Leitartikel Frankfurter Rundschau zum Tag der deutschen Einheit

Leitartikel Frankfurter Rundschau zum Tag der deutschen Einheit
 

Es ist Frank-Walter Steinmeier, der so oft enttäuschende Bundespräsident, der dieser Feierstunde dann doch Bedeutung verleiht. Man merkt seiner Rede an, dass er kurz vor dem Ende seiner Amtszeit steht. Es gilt, jetzt noch mal eine große Ansprache zu halten. Und das gelingt ihm. Endlich. Geht es doch längst nicht mehr nur um die Einheit, sondern im Grunde um alles. Nach diesem Sommer mit seinen verrutschten Wahlkämpfen und den massiven Stimmengewinnen für die AfD.

Steinmeier schlägt einen weiten Bogen. Ohne prägnantes Zitat zwar, vielleicht hebt er sich das bis März auf, wenn seine Amtszeit endet. Aber er rüttelt auf. Mit klaren Worten verurteilt er die politische Demagogie extremistischer Kräfte, die eine Lust an der Zerstörung auslebten und andere Menschen verhöhnen und bedrohen. Das, so Steinmeier, gefährde nicht nur die Einheit, sondern grundsätzlich die Freiheit und Demokratie.

Er spricht von Rechtsextremisten, Linksautoritären und den Trollen des Kreml. Und es ist richtig, dass er den Bogen so weit spannt und sehr deutlich wird. Während vor allem in der Union darauf geachtet wird, die AfD bloß nicht mit ihren Wähler:innen gleichzusetzen, die man zurückholen möchte, nimmt der Bundespräsident sie in die Verantwortung.

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