
Die im Februar 2024 veröffentliche Analyse zeigte auf, dass sich die Staatsfinanzen der USA in einer Schuldenfalle befinden: Es mussten und müssen neue Schulden aufgenommen werden, um die Zinszahlungen für die existierenden Schulden leisten zu können. Der Situation hat sich seitdem zugespitzt und der Ausblick ist wenig erheiternd.
Inzwischen liegt die Staatsverschuldung der USA bei 39.000 Milliarden USD, bei einem BIP von 31.000 Milliarden USD liegt die Staatsverschuldungsquote bei ca. 125%. Unter Ökonomen gilt das Axiom, dass eine Volkswirtschaft bei einer Staatsverschuldungsquote von mehr als 90% immer unter der Last der Zinszahlungen zusammenbrechen wird. Eine Quote von 125% entspricht fast italienischen Verhältnissen.
Eine Umkehr zu einer niedrigeren Staatsverschuldungsquote setzt einen Haushaltsüberschuß des Budgets der Bundesregierung voraus. Die Planungen des Finanzministeriums gehen jedoch für die kommenden Jahre von weiter steigenden Haushaltsdefiziten aus. Laut Planung soll das Defizit von ca. 1.700 Milliarden USD in 2026 auf 2.900 Milliarden USD in 2034 anwachsen.
Für 2026 geht das Finanzministerium von Einnahmen von 5.400 Milliarden USD, Ausgaben von 7.100 Milliarden USD und ergo einem Defizit von 1.700 Milliarden USD aus. Die Defizitquote bezogen auf das BIP liegt bei ca. 5%, bezogen auf das Budget bei 24%. Jeder 4. USD, der ausgegeben wird, wird durch neue Schulden finanziert. Bezogen auf das BIP liegt die Defizitquote bei ca. 5,5% – das Euro Maastricht Vertrag sieht eine maximale Defizitquote bezogen auf das BIP von 3% vor. Die USA dürften theoretisch nicht der Eurozone beitreten – was sie natürlich auch nicht wollen……
Die tickende Zeitbombe sind allerdings die Zinszahlungen auf die aufgehäuften Schulden. Lagen die Zinszahlungen im Jahr 1990 noch bei ca. 200 Milliarden USD, so haben sie sich bis 2020 auf ca. 600 Milliarden USD verdreifacht. Die Planungen sehen für 2026 Zinszahlungen von ca. 1.200 Milliarden USD vor. Eine weitere Verdoppelung von 2020 bis 2026.
Berücksichtigt man allerdings den Zinssatz, dann tickt die Bombe noch lauter. Auf den aufgehäuften Schuldenberg müssen aktuell im Durchschnitt ca. 3% Zinsen gezahlt werden. Das ist der Durchschnitt für alle langlaufenden Staatsschuldenpapiere. In den 2010er Jahren war der Zinssatz künstlich an die Null Grenze manipuliert worden. Sobald diese Staatspapiere auslaufen und durch neue Schulden re-finanziert werden (der Schuldenberg wird nicht kleiner, sondern wächst weiter an), so muss mit dem aktuellen Zinssatz finanziert werden. Für 30-jährige US bonds liegt er aktuell bei ca. 4,9%. Zwar kann die US-Notenbank die kurzfristigen Zinssätze festlegen, doch der Zinssatz für langfristige Staatspapiere ist das Ergebnis aus Angebot und Nachfrage nach US bonds. Und nun wird das Ticken zu einem Trommeln.
Potentiell wird das Haushaltsdefizit in 2026 höher als geplant ausfallen. Alleine der Iran Krieg schlägt aktuell mit zusätzlichen 200 Milliarden USD für das Pentagon zu Buche. Steigt das Defizit, so steigt c.p. das Angebot an US Bonds.
Und potentiell sinkt die Nachfrage nach US bonds. Zum einen haben der Einsatz des USD als finanzpolitische Waffe (einfrieren des russischen Vermögens in Höhe von 200 Mrd. USD) und der Angriffskrieg im Iran die internationalen Anlieger verschreckt und zum anderen sind aufgrund der oben skizzierten Schuldenfalle die Aussichten auf einen stabilen Dollar gesunken. Der USD ist aus Sicht der internationalen Anleger nicht mehr risikolos. Sie werden eine höhere Risikoprämie (ergo einen höheren Zinssatz) fordern.
Und wenn wir jetzt das Szenario steigender Kapitalmarktzinsen durchdenken, dann bekommen Sie von dem Trommeln sicherlich leicht Ohrenschmerzen, denn das Szenario ist alles andere als fröhlich.
Steigende Kapitalmarktzinsen lassen die Kurse für US bonds weiter absinken. Bereits heute führen die US-Banken unrealisierte Verluste durch gesunkene Kurse von bonds im Wert von ca. 200 Milliarden USD in den Büchern.
Steigende Kapitalmarktzinsen beeinflussen die Gewinne der Firmen negativ und lassen Kurse der Aktienmärkte sinken. Das amerikanische Wirtschaftsmodell wackelt erheblich bei sinkenden Aktienmärkten.
Die FED und die Regierung können nur mit zusätzlichem Geld die Probleme „beheben“. Und genau dieses zusätzliche Geld (steigende Geldmenge) wird im nächsten Schritt die Inflation anheizen, was zu weiter steigenden Kapitalmarktzinsen führt.
„Seit der Entkoppelung des US-Dollar von der Goldbindung in 1971, hat der US-Dollar – und alle anderen FIAT-Währungen – kontinuierlich an Wert verloren.“ – kommentiert Thorsten Schuppenhauer, Geschäftsführer der k3 mapa GmbH. Und er fährt fort: „Bei steigenden US-Kapitalmarktzinsen ist die wahrscheinlichste Konsequenz, dass das unser aktuelles FIAT-Geldsystem zusammenbricht. Wir raten unseren Kunden dringend sich auf dieses Szenario einzustellen.“