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Künstliche Intelligenz: Keine Angst vor dem Kontrollverlust / VDI-Umfrage: Einsatz von KI in der deutschen Industrie steckt noch in den Kinderschuhen

Künstliche Intelligenz: Keine Angst vor dem
Kontrollverlust

– VDI-Umfrage: Einsatz von KI in der deutschen Industrie steckt
noch in den Kinderschuhen
– KI hat Potenzial als neuer Jobmotor für Deutschland
– Führende KI-Nationen: Deutschland hinter USA und China

„Künstliche Intelligent ist deshalb so wichtig, weil sie zukünftig
die Grundlage für die Realisierung von hochautomatisierten
beziehungsweise autonomen Systemen ist“, sagt VDI-Direktor Ralph
Appel zum Auftakt der Hannover Messe 2018. Die Entwicklung dieser
Systeme, wie etwa in der Mobilität, im Smarthome oder in der
industriellen Produktion, sei ohne Künstliche Intelligenz (KI) nicht
möglich. Sie zähle deshalb aus Sicht des VDI zu den
Schlüsseltechnologien der kommenden Jahre. „KI ist der nächste
logische Schritt im Rahmen der digitalen Transformation und sie wird
daher zunehmend auch ein Feld für Ingenieurinnen und Ingenieure“, so
Appel.

Der größte deutsche Ingenieurverein präsentierte dazu auf der
Messe die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter 900 Mitgliedern.
Die Ergebnisse belegen sehr deutlich, dass der Einsatz von KI in der
deutschen Industrie noch in den Kinderschuhen steckt: Knapp 60
Prozent der Befragten gaben an, KI derzeit lediglich zur Analyse von
Daten zu nutzen. Dieses Bild verschiebt sich jedoch bei einem Blick
in die nahe Zukunft. „In fünf Jahren“, so Appel, „dominiert zwar
immer noch die Datenanalyse, aber es wird laut den Umfrageergebnissen
damit gerechnet, dass KI wesentlich intensiver – genauer gesagt um
den Faktor 3 – häufiger genutzt wird.“ Allein die Nutzung von KI im
Bereich –Dialog Mensch und Maschine– steige von 5,6 Prozent auf 38
Prozent. Appel zufolge ein klares Indiz für das hohe Potenzial von KI
in der industriellen Anwendung.

KI hat Potenzial als neuer Jobmotor für Deutschland

Auch außerhalb der Industrie schätzen die Befragten das Potenzial,
insbesondere bei den Themen autonomes Fahren in Zusammenhang mit
Verkehrsverflüssigung und bei der Assistenzrobotik, hoch ein.
„Spätestens hier wird dann auch in der Bevölkerung die Frage laut,
inwieweit uns Roboter oder Assistenten mit KI die Arbeit wegnehmen“,
so der VDI-Direktor weiter. Der VDI geht fest davon aus, dass das
nicht passieren wird, da die aktuelle und wahrscheinlich auch
mittelfristige Engpass-Situation auf dem Arbeitsmarkt nichts anderes
erwarten lässt. Appel; „Wenn wir die digitale Transformation und die
Möglichkeiten der KI richtig bewerten und angehen, wird daraus ein
Jobmotor für Deutschland.“

Ob KI künftig zu einem Kontrollverlust führen könnte, liegt nach
Ansicht des VDI in den Händen der Entwickler und Anwender. Appel
zufolge sei es die Aufgabe von Ingenieuren und Informatikern einen
Kontrollverlust nicht zuzulassen. Dafür brauche man ein eigenes
Verständnis über Kriterien im Umgang damit. Entscheidungen die von
KI-Systemen vorgeschlagen oder getroffen würden, müssten für den
Anwender plausibel und transparent sein. „Hierfür müssen die aktiven
Player in die Pflicht genommen werden. KI-Systeme sollten als
Unterstützung eingesetzt werden, nicht als Ersatz menschlicher
Intelligenz oder Leistung.“

Führende KI-Nationen: Deutschland hinter USA und China

Kurt Bettenhausen, Vorsitzender des interdisziplinären
VDI-Gremiums Digitale Transformation, analysiert den Teil der
Umfrage, in der sich die Befragten zur Situation in ihren Unternehmen
äußern, so: „Hinsichtlich der Grundlagen ist Deutschland bei KI gut
aufgestellt. Fehlende Digitalisierung in der Produktion verhindert
den Einsatz von KI-Technologien. Digitalisierung und KI sind
überwiegend nicht Chefsache.“ Knapp 64 Prozent gaben an, dass die
Voraussetzungen zur Nutzung von KI fehlen würden. Ein in dieser
Ausprägung überraschendes Ergebnis, dass Bettenhausen zufolge zeige,
dass Industrie 4.0 noch nicht überall ausreichend einbezogen und
umgesetzt sei.

Eindeutig fiel die Bewertung bei der Bedeutung des
Technologiestandorts Deutschland in Sachen KI aus. Bettenhausen: „Die
USA ist die führende KI-Nation, so urteilen 80 Prozent der Befragten,
gefolgt von China (55 Prozent). Deutschland landet mit 30,4 Prozent
auf Platz drei.“ Deutschland brauche sich aber trotzdem nicht zu
verstecken, denn es gebe drei Bereiche, in denen eine führende Rolle
gesehen werde: der Forschung im Bereich der KI, der Anwendung von KI
in der Robotik und der Anwendung von KI im Rahmen des automatisierten
bzw. des autonomen Fahrens.

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Telefon: +49 211 6214-383
E-Mail: dadomo@vdi.de

Original-Content von: VDI Verein Deutscher Ingenieure, übermittelt durch news aktuell

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