
Der ökologische Nutzen entsteht im tatsächlichen Kreislauf
Eine robuste Kunststoffbox oder eine mehrfach nutzbare Palette ist zunächst nur für Wiederverwendung ausgelegt. Ökologisch sinnvoll wird sie vor allem, wenn sie über längere Zeit im Einsatz bleibt. Verluste, ungenutzte Bestände bei Geschäftspartnern und unnötige Rücktransporte verschlechtern diese Bilanz. Unternehmen müssen daher nicht nur wissen, wie viele Behälter sie gekauft haben, sondern auch, wo sie sich befinden und wie häufig sie genutzt werden.
Zum Behältermanagement gehören etwa Europaletten, Gitterboxen, KLT, Rollcontainer, Fässer und spezifische Transportverpackungen. Ein funktionierendes System erfasst Ausgabe, Rücknahme, Tausch, Reinigung, Reparatur und Aussonderung. Zusätzlich sollten verantwortliche Partner, vereinbarte Rückgabetermine sowie der Zustand dokumentiert werden.
Was digitale Bestandsdaten verändern
Stehen Angaben auf einzelnen Zetteln oder in getrennten Tabellen, lässt sich ein Behälterkreislauf nur mit Aufwand auswerten. Mit Barcodes, QR-Codes oder – sofern passend – RFID können Bewegungen am jeweiligen Übergabepunkt erfasst werden. Smartphones und mobile Datenerfassungsgeräte dienen dabei als Eingabewerkzeuge. Die Informationen fließen in eine gemeinsame Datenbasis, aus der sich aktuelle Mengen und bei individuell gekennzeichneten Einheiten auch Einzelhistorien ableiten lassen.
Diese Transparenz verbessert die Abstimmung zwischen Lieferanten, Speditionen und Kunden. Statt vermuteter Fehlmengen können die Beteiligten konkrete Buchungen prüfen. Auch längere Aufenthalte außerhalb des eigenen Unternehmens werden früher erkennbar.
Ressourcenschonung durch weniger Schwund und bessere Auslastung
Eine hohe Umlaufzahl verteilt den Materialeinsatz eines Mehrwegbehälters auf viele Transporte. Gelingt es, Verluste zu verringern und bestehende Behälter schneller zurückzuführen, sinkt der Bedarf an neuen Einheiten. Eine verlässliche Zustandsbewertung erleichtert außerdem Reparaturen, bevor ein Ladungsträger vorzeitig ersetzt werden muss.
Auch die Transportplanung profitiert von aktuellen Daten. Rückholungen lassen sich bündeln, Überschüsse zwischen Standorten umverteilen und unnötige Leerfahrten verringern. Informationen über Füllgrade oder genutzte Behältergrößen können zusätzlich helfen, Transportvolumen besser auszunutzen. Ob diese Maßnahmen im Einzelfall tatsächlich Emissionen sparen, hängt von der gesamten Transport- und Nutzungssituation ab.
Welche Rolle die europäische PPWR spielt
Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), Verordnung (EU) 2025/40, ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und gilt grundsätzlich seit dem 12. August 2026. Sie verfolgt unter anderem das Ziel, Verpackungsabfall zu begrenzen und Wiederverwendung sowie Recycling zu stärken. Daneben enthält sie Anforderungen an Verpackungsgestaltung, Materialeinsatz und Verwertung.
Wer Mehrwegverpackungen einsetzt, braucht für die operative Umsetzung nachvollziehbare Informationen über Bestand, Verwendung, Rückläufe und Zustand. Digitale Daten können Berichte und interne Prüfungen unterstützen. Daraus folgt jedoch nicht, dass der Einsatz einer Behältersoftware allein sämtliche PPWR-Vorgaben erfüllt: Maßgeblich sind die tatsächlich verwendeten Verpackungen, die betroffenen Prozesse und die jeweils anwendbaren gesetzlichen Anforderungen.
COSYS: Erfassung und Auswertung von Mehrwegkreisläufen
COSYS beschreibt eine Behältermanagement-Lösung, mit der Ladungsträger nach Typ und gegebenenfalls Seriennummer geführt werden können. Mobile Buchungen erfassen beispielsweise Abgaben, Rücknahmen und Umlagerungen und ordnen sie Aufträgen, Standorten oder Geschäftspartnern zu. Eine Kontenführung für mehrere Beteiligte soll den Abgleich von Tauschvorgängen erleichtern.
Zur weiteren Bearbeitung dienen nach Anbieterangaben Buchungsberichte, Behälterverläufe und Übersichten zu Kundenbeständen. Automatisierte Bestätigungen sowie Business-Intelligence-Auswertungen können den Informationsaustausch und die Analyse von Verlusten, Nutzung oder Beschädigungen unterstützen. COSYS beschreibt außerdem KI-gestützte Funktionen, etwa zur Auswertung von Fotos, zur Erkennung von Behältertypen und Füllständen oder zum Verarbeiten von Lieferscheinangaben. Ob eine Funktion im konkreten Projekt bereitsteht, ist von der Konfiguration abhängig.
Fazit
Für nachhaltige Mehrwegsysteme zählt, was mit den Behältern zwischen Kauf und Aussonderung geschieht. Eine digitale Dokumentation erleichtert es, Rückgaben zu organisieren, die Lebensdauer zu verlängern und den Bestand bedarfsgerecht einzusetzen. Gleichzeitig stehen strukturierte Informationen für die Auseinandersetzung mit regulatorischen Vorgaben wie der PPWR bereit. So können wirtschaftliche und ökologische Verbesserungen auf derselben Datenbasis aufbauen.
Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf bei Hildesheim entwickelt seit 1982 Lösungen zur Digitalisierung und Optimierung von Logistik- und Geschäftsprozessen. Als mittelständischer Spezialist für Auto-ID, mobile Datenerfassung und Intralogistik bietet COSYS heute eine integrierte Plattform für die Digitalisierung von Waren-, Material- und Informationsflüssen. Das Portfolio umfasst unter anderem Lagerverwaltung, Bestandsführung, Lademittel- und Behältermanagement, Transport- und Werkslogistik, Inhouse-Logistik, Paketmanagement, Inventur, Asset Management und Business Intelligence. Mobile Apps, WebDesk sowie Cloud- und On-Premises-Lösungen verbinden operative Prozesse mit zentraler Verwaltung, Analyse und Optimierung. KI, Task Management, Process Mining und eigenes MDM erweitern die Plattform um intelligente Automatisierungs-, Analyse- und Verwaltungsfunktionen. COSYS begleitet Unternehmen von der Prozessanalyse und Konzeption über die Implementierung und Integration bis hin zu Support und langfristiger Betreuung. Ergänzend stehen passende MDE-Hardware, Auto-ID-Technologien, Reparaturservice und WLAN-Funkvermessung zur Verfügung.
