Isländischer Weckruf

Isländischer Weckruf
 

Das Nein zur EU der Isländerinnen und Isländer ist ein Ja zum Status quo. Die Nato sorgt auch für das nördliche Mitglied für Sicherheit, die bereits geltenden Regeln der EU für wirtschaftlichen Fortschritt und die Rechte für die Fischerei für ökonomische Perspektive. Gespräche mit Brüssel würden für Reykjavík einiges infrage ohne die Garantie zu haben, dass es besser wird. Schließlich ist die EU zwar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, hat sich aber seit 2012 den Ruf erarbeitet, zerstritten und regelwütig zu sein. Gleichzeitig schlägt das Land mit dem Votum Brüssel nicht die Tür vor der Nase zu, sondern reißt selbige nicht auf. Es ist deshalb auch nicht mit dem Brexit vergleichbar. Doch obwohl also nichts Beunruhigendes geschehen ist, sollten die politisch Verantwortlichen der EU im Abstimmungsergebnis einen isländischen Weckruf sehen. Das Staatenbündnis hat an Anziehungskraft verloren. Dies zu ändern, liegt in den Händen Brüssels und der anderen EU-Hauptstädte.

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