
Düsseldorf – Großer Andrang schon vor dem Start: Mehr als 3.000 Schüler:innen nutzten auf dem Campus des Technischen Berufskollegs Färberstraße die Chance, Handwerk direkt auszuprobieren. Ob hoch hinaus am Kran der Dachdecker, im Parcours mit modernen Reinigungsfahrzeugen oder beim Biegen eines eigenen Herzens aus Kupferrohren: Die Jugendlichen erlebten, wie abwechslungsreich und technisch anspruchsvoll Handwerksberufe heute sind – und welche Rolle sie bei Zukunftsthemen wie der Energiewende spielen.
Handwerk als echte Perspektive
Erstmals waren auch Schüler:innen von fünf Gymnasien dabei – ein wichtiger Schritt, um das Handwerk stärker als gleichwertige Alternative zur akademischen Laufbahn sichtbar zu machen. „Handwerk sichert unsere Zukunft – gerade mit Blick auf die Energiewende. Und während viele Berufe durch KI ersetzt werden könnten, bleibt Handwerk auf Menschen angewiesen“, betont Johannes Kamm, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf.
Auch die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks ist klar: Laut Christian Zaum von der Stadt Düsseldorf arbeiten rund 45.000 Beschäftigte in über 7.000 Handwerksbetrieben in Düsseldorf – viele davon auf der Suche nach Nachwuchs.
Mehr Mädchen fürs Handwerk gewinnen
Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung: Hemmschwellen abbauen – besonders bei Mädchen. Mit Erfolg: Viele probierten Bagger, Bohrmaschinen und Co. selbst aus und gewannen neue Einblicke. „Handwerk ist kreativ, vielseitig und bietet echte Chancen – das gilt ausdrücklich auch für Mädchen“, so Kreishandwerksmeister Michael Kregel. „Viele der Jahrgangsbesten sind weiblich – wir brauchen mehr davon im Handwerk.“
Erleben statt nur informieren
Im Mittelpunkt stand das eigene Ausprobieren. „Wer Handwerk erlebt, kann besser entscheiden, ob es passt“, sagt Kreislehrlingswart Mike Koch. „Und auch das ist wichtig: festzustellen, was nicht der eigene Weg ist.“
Fazit: Ein Tag mit Wirkung
Zwei volle Pausenhöfe, eine gut besuchte Turnhalle und über 20 Gewerke zum Mitmachen – und über 3.000 Schüler:innen sowie Lehrkräfte und Eltern: Die „Lust auf Handwerk“ in Düsseldorf zeigt, wie Berufsorientierung heute funktionieren kann – praxisnah, offen und ohne Berührungsängste. Die Fortsetzung im nächsten Jahr ist bereits geplant.
