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Durchstarten in der Lebensmitte

Mit 50+ noch einmal durchstarten und ganz oben ankommen, das schien bisher den Männern vorbehalten. Doch die Frauen rücken nach – und sie sind vital, souverän und voller Energie. Das beobachten die Unternehmensberaterinnen Barbara Baratie und Barbara Reinshagen, die ihr Coaching-Konzept „Erfolgsstrategien für Frauen – Coaching in der Lebensmitte“ auf der women&work am 24. Mai in Bonn vorstellen. Damit sprechen sie gezielt Frauen ab 50 an, die ihrer Karriere noch einmal neuen Schwung verleihen wollen. Melanie Vogel, Initiatorin der women&work, sprach mit den beiden über die „neue Lebensmitte“.

Melanie Vogel: Früher galten Menschen um die 50 als alt. Heute spricht man von der neuen „Lebensmitte“. Wie erklären Sie sich die veränderte Einstellung?
Barbara Reinshagen: Menschen um die 50 tauchen nicht mehr ab, sondern sind ebenso aktiv wie die Jungen: Sie treiben Sport, ernähren sich gesund, gehen vielfältigen Interessen nach und achten viel mehr auf Wohlbefinden und Attraktivität. Die „Best Ager“ von heute wirken vital, lebensfroh und mit sich im Reinen, sie wissen, wo sie stehen und was sie wollen. Ich selbst bin 54 Jahre alt und fühle mich mental und körperlich fit. Ich genieße es jetzt sehr, genau das Leben zu führen, das zu mir passt. Ich brauche mir und anderen nichts mehr zu beweisen, sondern kann mich auf das, was für mich wichtig ist, konzentrieren. Dafür bin ich sehr dankbar.

Vogel: Bascha Mika hat kürzlich in einem Spiegel-Interview erklärt „Männer reifen, Frauen verblühen“ und sie stellt die These auf, dass Frauen das Älterwerden nicht als Vorteil angerechnet wird. Teilen Sie diese Auffassung?
Barbara Baratie: „Überhaupt nicht! Bascha Mika blickt hier auf das plakative Denken in den Köpfen von Menschen, die vergessen haben, mit der Zeit zu gehen. Natürlich gibt es dieses Denken in den Köpfen der Männer noch, die eine Frau an Äußerlichkeiten festmachen und es gibt auch die Frauen, die sich hängen lassen, die bequem werden und die es lieben, sich als Opfer der Situation und des Lebens zu sehen. Solche Frauen verblühen tatsächlich und das ist jammerschade. Ich fühle mich mit 51 in der Blüte meines Lebens. Heute weiß ich, was ich will und was nicht. Ich muss nicht mehr aller Welt gefallen und mich anpassen. Heute lebe ich meine Wünsche und gewinne damit jeden Tag an Ausstrahlung. Ich beobachte dieses Phänomen auch an anderen Frauen, die sich gerade in der Mitte des Lebens noch einmal neu mit ihren (Karriere-)Wünschen auseinander gesetzt haben. Sie blühen auf und gewinnen an innerer und äußerer Schönheit und an Souveränität.

Vogel: Sie haben ein spezielles Beratungs- und Coaching-Programm entwickelt, das sich gezielt an Frauen in der Lebensmitte richtet. Was war der Anlass dafür und was zeichnet Ihr Coaching-Konzept aus?
Reinshagen: Angefangen hat es damit, dass ich selbst mit Anfang 50 wie aus heiterem Himmel von den „ Tücken der Wechseljahren“ überrascht worden bin. Ich spürte nachlassende Leistungskraft, erlebte Stimmungsschwankungen und Gefühlsregungen, die ich an mir bis dato nicht wahrgenommen habe.Zum Glück habe ich nach einiger Zeit die für mich passende Behandlung und dadurch Erleichterung gefunden. Nur ganz wenige Autoren, ich nenne hier die Schweizer Psychologin und Psychotherapeutin, Julia Onken, setzen sich positiv mit den Wechseljahren auseinander. Sie versteht diese Zeit als Auftakt für eine neue schöpferisch-geistige Lebensphase. Ihre Sichtweise hat mich ermutigt, ein Beratungs- und Coachingkonzept für berufserfahrene Frauen in der Lebensmitte zu entwickeln, das die Chancen, Herausforderungen und Möglichkeiten dieser Phase in den Mittelpunkt stellt. Es geht darum, dass Frauen Lebensmitte-Bilanz ziehen, ihren eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Lebensträumen nachspüren und diese mit Unterstützung der Beraterinnen zielgerichtet planen und umsetzen. Zentraler Bestandteil des Programms ist die Unterstützung und Begleitung, die sich die teilnehmenden Frauen während des gesamten Prozesses gegenseitig geben. Das ist für mich ein Novum. Denn ich erlebe, dass Frauen sich hervorragend untereinander helfen, wenn es um familiäre und häusliche Themen geht. Bei beruflichen Themen, so meine Erfahrung, versagen diese Mechanismen, die bei Männern Gang und Gebe sind.

Vogel: Sie haben Interviews mit Managerinnen um die 50 geführt. Was haben Sie in diesen Interviews herausgefunden? Was zeichnet diese Frauen aus? Und vor welchen Herausforderungen stehen sie persönlich aber auch beruflich?
Baratie: Ich habe entdeckt, dass es viele unterschiedliche Situationen sind, die Frauen um die 50 überraschen und aus der Bahn werfen. Sie werden überholt, links liegengelassen und sie wissen gar nicht, wie ihnen geschieht, denn vieles passiert unterschwellig. Diejenigen, die diese Situationen heute scheinbar ganz souverän überwunden haben, lassen rückblickend noch spüren, wie schwer es ihnen gefallen ist. Jede wurde individuell überrascht, fühlte sich isoliert und musste allen Mut zusammen nehmen, diese Hürde zu überwinden. Letztlich haben sie alle unterschiedliche Strategien angewandt. Die eine hat gepoltert, die andere hat ihre weiblichen Strategien gezückt oder sie haben sich Verbündete gesucht. Wichtig war für alle, aus dem Gefühl heraus zu kommen, dass ihr Scheitern an ihnen persönlich liegt. Einen Rat haben mir alle Frauen mit auf den Weg gegeben: „Glaube immer an Deine eigene Kraft, setze Dir ein Ziel, kenne den Preis und wenn Du bereit bist, den zu zahlen, dann geht weiter! Unterwegs (zu Dir) wirst Du wachsen und alle Hürden nehmen.“ Ich finde, das macht Mut!

Vogel: Was raten Sie Frauen um die 50, die sich beruflich noch einmal neu orientieren möchten? Wie sollte der Bewerbungsprozess aussehen bzw. wie sollten Sie sich den Firmen gegenüber vermarkten?
Reinshagen: Das Entscheidende ist für mich, dass Frauen um die 50 ihr Alter nicht als Makel empfinden, sondern stolz auf die bisherige Lebensleistung sind und ihre Pfründe an Erfahrung, Know-how und kommunikativen Fähigkeiten in die Waagschale werfen. Diejenigen, die von vornherein mit der Einstellung in den Bewerbungsprozess gehen, „mit 50 gehöre ich ohnehin zum alten Eisen und bin nichts mehr wert“, werden auch genauso von potentiellen Arbeitgebern wahrgenommen und vermutlich scheitern. Auch wenn in der Arbeitswelt die Frau in den mittleren Jahren häufig noch immer als wenig attraktiv und leistungsfähig angesehen wird, so liegt es an jeder Frau selbst, dieses Vorurteil durch Mut, Selbstbewusstsein und Selbstachtung zu verändern. Das, was diese Frauen mitbringen und auszeichnet, ist ein reicher Schatz an Erfahrungen, Lebensweisheit und Alterswissen, die für Unternehmen von ungeheurem Wert sind.

Vogel: Brauchen wir in einer alternden Gesellschaft ein verändertes Talentmanagement in den Unternehmen? Wenn ja, wie kann das aussehen?
Reinshagen: Als Personalfachfrau weiß ich, dass gezielte Personalentwicklung in den Unternehmen häufig ab einem Alter von Anfang/Mitte 40 abrupt endet. Bislang konzentrierten sich die Unternehmen, was fachliche und persönliche Entwicklung anbelangt, eher auf die Nachwuchskräfte und sogenannten „High Potentials“ als auf die ältere Belegschaft. Angesichts des demografischen Wandels sind sich die Personalverantwortlichen in den Unternehmen sehr wohl bewusst, dass es höchste Zeit ist, auch die MitarbeiterInnen jenseits der 40 weiter zu fördern. Dieser Forderung trägt die lebensphasenorientierte Personalpolitik, die in vielen Unternehmen und Behörden bereits praktiziert wird, Rechnung. Dieses Personalentwicklungskonzept orientiert sich insbesondere an den familiären Lebens- und Berufsphasen und berücksichtigt in viel stärkerem Maße die nachhaltige Sicherung von Beschäftigungsfähigkeit, Demografieorientierung und die Vereinbarkeit von Berufs-, Privat- und Familienleben.

Vogel: Sie stellen Ihr Beratungsangebot auf der women&work in einem Vortrag und auf der Karrieremeile vor. Worauf freuen Sie sich besonders, wenn Sie an die women&work 2014 denken und was können die Besucherinnen in Ihrem Vortrag bzw. an Ihrem Messestand erwarten?
Baratie: Wir freuen uns heute schon über die große Nachfrage zu unserem Vortrag. Frauen in der Lebensmitte geben nicht mehr auf. Sie wollen ihren Kompass neu ausrichten, das Ziel neu bestimmen. Hier setzen wir an. Wir nutzen die Kraft der Gruppe und nehmen diese Frauen mit ins Boot. In unserem interaktiven Vortrag zeigen wir, was zu tun ist und wer dann selbst mit auf die Reise gehen will, der kann sich im September mit uns auf den Weg machen, wenn wir zu „Tage der Entscheidung“ ins Hotel und SeminarZentrum „Gut Keuchhof“ einladen. Alles dazu erfahren die Frauen an unserem Infostand. Sie treffen uns auf der Karrieremeile – wo sonst?

Weitere Informationen unter:
http://www.womenandwork.de/


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