
Mit dem Inkrafttreten der ersten verpflichtenden Regelungen des sogenannten eNoVA-Gesetzes am 1. Oktober 2026 beginnt für Notariate in Deutschland eine neue Phase der Digitalisierung. Bestimmte Verfahren im notariellen Vollzug müssen künftig elektronisch abgewickelt werden. Dabei reicht die Übermittlung von Dokumenten allein nicht mehr aus. Zusätzlich sind strukturierte Verfahrensdaten bereitzustellen und elektronisch zu übertragen. Ziel des Gesetzgebers ist es, papierbasierte Abläufe schrittweise durch digitale Verfahren zu ersetzen und den Informationsaustausch zwischen Notariaten, Gerichten und Behörden zu modernisieren.
Das sogenannte eNoVA-Gesetz – eNoVA steht für ‚elektronischer Notar-Verwaltungs-Austausch, schafft die Grundlage für einen standardisierten digitalen Datenaustausch auf Basis strukturierter XML-Datensätze unter anderem nach dem XJustiz-Standard. Durch die elektronische Übermittlung strukturierter Daten sollen Medienbrüche reduziert, Mehrfacherfassungen vermieden und Vollzugsverfahren beschleunigt werden.
Erste verpflichtende Verfahren ab Oktober 2026
Die erste Ausbaustufe betrifft insbesondere Veräußerungsanzeigen und gerichtliche Genehmigungen. Die zweite Ausbaustufe folgt bereits wenige Monate später zum 1. Januar 2027 mit weiteren Behördenverfahren, darunter Vorgänge nach dem Baugesetzbuch (BauGB), dem Grundstücksverkehrsgesetz (GrdstVG) und der Grundstücksverkehrsordnung (GVO) sowie Mitteilungen an Gutachterausschüsse. Zu den betroffenen Verfahren zählen beispielsweise Vorkaufsrechtsanfragen, Negativzeugnisse und Genehmigungen in Sanierungsgebieten. Eine dritte Ausbaustufe wird es ab dem 1. Januar 2028 geben.
Für Notariate ergeben sich daraus nicht nur technische Anforderungen. Die Umstellung wirkt sich unmittelbar auf interne Vollzugsprozesse aus. Informationen müssen künftig strukturiert bereitgestellt und für unterschiedliche Verfahrensschritte konsistent nutzbar sein. Eine frühzeitige Analyse bestehender Abläufe kann dabei helfen, zusätzliche manuelle Arbeitsschritte und potenzielle Fehlerquellen zu vermeiden.
Daten nur einmal erfassen
Mit ihrer Notariatssoftware NOAH unterstützt Westernacher Solutions Notariate bei der Umsetzung der neuen Anforderungen. Die Lösung wird an das eNoVA-Modul von XNP angebunden und ermöglicht die Nutzung bereits vorhandener Vorgangsdaten für die elektronische Kommunikation. Dazu gehören unter anderem Beteiligten- und Grundstücksdaten, Grundbuchinformationen, Vollzugsdaten, Dokumente und Genehmigungsinformationen. Ziel ist es, Daten möglichst nur einmal zu erfassen und anschließend für verschiedene Verfahrensschritte weiterzuverwenden.
Die Digitalisierung des Vollzugs bietet Notariaten die Chance, Medienbrüche zu reduzieren und Daten konsistent über den gesamten Vorgang hinweg zu nutzen.
Frühzeitige Vorbereitung empfohlen
Westernacher Solutions empfiehlt Notariaten, sich mit den Auswirkungen von eNoVA auf ihre Prozesse auseinanderzusetzen. Neben der technischen Anbindung sollten insbesondere Datenqualität, Prozessabläufe und die durchgängige Nutzung vorhandener Informationen überprüft werden. So können die neuen gesetzlichen Anforderungen nicht nur erfüllt, sondern auch zur weiteren Digitalisierung des Notariats genutzt werden.
Weitere Informationen zu den neuen gesetzlichen Anforderungen, den Fristen und den Auswirkungen auf die notarielle Praxis stellt Westernacher Solutions im NOAH-Themenblog für Notariate bereit:
Zum Beitrag „eNoVA ab Oktober 2026: Das ändert sich im notariellen Vollzug“
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Westernacher Solutions ist ein Berliner Softwareunternehmen, das sich auf hochsichere IT-Lösungen für die Justiz und öffentliche Verwaltung spezialisiert hat. Die IT-Dienstleistungen reichen von standardisierten Branchenlösungen bis zu individuellen Fachanwendungen und werden mit fortschrittlichen Produkten für die LegalTech Branche ergänzt. Durch innovative Technologien ermöglicht Westernacher Solutions eine effiziente und sichere Digitalisierung rechtlicher und administrativer Prozesse. Westernacher Solutions beschäftigt an 5 Standorten in Europa ca. 170 Mitarbeitende und ist Teil der Westernacher Gruppe.
