Einkauf in der Chemie ist größter Hebel zur Klimaneutralität

Neue CAMELOT-Studie zu Trends im Chemieeinkauf

Die Mehrheit der deutschen Chemieunternehmen sieht in der
Anpassung der Einkaufsstrategie einen Kernhebel, um die
Herausforderung “Treibhausgasneutralität” erfolgreich zu meistern und
erwartete Wettbewerbsnachteile zu kompensieren. Bei der
Rohstoffbeschaffung sind Nachhaltigkeitsaspekte bereits ein zentraler
Entscheidungsfaktor. Drohende Zölle sowie der Handelskonflikt
zwischen den USA und China werden als größtes Risiko für die
Versorgungssicherheit bewertet. Das sind die Kernergebnisse der
aktuellen Trendstudie zum Einkauf in der deutschen Chemieindustrie,
die der Beratungsspezialist CAMELOT Management Consultants heute
veröffentlichte.

Für die Studie wurden rund 200 Manager aus großen und mittelgroßen
Chemieunternehmen in Deutschland zu aktuellen Entwicklungen im
Chemieeinkauf befragt. Die chemische Industrie in Deutschland hat
sich klar zur Aufgabe der Treibhausgasneutralität bis 2050 bekannt,
doch die Umsetzung neuer Produktionstechnologien ist ohne finanzielle
Förderung, wie sie das “Nationale Dekarbonisierungsprogramm” der
Bundesregierung vorsieht, kaum möglich. “Umso wichtiger ist es, dass
Chemieunternehmen auch in anderen Bereichen der Wertschöpfungskette
den Weg in die Klimaneutralität finden. Der Einkauf spielt hier eine
entscheidende Rolle”, kommentiert Dr. Josef Packowski, Managing
Partner bei CAMELOT, die Studienergebnisse.

Die Chemie als Frühwarnsystem der deutschen Industrie ist von der
drohenden Rezession besonders betroffen. Umso bemerkenswerter ist,
dass 63% der befragten Chemiemanager angaben, auch bei sinkenden
Margen an Nachhaltigkeitszielen festhalten zu wollen. Nachhaltige
Bewertungskriterien sind bei Einkaufsentscheidungen bereits
erstaunlich weit verbreitet. Dazu zählen vor allem die Technologie
des Herstellers (90% der Befragten), die Rohstoffbasis (83% der
Befragten), die Berücksichtigung von Corporate-Social-
Responsibility-Standards (80% der Befragten) sowie die Höhe der
Emissionen (63%). Die Bedeutung dieser Faktoren wird im Rahmen der
Dekarbonisierungsinitiative weiter zunehmen. Bei der Beschaffung von
nachhaltigen Rohstoffen sind vegetative Rohstoffe führend. Allerdings
gaben nur 23% der Studienteilnehmer an, recycelte Kunststoffe zu
verwenden.

Herausforderung CO2-Neutralität

Die Energiewende wird mehrheitlich als Risikofaktor für die
Wettbewerbsfähigkeit betrachtet. Als wirksamste Gegenmaßnahmen sehen
die deutschen Chemiemanager vor allem eine Anpassung der
Einkaufsstrategie sowie effizientere Anlagen (je 70% der Angaben).
Eine Rückwärtsintegration vorgelagerter Stufen in der
Wertschöpfungskette sowie Standortverlagerungen werden mehrheitlich
ausgeschlossen.

Rohstoffmärkte und Versorgungssicherheit

Was die Beschaffungsmärkte betrifft, erwarten Großunternehmen eine
sinkende Relevanz des europäischen Rohstoffmarktes, während die USA
als drohender Wettbewerber wahrgenommen werden. Aufgrund der
Erfahrungen mit REACH sehen die deutschen Chemiemanager die größten
Auswirkungen durch regulatorische Änderungen in Europa, gefolgt von
Nordamerika und Asien. Zölle und Handelskonflikte werden aktuell als
größtes Risiko für die Rohstoffbeschaffung bewertet. Im
Risikomanagement unvorhergesehener Ereignisse gibt es vielfach
bereits Strategien, allerdings hapert es an der
Reaktionsgeschwindigkeit. Diese liegt beispielsweise bei
Force-Majeure-Ereignissen durchschnittlich bei über fünf Tagen.

Generell sehen die Chemiemanager im Einkauf noch viel Potenzial,
das – wenn es richtig genutzt wird – zu einer Steigerung des
Unternehmenserfolgs beitragen kann.

Die Studienergebnisse stehen zum kostenfreien Download unter
www.camelot-mc.com zur Verfügung.

Über die CAMELOT Management Consultants AG

CAMELOT Management Consultants ist der weltweit führende
Beratungsspezialist für Value Chain Management in der Prozess-,
Konsumgüter- und Fertigungsindustrie. Das Unternehmen ist Teil der
CAMELOT Gruppe mit weltweit 1.800 Mitarbeitern und Hauptsitz in
Mannheim. Der integrierte Beratungsansatz und die enge Zusammenarbeit
mit zahlreichen renommierten Technologiespezialisten garantieren den
Projekterfolg über alle Phasen der Beratung hinweg: von der
Entscheidungsfindung bis hin zur organisatorischen und technischen
Umsetzung. www.camelot-mc.com

Pressekontakt:
Sandra Gschwendner
Head of Corporate Communications
CAMELOT Management Consultants AG
Radlkoferstr. 2
81373 München
Tel.: +49 (0)89 741185-426
Email: sgsc@camelot-mc.com
www.camelot-mc.com

Original-Content von: Camelot Management Consultants AG, übermittelt durch news aktuell

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