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Frühförderung von Kindern: Je eher, je besser / bpa: Möglichkeiten müssen bekannter werden

Jedes 24. Kind in Schleswig-Holstein bekommt
Leistungen der Frühförderung. Diese Zahl für das Jahr 2014 geht aus
einem aktuellen Bericht über die Arbeit der Eingliederungshilfe
hervor. „Vor allem die Zahl von Einsätzen zur direkten Unterstützung
in den Familien steigt an“, stellt Mathias Steinbuck,
Landesvorsitzender des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer
Dienste e. V. (bpa), fest. „Allerdings müssten Frühförderpraxen
bekannter gemacht werden, um mit ihrer hilfreichen Arbeit möglichst
zeitig ansetzen zu können“, so Steinbuck.

Dass gezielte Unterstützung von Kindern und Eltern helfen kann,
zeigt ein Beispiel: Weil sein eineinhalbjähriges Kind übermäßig viel
weinte und kaum schlief, wandte sich ein junges Paar auf Empfehlung
des Kinderarztes an die Frühförderung. In der Praxis „Herz & Hand“ in
Bad Oldesloe fanden sie bei Jessine Hansen Unterstützung. „Die Eltern
waren verunsichert; ihr Kind reagierte überempfindlich und ängstlich
und konnte Veränderungen im täglichen Ablauf kaum ertragen. Zudem war
es sehr unruhig und wechselte ständig die Spiele. Weil es dadurch oft
zu Konflikten mit anderen Kindern kam, vermieden die Eltern bereits
entsprechende Kontakte und empfanden diese Situation als sehr
belastend“, erinnert sich die Pädagogin. Rund 18 Monate lang kamen
die Pädagogen der Frühförderpraxis auf Wunsch der jungen Familie ins
Haus und begleiteten immer wieder das alltägliche Miteinander von
Eltern und Kind und schließlich auch den Übergang in den
Kindergarten. „Mit heilpädagogischer Frühförderung und einer
intensiven Beratung konnten wir die Familie stabilisieren. Die
Förderung musste nicht einmal verlängert werden“, berichtet Hansen.

Diese Entwicklung ist für Jessine Hansen ein klassisches Beispiel
für die oftmals noch unbekannte Arbeit der Frühförderung. „Auch
Eltern von Kindern ohne eine schwere Behinderung brauchen oftmals
Begleitung und Beratung, wenn der Nachwuchs in seiner Entwicklung
schwierig ist. Das können wir in der Frühförderung im Zusammenspiel
von Pädagogen und Therapeuten leisten.“

Immer wieder erlebten die im bpa organisierten
Frühförderungspraxen, dass Eltern über eine so maßgeschneiderte Hilfe
gleichermaßen überrascht und erfreut sind, berichtet der
Landesvorsitzende Steinbuck, der mehr öffentliche Information über
die Unterstützungsmöglichkeiten fordert. „Auch viele Kinderärzte
denken nicht immer daran oder kennen die Voraussetzungen für eine
Verordnung nicht. Mediziner und Eltern müssen deshalb flächendeckend
über die Arbeit der Frühförderung und die möglichen Hilfestellungen
für Kinder informiert werden.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon fast
500 in Schleswig-Holstein) die größte Interessenvertretung privater
Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Franz Bettinger, Leiter der Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 0431/66 94 70 60 oder 0171-653 83 50, www.bpa.de,
www.twitter.com/der_bpa

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