In den ersten neun Monaten 2026 summierten sich die Zahlungseingänge auf rund 30,1 Mio. AUD, etwa 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr als 90 Prozent der Zahlungseingänge entfallen nach Unternehmensangaben auf wiederkehrende Geschäftsaktivitäten.
Besonders deutlich fällt die Entwicklung beim operativen Cashflow aus. Dieser erreichte im dritten Quartal 842.000 AUD und damit den höchsten Quartalswert in der Unternehmensgeschichte. In den ersten neun Monaten summierte sich der positive operative Cashflow auf rund 1,77 Mio. AUD. Die liquiden Mittel beliefen sich zum 30. September auf rund 4,8 Mio. AUD und lagen damit etwa 20 Prozent über dem Stand zum Jahresende 2025.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Geschäft mit industriellen Dienstleistungen und Spezialchemikalien. Die Aktivitäten in Westaustralien, einschließlich des 2025 übernommenen Unternehmens Core Chemicals, steuerten im dritten Quartal rund 47 Prozent der gesamten Zahlungseingänge bei. Core Chemicals konnte nach Angaben von De.mem seit der Übernahme zusätzliche Kunden gewinnen. Darüber hinaus sicherte sich die Unternehmensgruppe einen neuen Liefervertrag für so genannte Antiscalants, also Spezialchemikalien zur Vermeidung mineralischer Ablagerungen in wasserführenden Systemen. Der Vertrag mit einem australischen Bergbaukunden hat ein geschätztes Volumen von rund 800.000 AUD über zwölf Monate.
Auch im Anlagenbau meldet De.mem neue Aufträge. Dazu zählen Bestellungen in Australien im Wert von rund 350.000 AUD sowie in Deutschland im Umfang von rund 380.000 AUD. Parallel arbeitet das Unternehmen an der WaterMark-Zertifizierung seiner Produkte für den australischen Trinkwassermarkt. Diese könnte zusätzliche Absatzmöglichkeiten eröffnen, ist bislang aber noch nicht abgeschlossen. Insgesamt zeigt die Geschäftsentwicklung, wie De.mem sein ursprünglich stärker technologie- und projektorientiertes Geschäft durch wiederkehrende Dienstleistungen und Chemikalienlieferungen ergänzt. „Der Rekord beim operativen Cashflow ist ein wichtiger Meilenstein für De.mem. Unser Geschäftsmodell mit einem hohen Anteil wiederkehrender Umsätze aus Dienstleistungen und Spezialchemikalien bildet eine solide Grundlage für weiteres Wachstum. Gleichzeitig sehen wir in der zunehmenden Nachfrage nach dezentralen Wasseraufbereitungslösungen zusätzliche Marktchancen“, sagt Firmenchef Andreas Kröll.
Ob sich das Wachstumstempo und die positive Cashflow-Entwicklung dauerhaft fortsetzen lassen, hängt unter anderem von der weiteren Nachfrage, der Integration übernommener Unternehmen und der Entwicklung der operativen Kosten ab.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
Land: Australien
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