Kommentar von „nd.DerTag“ zum Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge

Kommentar von „nd.DerTag“ zum Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge
 

Am Donnerstagnachmittag ist es zu einem Anschlagsversuch auf die Synagoge in Wuppertal gekommen. Ein 37-jähriger Mann verteilte eine brennbare Flüssigkeit im Eingangsbereich der Synagoge und zündete sie an. Das Feuer konnte schnell gelöscht und der Mann festgenommen werden. Die Sache ging glimpflich aus.

Trotzdem ist die Tat alarmierend – und ebenso alarmierend sind die Reaktionen auf den Anschlagsversuch. Dass aus der rechten Ecke zynische Kommentare kommen, eine Demo gegen rechts würde bestimmt helfen, war bei einem aus Afghanistan stammenden Tatverdächtigen zu erwarten.

Weniger erwartbar war, wie einige andere Menschen auf die Tat reagierten. Da heißt es dann, die Jüdische Gemeinde hätte sich besser mal von Israel distanziert. Oder: Angesichts des „Genozids“ in Gaza seien solche Anschläge eine verständliche Reaktion. Die Autor*innen solcher Kommentare würden sich wohl selbst als ganz normal oder mit dem Leid der Palästinenser*innen solidarisch beschreiben.

Solche Kommentare zeigen, wie Mitglieder einer Jüdischen Gemeinde in Deutschland als Projektionsfläche für Handlungen der israelischen Regierung gesehen werden. Jude gleich Israeli, gleich Genozidunterstützer. Das ist die Logik hinter solchen Kommentaren. Sie ist falsch! Es muss Juden in Deutschland möglich sein, ihrem Glauben nachzugehen, ohne ein Bekenntnis für oder gegen Israel abzugeben.

Wer von Jüdischen Gemeinden Erklärungen zur israelischen Politik verlangt, argumentiert außerdem strukturell sehr ähnlich wie die Rechten, die nach islamistischen Anschlägen von allen Muslimen Distanzierungen und Bekenntnisse verlangen. Linke wissen, dass solche Pauschalisierungen falsch und rassistisch sind. Von Juden irgendwelche Distanzierungen von Israel zu verlangen, ist dann genauso falsch.

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