
Wer im September 2026 einen Betrieb in der Nachbarschaft sucht, fragt dafür immer häufiger ein Sprachmodell. Das Marktforschungsunternehmen BrightLocal hat am 11. Februar 2026 seine jährliche Verbraucherbefragung veröffentlicht. Laut dieser Erhebung nutzten 45 Prozent der Befragten generative KI-Werkzeuge für Empfehlungen zu Betrieben vor Ort, nach 6 Prozent ein Jahr zuvor. Grundlage ist ein repräsentatives Panel aus 1.002 volljährigen Verbrauchern in den Vereinigten Staaten. Für die lokale Auffindbarkeit eines Betriebs verschiebt sich damit die Frage, an welcher Stelle Anschrift und Öffnungszeiten maschinenlesbar hinterlegt sind – dazu gibt es eine Umsetzung einer Standortkarte für WordPress-Seiten.
Wer eine Empfehlung erhält, prüft sie anschließend an anderer Stelle nach
Bewertungen bleiben trotz der neuen Werkzeuge der Bezugspunkt. Laut der Befragung von BrightLocal lesen 97 Prozent der Verbraucher Bewertungen zu Betrieben vor Ort, und im Schnitt ziehen sie dafür sechs verschiedene Bewertungsseiten heran. Der Anteil, der dabei zu Google greift, sank von 83 Prozent im Jahr 2025 auf 71 Prozent im Jahr 2026.
Die Verlagerung trifft nicht die Bewertung selbst, sondern ihren Fundort. Ein Sprachmodell fasst zusammen, was es an anderer Stelle vorfindet, und nennt dabei nur einen Teil der Anbieter. Wessen Angaben zu Anschrift, Erreichbarkeit und Leistungsumfang nirgends eindeutig ausgezeichnet sind, taucht in einer solchen Zusammenfassung seltener auf.
„Eine Empfehlung aus einem Sprachmodell ist keine neue Werbefläche, sondern das Ergebnis von Daten, die an ganz anderer Stelle gepflegt werden. Wer seine Standortangaben nur im Impressum stehen hat, überlässt die Antwort dem Zufall“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Die lokale Auffindbarkeit hat neben dem Eintrag auch einen Fußweg
Die zweite Seite der Auffindbarkeit ist die Entfernung zur Ladentür. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat in der Reihe BBSR-Analysen KOMPAKT unter der Nummer 01/2025 Erreichbarkeitsindikatoren für fünf Versorgungsarten vorgelegt. Grundlage sind Standortdaten mit Stand November 2023, die Bevölkerungsverteilung des Zensus 2022 und eine Wegeberechnung im Fußwegnetz.
Fünf Erreichbarkeitsquoten fasst die Untersuchung für das gesamte Bundesgebiet zusammen. Angegeben ist jeweils der Anteil der Bevölkerung, der das Angebot fußläufig erreicht:
Supermarkt oder Discounter: 76 Prozent, bei einer mittleren Entfernung von rund 980 Metern
Hausarztpraxis: 76 Prozent, bei rund 945 Metern
Grundschule: 74 Prozent, gemessen an einer Höchstentfernung von 1.000 Metern
Apotheke: 67 Prozent, bei rund 1.300 Metern
Haltestelle des öffentlichen Verkehrs: 93 Prozent
Auf dem Land fällt das Ergebnis deutlich anders aus. Nach Angaben des Bundesinstituts erreichen in Landgemeinden rund 21 Prozent der Bevölkerung kein einziges der fünf Angebote zu Fuß, weitere 24 Prozent nur eines, meist eine Haltestelle. Selbst in Großstädten haben nur rund 84 Prozent alle fünf Angebote im Fußwegbereich.
Standortangaben entscheiden darüber, welche Antwort eine Maschine ausgibt
Ein Betrieb, den Kundschaft zu Fuß erreicht, muss trotzdem erst gefunden werden. Auszeichnungen auf der eigenen Seite – Anschrift, Geokoordinaten, Öffnungszeiten – sind die Grundlage, auf die Kartendienste und Antwortsysteme zurückgreifen. Wie sich Inhalte für solche Systeme aufbereiten lassen, zeigt eine Einordnung von Inhalten für KI-Antwortsysteme.
Der Datensatz des Bundesinstituts zeigt nebenbei, wie lückenhaft die Standortlage selbst in amtlichen Sammlungen ist. Für die Untersuchung mussten Einträge aus OpenStreetMap ergänzt werden, weil die verwendete Datensammlung nur 28.522 Standorte von Supermärkten und Discountern enthielt. Erst nach der Ergänzung kamen die Fachleute auf 36.168 Standorte von Lebensmittelgeschäften.
Die nächsten Vergleichswerte kommen aus zwei Richtungen
Beide Datenreihen werden fortgeschrieben. BrightLocal erhebt seine Verbraucherbefragung nach eigenen Angaben seit über 16 Jahren jährlich. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung führt die Erreichbarkeitsindikatoren im Rahmen seiner laufenden Raumbeobachtung weiter.
Für einen Betrieb bleibt die Aufgabe bis dahin unverändert. Wer im Herbst 2026 gefunden werden will, pflegt seine Standortangaben an einer Stelle, die Maschinen auslesen können, statt sie über sechs Verzeichnisse zu verteilen, von denen jedes eine andere Öffnungszeit meldet.
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