
Wirkung entsteht selten dort, wo man sie zuerst vermutet. Nicht der Inhalt einer Botschaft entscheidet, ob sie ankommt, sondern die Art, wie sie transportiert wird – Haltung, Tempo, innere Verbindlichkeit. Zwei nahezu identische Botschaften wirken unterschiedlich, je nachdem, mit welcher Überzeugung sie vorgetragen werden. Der Inhalt ist die Eintrittskarte, die Haltung dahinter entscheidet, ob jemand bleibt. Genau hier setzt der Wiener Stimm- und Auftrittscoach Stimmbaum an, dessen Podcast seit Jahren untersucht, warum manche Auftritte im Gedächtnis bleiben und andere verpuffen.
Zu Gast war kürzlich Marketing Experte und Keynote Speaker Thomas Daamen, der in seinem Vortrag über Markenführung und Markenstrategie von Love Brands „Gemeinsam – von Null auf Love Brand“ genau hier ansetzt. Was für Stimmbaum die Stimme ist, ist für Daamen die Organisation: Eine Love Brand entsteht nicht am Schreibtisch, sondern in der gelebten Haltung eines Unternehmens. Das schönste Strategiepapier besitze im Grunde jedes Marketingteam, so Daamen – den Unterschied mache die Motivation, die eine Marke trägt, nicht die der Markenverantwortlichen allein, sondern die der gesamten Organisation. Seine Legitimation dafür begründet er nüchtern: er sei kein Trainer, kein Coach, sondern Marketingdirektor mit zwei Jahrzehnten in Marketing, Vertrieb und Management.
Wie tragfähig das ist, zeigt Aperol in Deutschland: 2007 ein nahezu unbekanntes Produkt ohne Platz unter den Top 100, heute eine der erfolgreichsten Spirituosen des Landes – nicht vorrangig durch Kampagnenbudgets, sondern weil die Organisation ihre Haltung zur Marke lebte statt sie nur zu kommunizieren. Genau diese Bindung beschreibt das Konzept der Love Brands – einer Markentreue, die über reines Vertrauen hinausgeht.
„Eine Marke lebt nicht von der Lautstärke ihrer Kampagne, sondern von der Klarheit ihrer Haltung“, bringt er es auf den Punkt – eine Formel, die für Stimmen ebenso gilt wie für Marken.