Zum 30. Juni 2026 wurde das eJustice-Programm der Justiz Baden-Württemberg nach elfeinhalb Jahren offiziell abgeschlossen. Bereits seit Dezember 2025 arbeiten alle Gerichte und Staatsanwaltschaften des Landes vollständig digital. Damit ist Baden-Württemberg nach Angaben des Justizministeriums das erste Bundesland, das den vollständigen Abschluss der flächendeckenden eAkte-Einführung vermelden konnte. Von der Möglichkeit, die gesetzliche Verpflichtung bis 2027 hinauszuschieben, machte das Land keinen Gebrauch.
PDV als Digitalisierungspartner von Beginn an
Nach einem europaweiten Vergabeverfahren erhielt die PDV GmbH im Februar 2015 den Zuschlag für die Bereitstellung der elektronischen Aktenlösung. Seitdem begleitete die PDV das eJustice-Programm als Software- und Entwicklungspartner von der ersten Pilotierung am Arbeitsgericht Stuttgart und Landgericht Mannheim bis zur flächendeckenden Einführung.
Auf Basis der VIS-Suite entwickelte die PDV GmbH die speziell auf die Anforderungen der Justiz zugeschnittene Fachlösung VIS-Justiz. Die Lösung verbindet eine ergonomische und leistungsfähige Benutzeroberfläche mit hohen Sicherheitsstandards sowie den notwendigen Fach- und Kommunikationsschnittstellen für den elektronischen Rechtsverkehr.
Während der gesamten Programmlaufzeit wurde die Software kontinuierlich weiterentwickelt und an neue gesetzliche, organisatorische und fachliche Anforderungen angepasst, um so allen internen und externen Erfordernissen vollumfänglich gerecht zu werden. Die Pflege und Weiterentwicklung erfolgt unter Federführung Baden-Württembergs in einer Kooperation mit den Ländern Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie dem Bundesgerichtshof, dem Bundespatentgericht, dem Bundessozialgericht und dem Generalbundesanwalt.
Auch die Corona-Pandemie bremste das Vorhaben nur kurzzeitig und bestätigte zugleich den Nutzen der Digitalisierung: Dank digitaler Schulungsformate und der bereits eingeführten eAkte konnten die Rollouts weitgehend planmäßig fortgesetzt und die Arbeitsfähigkeit der Justiz auch im Homeoffice zuverlässig sichergestellt werden.
Beeindruckende Bilanz nach elfeinhalb Jahren
Das eJustice-Programm hat seine zentralen Ziele erreicht: die Einführung der elektronischen Akte sowie die Etablierung des elektronischen Rechtsverkehrs (ERV). Verfahren können medienbruchfrei digital bearbeitet, Dokumente rechtsverbindlich elektronisch ausgetauscht werden.
Mit Abschluss des Programms sind sämtliche 171 Dienststellen der baden-württembergischen Justiz digital ausgestattet:
152 Gerichte, beide Generalstaatsanwaltschaften sowie 17 Staatsanwaltschaften.
Die folgenden Kennzahlen verdeutlichen die Dimension des Vorhabens:
über 10.700 Beschäftigte arbeiten täglich mit der elektronischen Akte
mehr als 3,7 Millionen elektronisch geführte Verfahren
insgesamt über 68 Millionen Nachrichten im elektronischen Rechtsverkehr
bis zu eine Million elektronische Ein- und Ausgänge pro Monat
Ein Erfolg vieler Beteiligter
Getragen wurde das Vorhaben von einem engen Zusammenspiel aller Beteiligten: dem Ministerium der Justiz und für Migration, dem IuK-Fachzentrum Justiz, der IT Baden-Württemberg (BITBW) als IT-Dienstleister der Landesverwaltung Baden-Württemberg, den Personalvertretungsgremien und den Dienststellen vor Ort.
„Gemeinsam mit der baden-württembergischen Justiz haben wir in den vergangenen elfeinhalb Jahren eine Lösung geschaffen, die heute täglich von über 10.700 Anwenderinnen und Anwendern genutzt wird. Seit 2015 durften wir die Einführung der eAkte als Software- und Entwicklungspartner begleiten und VIS-Justiz kontinuierlich an fachliche, technische und gesetzliche Anforderungen weiterentwickeln. Der Abschluss des eJustice-Programms ist ein wichtiger Meilenstein und das Ergebnis vertrauensvoller Partnerschaft. Dass heute alle Gerichte und Staatsanwaltschaften des Landes mit der elektronischen Akte arbeiten, ist der gemeinsame Erfolg vieler Beteiligter – und wir sind stolz, ein Teil davon zu sein.“ Dirk Nerling, Geschäftsführer der PDV GmbH
Digitale Grundlage für die Justiz von morgen
Die elektronische Aktenführung und der elektronische Rechtsverkehr bilden die Grundlage für weitere Digitalisierungs- und Automatisierungsvorhaben.
Über die PDV GmbH
Die PDV GmbH ist föderal starker Digitalisierungspartner auf Bundes- und Landesebene, in Metropolen, Justiz, Polizei, Medienanstalten und Kirchen sowie großen Organisationen. Seit 1990 gehört das Unternehmen mit mehr als 300 Mitarbeitenden zu den leistungsstärksten Full-Service-Anbietern im Bereich E-Government. Die ECM-Plattform VIS-Suite ist speziell auf Verwaltungen zugeschnitten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf integrierter Prozessautomatisierung und dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Moderne Technologien helfen dabei, Abläufe zu vereinfachen, Routinen zu automatisieren und komplexe Aufgaben besser zu bewältigen. Deutschlandweit vertrauen über 760 Institutionen mit mehr als 250.000 Nutzenden auf die E-Government-Lösungen der PDV. Die PDV GmbH ist Teil der PDV.group, die starke Digitalisierungspartner der öffentlichen Verwaltung unter einem Dach vereint.
Über VIS-Justiz
Mit VIS-Justiz hat die PDV GmbH eine passende Branchenlösung entwickelt, die in allen Fachbereichen eingesetzt werden kann: von der ordentlichen Gerichtsbarkeit über die Fachgerichte bis hin zur Gerichtsverwaltung. Das sorgt für durchgängig medienbruchfreie Prozesse in der Justiz.
Über die PDV.group
Die Unternehmen der PDV.group sind erfahrene Softwarehersteller und IT-Dienstleister, spezialisiert auf Produkte und Services für Verwaltungsprozesse mit Schwerpunkt im Bereich E-Government. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Durchführung von Digitalisierungsprojekten von Ministerien bis zur Gemeindeverwaltung ist die PDV.group spezialisiert auf die Bedürfnisse des Bundes, der Länder und der Kommunen. Zur PDV.group gehören die Unternehmen PDV GmbH (PDV.red) sowie die CC e-gov GmbH und regisafe GmbH (PDV.blue).